Praxisnahe VR-Anwendungen für die Modebranche.

An der TH Köln werden VR- und AR-Anwendungen für die Modebranche entwickelt. (Bild: Kristoffer Waldow/TH Köln)

Virtuell dargestellte Bekleidung spielt in der direkten Interaktion mit den Kunden in der Modebranche noch keine Rolle. Das liegt auch daran, dass die Struktur von Stoffen und der Faltenwurf nur schwer zu modellieren sind. An der TH Köln arbeitet eine Forschungsgruppe intensiv an VR- und AR-Anwendungen für die Modeindustrie.

Im Rahmen des Projekts „Retail 4.0“, das für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, sollen Prototypen für Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Modeindustrie entstehen. Adressiert werden die Geschäftsbeziehungen zwischen den Modelabels und Einzelhändlern sowie zwischen den Einzelhändlern und ihren Kunden.

Kein Konsument wird sich ernsthaft Gedanken machen, wie viele Arbeitsschritte zwischen der ersten Idee bis zum finalen (Serien-) Kleidungsstück zu erledigen sind. Wie Kenner der Branche wissen, kommt hier auch noch reichlich Handarbeit zum Tragen.

Ein wichtiger Punkt ist die Präsentation einer Kollektion gegenüber den Einzelhändlern. Statt Musterkoffern oder Ordermessen setzen die Forscher der TH auf einen virtuellen Präsentationsraum. Hier können sich beide Parteien ortsunabhängig treffen. Benötigt werden nur VR-Brillen, wie sie im Consumerbereich erhältlich sind.

Ein anderes Projekt, das für den POS gedacht ist, setzt auf Augmented Reality. Dabei tragen die Kunden eine Spezialbrille, die das Bild von Schaufensterpuppen in den Raum projiziert. Mittels Gestensteuerung lassen sich verschiedene Kleidungsstücke oder Farben an der Puppe ausprobieren.

In dem Forschungsprojekt arbeiten mehrere Partner zusammen. Der 3D-Software-Anbieter Assyst GmbH soll das fertige Produkt künftig vermarkten. Die Avalution GmbH steuert die virtuellen Körper bei. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung sorgen dafür, dass die realen Prozesse im Textileinzelhandel und die Verkaufsszenarien korrekt wiedergegeben werden. Die Modemarke Brax Leineweber liefert als Praxispartner die Daten für die Kleidungsstücke, an denen die Prototypen getestet werden.

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