Köpfe der Mobilbranche: Matthias Spanic von scrappel.

„Menschen wollen heute mobil sein und sämtliche Services – ob nun im privaten oder im beruflichen Alltag – müssen sich diesem Wunsch anpassen“, sagt Matthias Spanic, Geschäftsführer von scrappel, einem digitalen Marktplatz für den Wertstoffhandel. scrappel wurde im Dezember 2017 in Berlin gegründet. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den Handel mit Wertstoffen wie Metallen und Eisenschrott zu digitalisieren. Bei der Entwicklung der B2B-Plattform legte Spanic den Fokus von Anfang an auf das Prinzip „Mobile First“. Der Jurist arbeitete nach seinem Studium bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Deutschland und China und gründete mit zwei ehemaligen Studienkollegen sein erstes Startup in der Video-Content-Distribution, welches heute rund 400 Mitarbeiter in Europa beschäftigt. Nach dem Verkauf des Unternehmens arbeitete er als freier Berater u.a. für Coca Cola und ProSiebenSat.1. In unserem Fragebogen verrät er, was aus seiner Sicht „Ressourcenverschwendung“ wäre und wie er auf Überweisungsscheine reagiert.

mobilbranche.de: Was war Dein erstes Handy?

Nokia 6110

Matthias Spanic: Ein NOKIA 6110 in dunkelblau – geiles Ding! Obwohl die Funktionen mehr als beschränkt waren, habe ich das Teil geliebt.

mobilbranche.de: Was ist aus Deiner Sicht besser: Android oder iOS und warum?

Matthias Spanic: iOS hat sicherlich einige Vorzüge, was die Kommunikationsstruktur mit anderen Apple-Geräten angeht. Ich bin jedoch ein klarer Fan von Android. Der Grundgedanke einer offenen Plattform hat mich immer fasziniert. Android hat den Markt für Smartphones geöffnet und Anbietern die Möglichkeit gegeben, eigene Innovationen voranzutreiben.

mobilbranche.de: Welche drei Apps willst Du auf Deinem Homescreen nicht mehr vermissen?

Matthias Spanic: Ich bin generell ein Fan von effizienter Kommunikation, schließlich ist das ein wichtiger Vorteil, den wir auch unseren Kunden bieten wollen. Für die Arbeit innerhalb des Teams und mit externen Partnern ist Slack dabei die erste Wahl. LinkedIn nutze ich, sowohl für den Austausch mit Kunden und Partnern als auch, um mich zu aktuellen Themen auf dem Laufenden zu halten. Ergänzt wird Letzteres durch Refind, das mir jeden Morgen die Trending Topics zu meinen Interessen anzeigt.

mobilbranche.de: Stichwort Mobile Advertising: Was war für Dich die beste Werbung ever?

Matthias Spanic: Zwar nicht speziell aus dem Mobile Advertising aber definitiv eine meiner Lieblingskampagnen: #weilwirdichlieben der BVG. Besonders die Videos „U2 in der U2″…

…und „Alles Absicht“ sind mir im Gedächtnis geblieben.

mobilbranche.de: Und was war für Dich die schlechteste mobile Anzeige?

Matthias Spanic: Das ist ja das Ding mit schlechten Anzeigen: Im besten Fall führen sie nicht zur Schädigung des Images sondern werden einfach nicht beachtet oder schnell vergessen.

mobilbranche.de: Hast Du Mobile-Vorbilder? Wenn ja: welche?

Matthias Spanic: Für mich sind diejenigen Menschen Vorbilder, die verstanden haben, dass „Mobile First“ nicht nur fancy klingt, sondern den Nutzern wirklich hilft. Menschen wollen heute mobil sein und sämtliche Services – ob nun im privaten oder im beruflichen Alltag – müssen sich diesem Wunsch anpassen. Gerade weil wir heute so viele Möglichkeiten haben, sollten wir uns neuen Technologien nicht verschließen sondern ihnen mit gesundem Menschenverstand aufgeschlossen begegnen.

mobilbranche.de: Wie beschreibt Deine Mutter Deinen Job?

Matthias Spanic: Wahrscheinlich mit „Mein Sohn ist Geschäftsführer einer Handelsplattform für Altmetalle im Internet für Unternehmen – so ähnlich wie eBay.“ Dass wir bei scrappel mit eBay so gar nichts am Hut haben und vielmehr zum Ziel haben, den gesamten Wertstoffhandel zu digitalisieren, werde ich ihr beim nächsten Sommerfamiliengrillen mal genauer erklären.

mobilbranche.de: Ist Dein Job für Dich Beruf oder Berufung?

Matthias Spanic: Ein Job ist immer eine temporäre Sache und wir leben nicht um zu arbeiten. Allerdings bin ich in meinem derzeitigen Job und vor allem mit dem tollen Team bei scrappel super zufrieden. Die Arbeit in einem Startup hat für mich immer etwas von Aufbruchsstimmung und ich liebe die Herausforderung, ein junges Unternehmen mehr und mehr auf eigene Füße zu stellen.

mobilbranche.de: Wie stehst Du zu Mobile Payment?

Matthias Spanic: Ich bin ehrlich gesagt entsetzt, dass das Thema in Deutschland so schleppend vorankommt. In Osteuropa und in Übersee sind sie hier schon deutlich weiter. Mobile Payment ist ein absolutes Must-Have um Geschäftsprozesse auch wirklich umfassend mobil abdecken zu können. Jedes Mal wenn ich einen Überweisungsschein sehe, schüttelt es mich.

mobilbranche.de: Wann bzw. wo vermisst Du Mobile in Deinem Alltag, sprich: wo siehst Du noch Entwicklungspotenzial?

Matthias Spanic: Gerade in der Verwaltung von Dokumenten, beispielsweise bei Aufträgen, Verträgen und dergleichen gibt es noch viel Spielraum. Außerdem bietet der B2B-Bereich noch riesiges Potenzial. Ein Taxi per App rufen oder seine nicht mehr benötigten Klamotten online zu verkaufen ist heute das Leichteste der Welt – im B2B-Bereich sind diese Entwicklungen noch längst nicht angekommen.

mobilbranche.de: Mobile in 5 Jahren: was ist verschwunden, was hat sich durchgesetzt?

Matthias Spanic: Was das Thema 5G angeht, hoffe ich, dass wir in fünf Jahren in Deutschland einen großen Schritt vorangekommen sind. Unternehmen und Privatleute gleichermaßen würden von einer flächendeckenden, starken mobilen Internetverbindung mehr als profitieren. Ohne 5G wird die Nutzung von Zukunftstechnologien wie dem Internet of Things vielen Menschen verwehrt bleiben – und das wäre aus meiner Sicht geradezu Ressourcenverschwendung.

mobilbranche.de: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Köpfe der Mobilbranche”.

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