Geht auch ohne Partnerbanken: Google Pay öffnet sich für 20 Mio PayPal-Nutzer in Deutschland.

von Florian Treiß am 10.Oktober 2018 in FinTech, Mobile Payment, News

Ätschi bätschi, deutsche Banken: Nachdem sich die Finanzinstitute, die in Deutschland Google Pay unterstützen, auch vier Monate nach dem Launch noch an einer einzigen Hand abzählen lassen, hat Google nun die Schnauze voll und holt PayPal mit ins Boot. Dadurch können mit einem Schlag nun alle 20,5 Millionen deutschen Kunden von PayPal mittels Google Pay im stationären Handel zahlen – ein massives Reichweitenplus fürs Mobile Payment im Allgemein und beide Partner im Speziellen. Zuvor waren Deutschlands Banken heftig dafür kritisiert worden, dass kaum eine von ihnen bislang Google Pay unterstützt – und nun bleiben sie komplett außen vor.

Für die neue Lösung bilden Google, PayPal und Mastercard eine virtuelle Debit-Kreditkarte direkt auf der NFC-Schnittstelle des Smartphones ab – der Erwerb einer regulären Kreditkarte ist aber nicht erforderlich. Im Gegenteil werden die Zahlungen automatisch von der bei PayPal hinterlegten Zahlungsart abgebucht, was in den meisten Fällen ein deutsches Girokonto sein dürfte. Die Zahlung mit Google Pay funktioniert in sämtlichen Geschäften, die bereits kontaktlose Kreditkarten von Mastercard akzeptieren – das dürften laut aktuellen Zahlen rund zwei Drittel aller Geschäfte mit Kartenzahlung sein. Bis zum Jahr 2020 sollen alle Bezahlterminals im europäischen Handel die Kontaktlostechnologie unterstützen.

FinTech-Experte Jochen Siegert schreibt dazu im Fachblog Payment and Banking: „Google umgeht die technisch und vor allem politisch komplexe Girocard-Integration sehr smart und ermöglicht die direkte Verwendung sämtlicher deutscher Girokonten via einfacher PayPal-Lastschrift. PayPal ist damit mit einem Schritt am POS und bedroht zudem die Girocard-Erträge der Banken und Sparkassen. Die 0,2% Debit-Interchange fließt jetzt zu 100% in die Taschen der kalifornischen Online-Unternehmen Google und Paypal statt über Girocard-Entgelte in die Taschen der Banken.“

Auch bei Twitter schütteln Nutzer den Kopf In Hinblick auf die Blockade von Google Pay durch die meisten deutschen Finanzinstitute:

Die bisherigen Partner von Google Pay sind die Commerzbank samt Comdirect, die LBBW/BW-Bank, die Wirecard-App Boon sowie die App-basierte Bank N26. Andere Banken setzen bislang lieber auf eigene Lösungen: So haben die Sparkassen und die Volksbanken/Raiffeisenbanken im Sommer ihre eigenen Apps für Mobile Payment gelaucht und setzen dabei vor allem auf die Girocard Mobile, also eine im Handy virtualisierte Girocard. Kunden anderer Banken wie z.B. der ING Diba blicken beim Mobile Payment bislang komplett in die Röhre, außer sie nutzen Insellösungen wie Payback Pay.

Lesen Sie zu Mobile Payment auch folgende Beiträge bei uns:

– Anzeige –

Mobile in Retail Conference 2018: Jetzt noch Teilnahme sichern!
Bald ist es soweit: Treffen Sie Top-Entscheider und Führungskräfte aus Handel, Industrie & Finance in Berlin. Mit dabei sind u. a. Coca-Cola, Google, Facebook, Snapchat, IKEA, Karstadt, McDonald’s, Tchibo, MediaMarktSaturn, N26 Bank, OTTO, YouTube, REWE. Sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket unter www.mobileinretail.de.


Artikel teilen

Sichern Sie sich jetzt Ihren Wissensvorsprung in Mobile Marketing und Mobile Business und abonnieren Sie die Meldungen von mobilbranche.de ganz bequem per E-Mail. Unser Newsletter erscheint täglich um 13 Uhr und ist kostenlos.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.

Facebook Kommentare:

Kommentare