Neue iPhones und Apple Watch: Das hält die Mobilbranche davon.

von Florian Treiß am 13.September 2018 in Geräte, Mobile Insiders, News, Ökosysteme

So sieht die neue Apple Watch Series 4 aus (Bild: Apple)

„Mission Impossible? Nicht für Apple. Der Konzern beeindruckt seine Fans wieder einmal mit einem perfekt inszeniertem Event eines eindrucksvollen Marketingapparates“, meint Danny von Holdt von moebel.de und bezieht sich dabei auf die Vorstellung neuer iPhones und einer neuen Apple Watch gestern Abend in Cupertino. Wir haben ihn und weitere führende Köpfe der Mobilbranche wie etwa GRAVIS-Boss Jan Sperlich gefragt, was sie von den neuesten Apple-Produkten halten. Lesen Sie hier unsere große Umfrage:

Jan Sperlich, CEO von GRAVIS:

„Apple macht einmal mehr deutlich, dass Überraschungen und Innovationen nicht endlich sind. In diesem Jahr ist es dem Unternehmen gelungen das iPhone noch einmal zu verbessern. Das iPhone XS Max besticht visuell allein schon durch das größere Display. Die durch einen neuen Sensor im Zusammenspiel mit dem neuen A12 Bionic Chip verbesserte Kamera setzt erneut Maßstäbe. Auch die deutlich weiterentwickelte Apple Watch, jetzt als Series 4, zeigt mit Fug und Recht das Apple den Ersten Platz unter den Uhrenhersteller verdient hat. Das grösste Highlight war fuer mich allerdings die Fähigkeit der neuen Watch die Herzgesundheit umfänglich zu überwachen, und bei Stürzen sogar automatisch Hilfe rufen zu können.

Das wir von Apple auch weiterhin Innovationen erwarten dürfen, sehen wir unter anderem in der Ausrichtung des ChipDesigns mit Fokus auf Augmented Reality Anwendungen. Bei all dem beweist Apple obendrein, dass der Schutz der Privatsphäre und Umweltbewusstsein nicht aussen vor bleiben muss. Chapeau!“

Markus Alexander von Böhlen, Director Devices, Trading and Digital Life bei Telefónica Deutschland:

„Die neuen iPhones sind Top-Devices. Das iPhone XS vereint die aktuellen Innovationen, bietet ein sehr gutes Kundenerlebnis und passt perfekt zur Positionierung von o2 als Marke der Freiheit. Das iPhone XR spricht durch seine attraktive Positionierung gegenüber dem Flagship-Modell auch preissensitive Kunden an, ohne auf die innovativen Key Features zu verzichten.“

Fabian Lucas, CTO von Kitchen Stories:

„Nach der WWDC im Sommer des Jahres, hat sich die Keynote vor allem um Hardware Neuigkeiten gedreht. Wir finden besonders spannend, dass die Apple Watch als erstes Consumer-Gerät über ein zertifiziertes EKG verfügt und mit Redesign präsentiert wurde. Beim iPhone setzt sich der X-Formfaktor durch und auf Softwareseite wurden interessante Beispiele für AR und Machine Learning gezeigt, auf die die Geräte immer weiter optimiert werden. Diese Themen werden auch für Kitchen Stories perspektivisch spannend und daher freuen wir uns die neuen Geräte bald auch auszuprobieren.“

Ayk Odabasyan, Geschäftsführer von Appmatics:

„Apple hat die Produktlinien vom IPhone, der Apple Watch und den entsprechenden Betriebssystemen logisch fortgeführt. Ein klassisches „s“ Update bei dem die Spezifikationen ordentlich frisiert wurden, jedoch ohne nennenswerte Innovationen. Fraglich bleibt was sich die Kreativen bei den lustigen Namen der IPhones (XR, XS und XS Max) gedacht haben.“

Ben Jeger, Managing Director DACH & Nordics bei AppsFlyer:

„Die neuen iPhone-Modelle werden aufgrund ihrer Ausstattung und Preispunkte Auswirkungen auf den Mobile- und App-Markt haben. In unseren Reports zu Lifetime-Value von App-Nutzern klafft eh bereits eine große Lücke zwischen durchschnittlich bescheideneren Android- und solventeren iOS-Usern. Diese Schere wird sich mit den neuen Modellen weiter öffnen.“

Mustafa Mussa, Geschäftsführer von bam! interactive:

„Meiner Meinung nach konnte die Apple Watch Series 4 bei der Präsentation die neuen i Phones überstrahlen. Neben dem leicht veränderten Design (größeres Display, schlankeres Gehäuse…) bietet die Uhr auch neue Features. Nach der bereits bekannten Fitnessoffensive macht Apple einen weiteren Schritt in Richtung Health und will Leben retten. So zeigt das Display nicht nur den aktuellen Kalorienverbrauch an, die Uhr kann auch die Herzfunktionen überwachen und im Falle eines Sturzes nach kurzer Zeit automatisch den Notarzt rufen. Man darf gespannt sein, wie diese Entwicklung weitergeht.“

Panos Meyer, Geschäftsführer von Cellular:

Apple hat die Grenzen des machbaren erreicht und sprengt sie erneut!

War die Apple Keynote vor einigen Jahren noch ein absolutes Highlight und der wichtigste Termin der Branche, nimmt das Interesse jedes Jahr ein wenig ab. Die großen revolutionären Entwicklungen bleiben vermeintlich aus und so somit sinkt das Interesse. Und genau hier liegt ein großer Irrtum. Apple hat in der Keynote eindrucksvoll gezeigt, wie sie erneut Grenzen verschieben und Technologie auf eine neue Ebene heben.

Die 4. Generation der Apple Watch ist aus meiner Sicht ein Beweis für eine erneute Revolution, die für viele Laien nicht wirklich wahrnehmbar ist. Die Apple Watch mit der Möglichkeit Stürze zu erkennen und ein Elektrokardiogramm zu erstellen ist der Eintritt in einen unfassbar großen Healthcare Markt. Das Ganze mit der Freigabe durch die FDA (Food and Drug Administration) und in einem für Apple gewohnt unfassbar tollem Design. Jeder der gestern die Keynote geschaut hat, wird sicher direkt an Oma und Opa oder auch an die Eltern gedacht haben. Das Weihnachtsgeschenk für 2018 ist gesichert und die überteuerten Services von Hausnotrufzentralen der DRK oder der Maltester kann einpacken.

Die neuen Funktionen und Möglichkeiten der Kamera sind ebenfalls beeindruckend. Es fiel der Begriff der ‚computational photograpy‘, der Fotografie auch für Anfänger auf ein vergleichbares Niveau der Spiegelreflex Kameras bringt. Spricht der Profi von Blendenzahl, ist es für den Anwender am Ende des Tages nur ein Slide auf dem Foto und genauso entsteht die Magie von Apple Produkten. Billionen von Berechnungen hin oder her, die Championgsleague der User Experience und Kundenzentrierung ist an dieser Stelle erneut sehr deutlich.

All die neuen Funktionen und die Leistung der Hardware haben ihren Preis. Das Problem der Stromversorgung und der fehlenden Innovationssprünge in der Batterietechnik wurde gestern an einer Stelle sehr deutlich. Zeigte Apple früher gerne beindruckende Prozentzahlen bei der Energieeffizienz, ist man heute bei Verbesserungen, die im Minutenbereich angegeben werden. Das iPhone Xs hat 30 Minuten längere Nutzungszeit.

So sieht das neue iPhone Xs aus

Ein weiteres Problem ist die Möglichkeit der Unterscheidung der einzelnen Geräte. Iphone Xs, Iphone Xs max, Iphone x R, wer soll hier den Überblick behalten und selbst wenn man sich mit den technischen Details beschäftigt, fällt es einem zusehends schwer die Unterschiede zu erkennen. Auf der anderen Seite bedient Apple einen Massenmarkt und ist gut beraten ein breites Sortiment zu bieten. Das Pricing stützt die Strategie einen größeren Markt zu adressieren. Von 449 Dollar für das iPhone 7 bis zu 1149 Dollar für das iPhone x max, bietet Apple für jeden Geldbeutel eine Option.“

Dirk Hoerig, Gründer und CEO von commercetools:

„Die Vorstellung der neuen Apple Produkte war lange nicht nur für Technikfans einer der wichtigsten Termine im Jahr, hier wurden Innovationen geboren, Standards bei Smartphones, Tablets und Laptops gesetzt. Doch in den vergangenen Jahren wirkt es eher so, als würde sich Apple auf Evolution statt auf Revolution konzentrieren. Neue Produkte, ganz neue Produktkategorien zu etablieren und damit neue Märkte zu schaffen ist ein Risiko, das Mut erfordert. Genau dieser Mut hat Apple erfolgreich gemacht. Ich würde mich freuen, wenn Apple diesen Elan wiederentdeckt.“

Stefan Bielau, Managing Partner, Dynamo Partners

„Aus Entwicklersicht kann man sagen, dass Apple mit seinen drei neuen iPhone-Modellen zu den Android-Herstellern aufschließt. Und zwar in Bezug auf die Fragementierung bei Display-Größen und OS-Versionen, was die Komplexität bei der App-Entwicklung für iOS erhöht. Positiv zu bewerten ist, dass mit der Watch mittelfristig eine komplett neue Gerätklasse entsteht, für die es aus meiner Sicht absehbar eine eigene Entwicklungsumgebung bzw eigenes Ökosystem geben wird. Sprich, es wird Firmen geben, die sich hinsichtlich Produkten, Monetarisierung und Marketing ausschließlich auf die Watch fokussieren und Apps und Geschäftsmodelle dafür entwickeln.“

Danny von Holdt, Senior Product & Marketing Manager Mobile/App bei moebel.de:

„Mission Impossible? Nicht für Apple. Der Konzern beeindruckt seine Fans wieder einmal mit einem perfekt inszeniertem Event eines eindrucksvollen Marketingapparates. Die Evolution der Produkte geht weiter, die stille Revolution des Gesundheitsmarktes wird spätestens durch die neue Watch eingeleitet. Unabhängig was Apple bei dem Event zeigt glauben die Menschen, dass sie darauf gewartet haben.“

Nic Beraudo, MD EMEA, App Annie:

„This year’s conference focuses was on enabling the developer community to innovate and create. All three devices also come with a more powerful ‚A12 Bionic‘ processor which allows developers to build more sophisticated video games, augmented reality experiences and other apps with real-time features that couldn’t previously run on a mobile device. The growth of the app economy is steering the tech giant to focus on nurturing creativity within some of the fastest-growing sectors, focusing on gaming. The number of games that generated more than $5M in annual consumer spend increased from 600 in 2015 to 950 in 2017*.“

(*Google Play & iOS App Store Games categories combined; inclusive of app stores’ cut of consumer spend. Does not include advertising or eCommerce revenue. **China is iOS App Store only)

Raul Truckenbrodt, Geschäftsführer von Customlytics und Leiter unseres Seminars „Mit App Tracking und Analytics zu mehr Erfolg“:

„Same procedure as every year, Tim!

Es war wie immer ‚the best presentation Apple ever held‘. Schon wie in den Jahren zuvor sahen wir das ‚best iPhone ever‘ und eine ‚even better‘ Version der Apple Watch. Doch wie Innovativ ist Apple mit den diesjährigen Modellen? Ein EKG in der Apple Watch 4, eSIM im iPhone XS, Quick Type Suggestions, Real Time Suggestions in Maps, digitaler Bokeh Effekt, Animojis und viele weitere Selfie-Spielereien.

Sämtliche Neuheiten kann man in 3 Kategorien einordnen:

1. Sinnvolle Evolution

Das EKG ist eine gute Erweiterung der Health-Funktionalitäten auf der Apple Watch. Damit geht Apple einen weiteren Schritt bei der Platzierung der Apple Watch als Health-Tech Plattform. Die Dual SIM (eine physische SIM sowie eine eSIM) in den neuen iPhones ebnet den Weg von der klassischen SIM-Karte zur eSim. Ein reines eSIM Smartphone würde sich schlecht verkaufen bzw. kaum Akzeptanz am Markt finden aktuell. Außerdem hat Apple den Abschied vom Home Button eingeläutet indem sie keinerlei neuen Devices mehr mit Home Button vorgestellt haben.

2. Mit Google gleichziehen

Quick Type Suggestions, Real Time Suggestions in Maps, Fotosuche und digitaler Bokeh Effekt sind Innovationen die Google bereits letztes Jahr released hat. Apple schließt hier auf und das Übernehmen von sinnvollen Features ist auch nicht negativ einzuschätzen. So haben sich Apple und Google in den letzten Jahren gegenseitig befruchtet.

3. Lifestyle Features

Animojis, Kamera- & Selfie-Verbesserungen, das iPhone XR für schmalere Geldbörsen in vielen bunten Farben, erneute Umbenennung der Modellreihen von iPhone Plus zu iPhone Max sowie von iPhone X zu iPhone 10S

Sind die neuen Devices also kein ‚tremendous breakthrough‘? Hat Apple seine Innovationskraft verloren? Sollte der neue Emergency Call der Apple Watch betätigt werden?

So weit würde ich definitiv nicht gehen. Es handelt sich um ein klassisches Zwischen-Jahr in dem Apple die Innovationen des letzten Jahres (iPhone X, massive Veränderung des App Stores) festigt und glattzieht.

Das breitere iPhone Lineup mit verhältnismäßig ‚günstigen‘ Preisen wird Apple in diesem Jahr sehr gute Verkaufszahlen auch im traditionell von Android Devices besetzten oberen Mittelfeld bescheren und dem Konzern den Rückhalt geben im nächsten Jahr wieder die Branche aufzuwirbeln zu können.

Zusammengefasst in einem Satz:

Klassisches Zwischen-Jahr, nichts aufregendes, Features nachziehen die andere schon haben und ein paar sinnvolle Evolutionen.“

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