Google Pay ist in Deutschland gestartet – ja, und?

von Stephan Lamprecht am 27.Juni 2018 in Mobile Payment, News

Google Pay ist in Deutschland gestartet.

Gestern ist Google Pay in Deutschland an den Start gegangen. Und weil das Bezahlverfahren von Google ist und auch noch Apple Pay rechts überholt hat, sorgt das für ordentlich Schlagzeilen. Es stellt sich nur die Frage, warum?

Deutschland ist das 19. Land, in dem mit Google Pay gezahlt werden kann. Das funktioniert im stationären Handel per NFC sowie diversen Onlineshops. Und natürlich nur auf Android-Geräten, denn Apple hockt auf seinem NFC-Chip ja wie die Glucke auf den Eiern. Zum Start dabei sind Mastercard und Visa, die Commerzbank zusammen mit Comdirect sowie die Online-Banken N26 und Boon. Das ist jetzt mal gemessen an den Institutsgruppen allenfalls eine „kleine Besetzung“.

Deren Kunden könnten jetzt also im Laden mit dem Handy bezahlen, wenn sie denn wollten. Nur irgendwie wollen die Kunden nicht.

Während die Marktbereiche in anderen Instituten vielleicht die Möglichkeit eines Einstiegs prüfen, haben die Sparkassen schon mal verkündet, dass sie da nicht mitmachen.

Klar. Die S-Finanzgruppe zieht wieder ein eigenes Ding durch, weil der Kunde ja auch gern im Zweifel mit mehreren Apps auf seinem Smartphone hantiert. Ähnlich sieht es bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken aus, die in Kürze ihre Girocard mit einer eigenen App aufs Handy bringen wollen. Da scheint immer noch die Denke im Spiel, dass ein Konto wie eine Fußfessel funktioniert. Aber die Kundenzahl der Sparkassen hat eben Gewicht.

Die Begeisterung der Startteilnehmer von Google Pay jedenfalls kennt keine Grenzen. Im Redaktionspostfach gingen nahezu zeitgleich die obligatorischen Mitteilungen über das freudige Ereignis ein. Und durch nahezu alle Medien wird nun erneut das Ende des Bargelds eingeläutet. Zumindest sei es aber ein wichtiger Meilenstein auf dem steinigen Weg zum Durchbruch des mobilen Bezahlens.

Technikaffine Nutzer in Deutschland beklagen in Blogs und auf Twitter regelmäßig die technische Rückständigkeit Deutschlands in Sachen bargeldlosem Bezahlen. Und verweisen gern auf das Ausland.

Warum es mobiles Bezahlen hierzulande schwer hat und weiter haben dürfte, zeigt bereits ein Satz aus dem Bericht der Tagesschau:

„Was Google mit den Daten über mein Kaufverhalten und mein Zahlungsverhalten macht, bleibt die spannende Frage. Je mehr Google über mich weiß, desto zielgenauer kann ich angesprochen werden.“

So Professor Andreas Hackethal von der Frankfurter Goethe Universität.

Und ewig warnt der Datenschutz. Aber der ist nicht allein schuld. Wenn man mal die anfängliche Begeisterung für neue Technik beiseiteschiebt, stellt sich rasch die Frage nach dem Nutzen oder dem Mehrwert. Unser Gründer Florian Treiß fand das Bezahlen mit dem Smartphone schon einmal sehr praktisch:

„Für mich ist tatsächlich der größte Vorteil der: Wenn ich mal mein Portemonnaie vergessen haben sollte und das Handy dabei habe, kann ich damit bezahlen.“

Das ist es sicherlich auch, wenn man das große Glück hat, bei einem Händler einzukaufen, der bereits ein entsprechendes Terminal besitzt und auch noch Mitarbeiter, die das Thema beherrschen. Aber Florians Satz leitet zur großen Frage von Google Pay und auch Apple Pay über: dem „Reason Why“.

Bargeldlos und auch kontaktlos kann ich bereits mit meinen Karten zahlen. Und das Bezahlen steht am Ende der magischen „Customer Journey“ oder „User Experience“. Bevor ich bezahle, kaufe ich etwas ein, reserviere eine Kinokarte oder rufe mir ein Taxi. Bequem ist es, wenn ich dann aus einer solchen App auch gleich bezahlen kann. Und da taucht dann im Hintergrund immer ein Anbieter auf: Paypal. Den muss auch Google Pay erstmal schlagen.

Wenn es gelingt, Google Pay Mehrwerte auf den Weg zu geben, dann wird es seine Nutzer finden. Momentan ist es halt eine weitere Alternative zur Kreditkarte und der kontaktlosen Girocard.

Wie sagte Florian so richtig: „Also es wird noch Jahre dauern, bis es Mainstream wird.“

So isses. Und nicht anders.

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