Payment Service Directive 2 – müssen Verbraucher jetzt tatsächlich Angst haben?

von Stephan Lamprecht am 15.Januar 2018 in FinTech, News

Die PSD2 ermöglicht neue Wertschöpfungsketten. Panik ist aus Sicht der Verbraucher aber nicht angesagt.

Wenn der Boulevard sich einem erklärungswürdigen Objekt nähert, geht das leider häufig schief. So auch im Fall der „Überarbeitete Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD2)“. Hier wird mit der Angst der Verbraucher gespielt und es damit Fintechs schwer gemacht.

Unter der Überschrift „Amazon erhält tiefen Einblick in die privaten Finanzen der Kunden“ spielt die Berliner Morgenpost offenbar ganz bewusst mit der Sorge der Konsumenten.

Das rief Maik Klotz auf den Plan, der über seinen Twitter-Account versucht, die Dinge zurechtzurücken:

„Liebe @morgenpost,  Partei A (Anbieter, zB Amazon) muss haben wollen, Partei B (Kunde) muss geben wollen. Und ohne Mehrwert, wird B das nicht tun.  Bitte etwas mehr Verstand!“

Dem kann man nur zustimmen. Denn die neue EU-Richtlinie soll zwar den Wettbewerb in der Bankenwelt stärken, bedeutet jetzt aber nicht plötzlich die Aufhebung des Bankgeheimnisses gegenüber allen Unternehmen, mit denen die Kunden es zu tun haben.

Fakt ist: Die PSD2 hebelt das Informationsmonopol der Banken aus. Und das eröffnet eben auch die Möglichkeit, neue Services anzubieten. Denn die Kreditinstitute sind dann verpflichtet, die Kontoinformationen weiterzugeben. Das wird Fintechs beflügeln. Aber wie auch die Süddeutsche in ihrer Analyse schreibt: All das erfordert die Zustimmung der Kunden.

Wenn also jemand Angst haben sollte, dann am ehesten die Banken.

Mit der PSD2 haben wir uns an dieser Stelle schon einmal ausführlicher beschäftigt.


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