MWC 2016: Facebooks Mobile-Agenda, Virtual Reality und Künstliche Intelligenz.

von Gastautor am 24.Februar 2016 in Mobile Technology, News

MWC 2016Von Janis Zech

Ich fahre immer gern zum Mobile World Congress im sonnigen Barcelona. Wo sonst bekommt man einen Einblick in die Zukunft von Mobile, kann die neusten Geräte testen und mit den Besten der Branche networken – und das alles zur gleichen Zeit?

In diesem Jahr startet die GSMA, die Industrievereinigung der GSM-Mobilfunkanbieter, gleich mit einem ordentlichen Themenfeuerwerk. Hier seien nur drei der vielen spannenden Themen von der Centerstage/Hauptbühne genannt: Virtual Reality (VR) entwickelt sich schnell zur echten Realität, in Kürze wird das Thema förmlich explodieren. Das Internet of Things (IoT) definiert völlig neu, was wir unter Kommunikation über mobile Endgeräte verstehen, inklusive einiger ziemlich cooler Roboter. Und Facebook drängt mit einer starken Mobile-Agenda nach vorn.

Die Welt über Mobile verbinden

Mark Zuckerberg MWC 2016

Jessi Hempel im Gespräch mit Mark Zuckerberg

Die Keynote von Mark Zuckerberg war mit Sicherheit der mit am meisten Spannung erwartete Slot. Mindestens eine Stunde vor Beginn standen die Konferenzbesucher bereits Schlange. Belohnt wurde das zum Bersten gefüllte Auditorium mit einem sehr aufschlussreichen Interview zwischen Wired-Autorin Jessi Hempel und Facebook-CEO Mark Zuckerberg. Die drei spannendsten Punkt aus meiner Sicht:

Schnellerer und besserer Internetzugang für alle

Facebook hält weiter an der Vision eines schnellen und besseren Internetzugangs für alle fest. Das unterstreichen zwei Initiativen. Da wäre zunächst Internet.org, hier setzt Facebook weiterhin einen Fokus. Laut Zuckerberg testet das Unternehmen solarbetriebene Flugzeuge, die es Internet Service Providern erlauben, Menschen in Regionen mit noch nicht ausentwickelter Infrastruktur mit Internet zu versorgen.

Außerdem sprach der Facebook-Gründer über das neue Telecom Infra Project. Mit Partnern wie Nokia, Intel, Deutsche Telekom und SK Telecom will er eine offene Umgebung für die schnellere Entwicklung von mobilen Technologien wie 5G schaffen. Aber auch wenn es selbstlos scheint, es bleibt die Frage wie Facebooks Beteiligung an der Entwicklung und Bereitstellung mobiler Technologie-Standards dem User nutzen oder schaden wird. Diese Frage steckt teilweise auch hinter dem Widerstand gegen das Free-Basics-Projekt. Das hatte zum Ziel, in Indien einen freien mobilen Zugang zu bestimmten Webseiten zu ermöglichen. Zuckerberg bestätigte, dass das Projekt gestoppt wurde. Zugleich betonte er, dass dies nicht die Bemühungen des Unternehmens in anderen Ländern behindern würde. „Es zeigt lediglich, dass jedes Land verschieden ist“, so Zuckerberg.

Mobile trifft auf Virtual Reality

Facebook investierte Milliarden in Oculus Rift, man könnte also annehmen, dass Mark Zuckerberg sehr optimistisch ist, was diese Technologie angeht. Aber laut Zuckerberg steckt das Versprechen von Virtual Reality (VR) darin, Menschen zu verbinden und ihnen eine bessere Möglichkeit zu geben, sich mit Herzensdingen zu beschäftigen. Videos zu machen und über mobile Geräte zu teilen ist momentan der beliebteste Weg dafür – aber die Entwicklung ist längst nicht am Ende. Folgt man Zuckerberg, werden die Menschen in absehbarer Zukunft ihre volle 360-Grad-Erfahrung teilen – und das wird über Virtual Reality passieren.

Mobile treibt das Wachstum von VR noch weiter voran, genauso wie es auch das Wachstum von Video vorangebracht hat – aus dem Hintergrund heraus. Weil die User immer mehr Videos konsumierten, waren Netzwerke gezwungen die eigene Infrastruktur zu verbessern und so bessere Nutzererlebnisse beim Streaming, Downloading und Uploading zu ermöglichen. Das gleiche gilt in Zukunft für VR, und besonders Mobile Developer, die darauf warten, VR in ihre Spiele und Apps einzubeziehen, können sich darüber freuen.

Die Roadmap für 2016

Ein weiteres Zukunftsthema, das Facebook pusht, ist Künstliche Intelligenz (AI oder Artificial Intelligence). Das Unternehmen hat ein sehr starkes Interesse daran, AI-Programme zu entwickeln. Die sollten am besten direkt aus der Feder Facebooks kommen, sagt Zuckerberg und fordert sein Team zur Entwicklung eines Inhouse-Systems heraus.

Hier ein paar naheliegende Beispiele, bei denen sich AI auf bloße Wahnehmungsmuster herunterdampfen lässt: Einerseits wären da laut Zuckerberg Projekte zur Sprachübersetzung, andererseits selbstfahrende Autos und Programme, die beispielsweise Hautkrebs erkennen. Solche Mustererkennungen und Automationsanwendungen haben zusehends Bedeutung und erklären Facebooks Bemühungen in Sachen AI.

Janis ZechWir werden sehen, wie AI Einfluss auf unser tägliches Leben nehmen wird, ebenso auf die Werbe-und Entwicklerwelt. Unter dem Mikroskop einer riesigen Firma wie Facebook könnte das schneller eintreten, als wir es im Moment erwarten.

Über den Autor

Janis Zech ist Mitgründer und Chief Revenue Officer des Berliner AdTech-Unternehmens Fyber, das 2014 von der Digital-Agentur RNTS Media übernommen wurde. Lesen Sie auch unser Interview mit Janis Zech aus dem Herbst 2015. >>


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