Deutsche Telekom soll Einführung eines Adblockers planen.

von Fritz Ramisch am 02.Oktober 2015 in Mobile Advertising, Mobile Marketing, Netzbetreiber, News, Ökosysteme

shutterstock_186570449Wenn Provider zu Adblockern werden: Der karibische Mobilfunker Digicel will Smartphone-Werbung im eigenen Netz blockieren und Werbefirmen wie Google oder Yahoo zur Kasse bitten, wenn ihre Werbung angezeigt werden soll. Die Deutsche Telekom könnte dem Vorbild folgen und selbst bald Smartphone-Werbung aus dem eigenen Netz verbannen, berichtet das “Wall Street Journal” in Bezug auf anonyme Quellen. Das Unternehmen dementiert zwar geschäftliche Beziehungen mit dem Hersteller einer entsprechenden Software, lässt sich jedoch ein Hintertürchen offen. „Wir verfolgen alle Trends und Entwicklungen in der Branche, aber wir haben keinen festgelegten Plan in Bezug auf Werbeblocker“, zitiert golem.de einen Telekom-Sprecher. Mit Digicel gibt es bereits einen ersten Provider, der die Blockier-Technik des umstrittenen Startups Shine einsetzt. Der israelische Software-Hersteller wird u.a. von der Investment-Firma Horizon Ventures von Li Ka-shing finanziert, der Mehrheitsaktionär beim weltweit größten Mobilfunkkonzern Hutchison Whampoa ist. Die „Financial Times“ hatte im Mai mit einem Bericht über das Vorhaben mehrerer europäischer Mobilfunkanbieter, Mobilwerbung noch dieses Jahr aus dem eigenen mobilen Datennetz zu verbannen, für Hysterie in der Branche gesorgt. In Jamaika surfen laut heise.de bereits 2,2 Mio Mobilkunden von Digicel werbefrei. Kunden in anderen Ländern sollen folgen. Die Mobilfunkkunden können die Werbung dabei aber nicht wieder aktivieren. Hintergrund des Streits zwischen Mobilfunkanbietern und Internetkonzernen ist, dass Google und Co zwar das Netz und die Infrastruktur der Telkos nutzen, sich aber nicht am kostspieligen Netzausbau beteiligen wollen. Die Mobilfunkanbieter sehen darin eine Wettbewerbsverzerrung und fühlen sich benachteiligt. Nun schlägt das Imperium zurück. Am Ende dürfte die Werbeblockade wohl vor allem „die Kleinen“ treffen. Denn große Publisher und Werbekonzerne können sich entweder freikaufen oder bleiben von den Werbeblockern durch nativ eingebundene App-Werbung unberührt. Für die Werbeindustrie tut sich nun neben Adblockern wie dem Kölner Unternehmen Eyeo ein neues Feindbild auf: Die Mobilfunker. Der internationale Werbeverband IAB will nun selbst eine Technik entwickeln, die Adblocker erkennt und umgeht – quasi ein Adblocker-Blocker. (Beitragsbild: shutterstock.com)
wsj.comtheguardian.com, heise.de

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