App-Kritik: Dennis Just von Knip wird durch die komoot-App zum Kamikaze-Radler.

von Fritz Ramisch am 26.Oktober 2015 in App Business, App-Kritik, News

komoot app icon iosIn unserer Rubrik App-Kritik testen App-Macher andere Apps und schreiben dazu einen unterhaltsamen Erfahrungsbericht. Wer kritisieren kann, muss auch einstecken. Deshalb müssen unsere App-Kritiker ihre eigene App ebenfalls zur Kritik stellen. Dennis Just, CEO und Mitgründer der Versicherungs-App Knip, hat sich für uns vom Versicherungsdschungel in den Kamikaze-Modus begeben und den Wander- und Fahrradroutenplaner komoot getestet. Die App ist intuitiv, wer längere Fahrradtouren plant, läuft aufgrund des hohen Akku-Verbrauchs aber Gefahr nicht mehr nachhause zu kommen, findet Just.

Mehr Wege, mehr Gipfel, mehr Abenteuer oder “ab nach draußen” heißt es auf der Komoot-­Webseite, das mache ich mir für dieses Wochenende zum Motto. Mit der App von Komoot kann man sich eine Route zum Wandern, Bergsteigen oder Fahrradfahren zusammenstellen und sich per Sprachnavigation zum Ziel führen lassen. Ich lade die App also kostenlos herunter. Die Registrierung geht super schnell und ich kann auf die Karte meiner Umgebung zugreifen. Ich könnte weitere Karten hinzukaufen, aber ich will erstmal nicht übertreiben.

Mit diesem Drahtesel schaltet Dennis Just in den Kamikaze-Modus.

Mit diesem Drahtesel schaltet Dennis Just in den Kamikaze-Modus.

Der Weg ins Office ist keine Tour

Die App ist intuitiv, sodass ich sofort loslegen kann. Meine Tour soll mich erstmal an einem Arbeitssamstag von Zuhause ins Büro führen -­ klein anfangen. Meine Tour zu planen geht ganz schnell und einfach, aber leider kennt die App keine Wege abseits der normalen Straßen und ich hatte auf einen Offroad Ride gehofft. Ok, die App lässt sich nicht austricksen, ich soll ja auch eine echte Tour fahren und nicht nur den Weg zur Arbeit.

Tourplanung, jetzt aber richtig

Daher checke ich nun die Vorschläge in der App. Ich kann zunächst die Sportart auswählen. Bei mir soll es das Rad sein. Und hier kann ich sogar angeben, ob ich einfach nur Fahrrad, Fahrrad auf Schotter, Rennrad oder Mountainbike oder Mountainbike (Alpin) fahre. Der Fitnessgrad ist von untrainiert bis Profi skalierbar -­ ich schätze ein, dass ich “sehr gut in Form” bin. Die App soll dann eine Route berechnen, die zu meinem Fitnessstand und der von mir angegebenen Zeit passt. Die Route wird mir samt Höhendiagramm als GPS-­Track dargestellt, was ich sehr praktisch finde. Achtung: Diese App ist nichts für schwache Akkus. Länger als zwei, drei Stunden sollte man nicht für seinen Trip einplanen, sonst wird es eng mit der Stromversorgung. Für kleine Touren ist sie aber super geeignet.

App-Kritik-Komoot_1Kamikaze

Wenn ich mein Handy aus der Tasche nehme, sehe ich, ob ich schneller oder langsamer unterwegs bin, als vorher von der App geschätzt. Für mich natürlich ein extra Ansporn. Die App zeigt mir wahlweise an, wie viele Kilometer ich schon hinter mir habe oder wie viele es noch sind, sowie meine Durchschnittsgeschwindigkeit oder meine aktuelle Geschwindigkeit. Das macht Spaß und so schaue ich öfter auf mein Handy, obwohl ich das dank Sprachnavigation eigentlich nicht brauche. Am Ende habe ich mir den Titel Kamikaze wirklich verdient!

Empfehlungen und neue Sehenswürdigkeiten

Die App hat einen starken Community-­Aspekt und ist dafür gedacht, dass sich User gegenseitig die besten Touren empfehlen. Dafür kann man mit der App Fotos machen und diese zusammen mit einer Empfehlung posten. Bei mir in der Gegend scheinen noch nicht so viele Komooter unterwegs zu sein, ich sehe das als Auftrag!

Fazit
Die App ist übersichtlich, unkompliziert und für mich ein super Fahrradnavi. Die Auswahlmöglichkeiten könnten noch besser sein: Ich hätte mir eine Alternative für meine Route gewünscht. Aber ansonsten kann Komoot bei mir auf jeden Fall punkten. Karten in meiner Umgebung lassen sich gratis freischalten, andere einzelne Regionen sind ab 3,99 Euro zu haben und das Komplettpaket für Touren auf der ganzen Welt kostet 29,99 Euro.

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Knip_Dennis_JustDennis Just gründete 2013 zusammen mit Christina Kehl die Knip AG in Zürich. Seit Juli 2015 ist die Knip-­App auch in Deutschland verfügbar. Just ist ein Serial Entrepreneur. Mit 16 Jahren gründete er sein erstes Unternehmen im Bereich e-­Sports, entwickelte es zum größten deutschen Portal in diesem Bereich und verkaufte es drei Jahre später, kurz nach dem Abitur. Nach seinem Wirtschaftsingenieursstudium an der TU Berlin gründete Dennis ein Multishop-­Unternehmen, das er im Jahr 2011 nach rasantem Wachstum verkaufte. Als Head of Product von DeinDeal.ch ging Dennis nach Zürich und überführte die klassischen Couponingprozesse der Plattform in ein Inventory Business. Als Mitgründer und COO entwickelte er danach die Multibanking App Numbrs.


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