Apple plant offenbar eigenen Mobilfunkdienst.

von Fritz Ramisch am 04.August 2015 in Netzbetreiber, News, Ökosysteme

apple SIMErst gestern hat unser Autor Maik Klotz über die ungewisse Zukunft der Mobilfunkanbieter fabuliert und klassische Mobilfunker zu Technologie-Providern degradiert, da trudelt aus Sicht der Mobilfunkanbieter die nächste Hiobsbotschaft ein: Apple plant langfristig den Start eines eigenen virtuellen Mobilfunkanbieters. Einem Bericht von Business Insider zufolge soll Apple mit diversen Mobilfunkanbietern aus den USA und Europa nicht nur über die Einführung der sogenannten eSIM verhandeln, sondern auch über die Nutzung deren Mobilfunknetze. In den USA wird ein solcher Mobilfunkdienst intern angeblich bereits erprobt. Ob Apple aber tatsächlich in den Mobilfunkmarkt einsteigt und ob dieser auch in Europa starten wird, ist völlig offen. Unstrittig ist dagegen, dass Apple seine Ambitionen und Bemühungen in Sachen Mobilfunk in letzter Zeit deutlich erhöht hat.

Apple SIM

Apple SIM: Datentarif mit wenigen Klicks ändern.

Die Apple-SIM, die in Kombination mit den neuen iPad-Modellen seit Kurzem auch in Deutschland ausgeliefert wird, ist mittlerweile in 90 Ländern verfügbar. Apple arbeitet mit dem auf Auslandstarife ausgerichteten US-Mobilfunker GigfSky zusammen, der iPad-Nutzern vier verschiedene Datentarife zur Auswahl stellt. Die Preise haben es allerdings in sich und variieren je nach Reiseland: Wer in die Karibik düst, muss für magere 90 MB für 30 Tage 50 Euro hinblättern. In Deutschland, Italien, Spanien oder Portugal gibt’s für denselben Preis immerhin 3 GB Surfspaß. Die Grundidee der reprogrammierbaren SIM-Karte ist es, dass Nutzer ohne nervigen SIM-Kartenwechsel den Tarif oder Mobilfunkanbieter wechseln können. In den USA stößt die Apple-SIM bei den etablierten Mobilfunkern auf wenig Gegenliebe. Trotz der angekündigten Kooperation mit allen vier großen US-Mobilfunkern, versuchen diese die Bequemlichkeit der Nutzung durch Einschränkungen zu erschweren. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Apple-SIM schränkt die Nutzerbindung zu den Mobilfunkern massiv ein, das lukrative Geschäft mit Auslandstelefonie, SMS und mobilen Daten könnte dadurch langfristig wegbrechen. Umgekehrt ergeben sich durch das Internet der Dinge und Smart Home aber auch neue Erlösquellen. Bis iTalk – oder wie auch immer ein Mobilfunkdienst von Apple heißen mag – auf den Markt kommt, dürfte es Experten zufolge aber noch mindestens fünf Jahre dauern. Apple selbst hat bereits 2006 ein entsprechendes Mobilfunkpatent angemeldet. Ein Mobilfunkdienst à la Apple lässt aber bis heute auf sich warten. Google ist da schon etwas weiter: Der neue Handydienst „Project Fi“ bietet zwar den nahtlosen Wechsel zwischen Wlan und Mobilfunk an und setzt dabei auf öffentliche Hotspots und Mobilfunknetze von T-Mobile und Sprint. Roaming-Gebühren im Ausland fallen weg, preislich ist der Google-Mobilfunker zwar etwas günstiger als die US-Anbieter, der Dienst selbst ist aber derzeit nur für das Nexus 6 und in den USA verfügbar. Entwarnung für klassische Mobilfunkanbieter also? Wohl eher nicht.

– Anzeige – Banner Seminar Laurent Burdin
In nur 7 Stunden um die Welt!
 Beim mobilbranche.de-Seminar “Next Generation Mobile-Innovationen, sofort!” am 21. September 2015 in Berlin verrät Dozent Laurent Burdin aktuelle Best Practices für die Entwicklung von Innovationen aus den größten Digitalstädten der Welt. Jetzt anmelden und Frühbucherticket sichern!


Artikel teilen

Sichern Sie sich jetzt Ihren Wissensvorsprung in Mobile Marketing und Mobile Business und abonnieren Sie die Meldungen von mobilbranche.de ganz bequem per E-Mail. Unser Newsletter erscheint täglich um 13 Uhr und ist kostenlos.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.

Facebook Kommentare:

Kommentare