Microsoft schreibt Handygeschäft ab.

von Fritz Ramisch am 09.Juli 2015 in Geräte, News

Nokia-Lumia-820Teures Missverständnis: Der Einstieg in den Smartphone-Markt stand für Microsoft von Anfang an unter keinem guten Stern. Der Software-Konzern hatte das mobile Zeitalter völlig verpennt und dann viel zu spät die Mobil-Sparte des damals schon angeschlagenen Handy-Pioniers Nokia übernommen. Vor allem die 25.000 übernommenen Nokia-Mitarbeiter waren für Microsoft wie ein Klotz am Bein. Nach mehreren Entlassungswellen sind davon vermutlich nicht mal mehr die Hälfte übrig geblieben. Zuletzt wurde der ehemalige Nokia-Chef Stephen Elop abgesägt und die Mobil- mit der Windows-Sparte zusammengelegt. Nun zieht Microsoft Bilanz: Der Software-Riese zieht sich aus dem Smartphone-Geschäft weitestgehend zurück, kürzt abermals tausende Stellen und schreibt Milliarden ab.

Microsoft-Chef Satya Nadella kündigte am Mittwoch den Abbau von weiteren 7.800 Jobs an – vor allem in der Handysparte. Außerdem sei ein Teilrückzug aus dem Smartphone-Geschäft geplant. Künftig soll der Fokus auf dem mobilen Ökosystem und dem Cloud-Geschäft liegen. Das heißt im Klartext, dass Microsoft künftig statt einer Flut an Smartphones nur noch wenige Geräte unter eigener Flagge auf den Markt bringen will. Das Unternehmen will sich mehr auf Geschäftskunden, Windows-Fans und preisbewusste Kunden konzentrieren. Der Software-Konzern will nicht nur massenhaft Stellen kürzen, sondern im laufenden vierten Quartal des Geschäftsjahres auch das Handygeschäft mit 7,6 Mrd Dollar abschreiben. Microsoft hatte 2013 für den finnischen Handybauer mindestens 5,5 Mrd Dollar auf den Tisch gelegt und zuletzt mit Billig-Smartphones der Marke Lumia wieder mehr Geräte verkauft. Gegen Apple, Samsung und Co konnte Microsoft aber zu keiner Zeit anstinken.
handelsblatt.comnews.microsoft.com (E-Mail von Satya Nadella an die Mitarbeiter), mobilbranche.de (Hintergrund)

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