Mobile Advertising on the go – wie mobil ist mobile Werbung wirklich?

von Gastautor am 17.Juni 2015 in Mobile Advertising, News

shutterstock_186570449Publisher wie Agenturen kennen die Situation: sobald sich Smartphone- oder Tablet-Nutzer außerhalb einer stabilen WLAN-Verbindung befinden, lassen sich mobile Kampagnen – wenn überhaupt – nur unbefriedigend ausspielen. Während kleine Banner mit geringer Werbewirkung möglicherweise noch geladen werden können, reichen die übermittelten Daten für Videowerbung nicht mehr aus. Spätestens im EDGE Modus ist eine korrekte Aussteuerung nahezu unmöglich.
Im Normalfall werden die Kampagnen daher über WLAN-Targeting gebucht und ausgesteuert. So erklärt sich auch folgendes Phänomen: viele Apps, die im WLAN Kampagnen ausspielen, laufen unter 3G plötzlich werbefrei.

Quo vadis Netzabdeckung?

Wie sieht die Netzabdeckung in Deutschland für das mobile Internet aus? Zwar schreitet der LTE Ausbau hierzulande immer weiter voran, auf wirklich störungsfreien Empfang kann man jedoch nach wie vor nur in Ballungsbereichen hoffen. Wer viel im Fernverkehr unterwegs ist weiß, dass Verbindungsabbrüche und lange Ladezeiten unvermeidbar sind. Selbst innerstädtisch gibt es Bereiche, in denen Mobile Advertising aus oben beschriebenen Gründen an seine Grenzen stößt – beispielsweise in der U-Bahn. Der Worst Case hingegen tritt erst im Flugzeug auf: im Flugmodus können nur Werbemittel angezeigt werden, die bereits physisch auf dem Gerät liegen.

Unter diesen netztechnischen Gegebenheiten ist es fast unmöglich Werbung ortsunabhängig auszuspielen– nicht zuletzt aufgrund der Größe der zu übermittelnden Daten: ein Video Interstitial benötigt 10 MB um vollständig geladen zu werden. Der Nutzer, der diese Kampagne im Zug von Berlin nach Hamburg unter EDGE Verbindung (220kbit/s) laden möchte, bräuchte dafür circa 6 Minuten. Die Abbruchrate dürfte dementsprechend bei 100% liegen. Im LTE Netz würden nur 3-5 Sekunden verbraucht, ein unangenehmer Nebeneffekt bleibt allerdings: sobald eine Kampagne mobil ausgespielt wird, wird das Datenvolumen des Nutzers belastet.

So wird mobile Werbung mobil

Die einzige Möglichkeit, Werbung mobil auszuspielen ohne dass das Datenvolumen des Nutzers belastet oder eine stabile Internetverbindung benötigt wird, besteht darin die Werbemittel vom Ad Server direkt auf den Client zu laden.
Durch dieses so genannte Prefetching befinden sich die Werbemittel im Gerätespeicher des Clients und können selbst im Flugzeugmodus optimal dargestellt werden. Die Ausspielung erfolgt somit auch ohne Netzverbindung – ob gewollt im Flugmodus oder ungewollt im Funkloch. Außerdem wird das mobile Datenvolumen zu keinem Zeitpunkt beansprucht.
Technisch lässt sich dieses Verfahren über einen eigenen Adserver sowie das Backend umsetzen. Alle vom Nutzer übermittelten Parameter – beispielsweise die User ID, das Alter, Geschlecht oder demographische Informationen – sind im System vorhanden und werden abschließend miteinander verknüpft.
Tracking Pixel, um die Kampagnen-Performance auszuwerten können bereits bei geringer Netzverbindung unter 3G übertragen werden. Spätestens im WLAN übergibt der Client alle relevanten Parameter an die Tracking Server der Agenturen. (Beitragsbild: shutterstock.com)

Fazit daraus: Wer es als Publisher ermöglicht, die Werbung physisch auf dem Gerät vorliegen zu haben, kann eine störungsfreie Ausspielung auch ortsunabhängig garantieren. Nur so ist mobile Werbung wirklich mobil.

Mathias Hemmerling Dailyme TVÜber den Autor
Mathias Hemmerling verantwortet als Head of Sales die Vermarktung bzw. Vertriebssteuerung von dailyme TV. Hemmerling startete seine Karriere im Verkauf und leitete – nach Stationen bei eKomi und spendino – zuletzt den Sales Bereich der tape.media GmbH.


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