IBM und Apple wollen Gesundheitsdaten verkaufen.

von Fritz Ramisch am 14.April 2015 in App Business, Mobile Health, News

shutterstock_188507768 (1)Der Run auf die Gesundheitsdaten hat begonnen: IBM will im Gesundheitsmarkt mitmischen und gründet zu diesem Zweck eine neue Tochter-Firma mit Sitz in Boston. Rund 2.000 Mitarbeiter sollen u.a. daran arbeiten, den Datenschatz von Apples Gesundheitsprogramm HealthKit zu heben, die Daten auszuwerten und für Unternehmen nutzbar zu machen. Das Know-How dafür, hat sich IBM durch Übernahmen ins Haus geholt. So hat der Konzern die Analyse-Unternehmen Explorys und Phytel übernommen. Außerdem intensiviert IBM seine Kooperation mit Apple. Beide Unternehmen arbeiten seit 2014 bei der Entwicklung diverser Business-Apps zusammen. Zielgruppe des neuen Unternehmens sind neben Versicherungsunternehmen und Ärzten auch Gesundheits-Konzerne wie Johnson & Johnson, teilte IBM am Montag mit.

HealthKit als Steuerzentrale für Fitness und Gesundheit

Bildschirmfoto 2015-04-14 um 08.53.28Die Apple-Gesundheitsapp soll zur Zentrale für Gesundheit, Fitness und Medizin werden. Nutzer können mit den HealthKit-Apps beispielsweise ihre Herzfrequenz, verbrannte Kalorien, den Blutzucker und den Cholesterinwert messen. Laut Reuters wird HealthKit bereits bei 7 der 17 bestbewerteten US-Krankenhäusern eingesetzt. Die Gesundheits-App kommt etwa bei der Fernüberwachung des Blutdrucks zum Einsatz. Auch eine US-Versicherung setzt das Gesundheitsprogramm bereits zur Berechnung von Bonuszahlungen ein. Mit Hilfe der App HumanaVitality prüft die US-Versicherung Humana, ob sich Versicherte genug bewegen und belohnt „gesundes Verhalten“ mit Prämien.

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ResearchKit: Werkzeug für Massen-Erhebung von Gesundheitsdaten

ResearchKit AppleApple hat kürzlich auch eine Entwicklungsumgebung für Ärzte und Mediziner namens ResearchKit veröffentlicht. Mit Hilfe der Open-Source-Software sollen Forscher-Apps zum Messen von Gesundheitsdaten entwickelt werden können. Mit der Initiative will Apple die Forschung mit Hilfe seiner Geräte vorantreiben. So können Entwickler die verschiedenen Sensoren der Apple-Geräte nutzen, um etwa Massenuntersuchungen und Studien über Krankheiten wie Asthma, Brustkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Parkinson durchzuführen.

Trotz Kritik: Jeder dritte Deutsche kann sich vorstellen, Gesundheitsdaten zu teilen. 

Experten schätzen Apples Gesundheits-App als wegweisende Innovation für die Gesundheitsbranche ein. „Dadurch wird die Entwicklung einer Digitalstrategie für viele Unternehmen im Gesundheitsmarkt unerlässlich“, so Michael Mücke, Managing Partner bei Mücke, Sturm & Company. Kritiker und Datenschützer warnen davor, durch Technologien erhobene Daten allzu blind zu vertrauen. Noch seien die Messergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Auch der Datenschutz sei fraglich. Außerdem werde jeder Entscheidung ein Preisschild angehängt, befürchtet Sascha Lobo. Das führe zu einer neuen Verhaltensökonomie der Vernetzung. Doch der Club der Selbstvermesser dürfte durch das steigende Angebot an Fitness- und Gesundheits-Apps und Wearables wie Fitness-Tracker auch hierzulande zusehends größer werden. Einer Studie des Marktforschungsunternehmens YouGov zufolge, kann sich jeder dritte Deutsche (32 Prozent) grundsätzlich vorstellen, gesundheits- und fitnessbezogene Daten zu messen und mit der Krankenversicherung zu teilen. Im Gegenzug erwarten die Befragten aber Vorteile wie Prämien oder Beitragskürzungen. Der Nutzwert der eigenen Daten wird so langsam selbst den Nutzern klar. (Beitragsbild: shutterstock.com)
spiegel.de, reuters.com 


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