AOK Nordost will Gesundheits-App mit Prämienprogramm starten.

von Fritz Ramisch am 27.April 2015 in Mobile Health, News

shutterstock_234499477Selbstvermessung per App: Die AOK Nordost will voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr eine eigene Gesundheits-App starten. Vorausgegangen ist ein mehrjähriger Pilottest mit dem Anbieter der Gesundheits- und Fitness-App Dacadoo. In dessen Rahmen erhalten Versicherte kostenlosen Zugang zu Dacadoo und können sich über die Plattform aus einer Vielzahl von Messwerten ihren persönlichen Gesundheitsindex errechnen lassen. Die AOK erhält anonymisierte Informationen „über die Veränderung des Gesundheitsindexes einer ganzen Versichertengruppe hinweg“. Der Test stößt bislang allerdings auf wenig Resonanz. Nur knapp 800 Versicherte nutzen die App, die Bewegungen, Ernährung sowie Blutdruck- und Cholesterinwerte misst und speichert. Die AOK will trotz der verhaltenen Nachfrage zusammen mit Dacadoo nun eine eigene App mit ähnlichem Funktionsumfang entwickeln, so ein Sprecher auf Nachfrage von mobilbranche.de. Das Präventionsangebot „AOK mobil vital“ soll außerdem in das eigene Prämienprogramm integriert werden. „Die freiwillige Teilnahme an AOK mobil vital wird keine Auswirkungen auf die Höhe des Beitragssatzes der AOK Nordost für unsere Mitglieder haben“, betont das Unternehmen. Nutzer sollen über das mobile Präventionsprogramm u.a. Nachweise für ärztliche Vorsorgeuntersuchungen oder die Teilnahmebestätigung für einen Fitnessstudiokurs hinterlegen können. Ziel des Programms ist es, durch die Kombination aus mobilen Technologien, Gamification-Ansatz und Gruppendynamiken aus sozialen Netzwerken „Verhaltensveränderungen leichter zu ermöglichen“.

Versicherungen entdecken mobile Potenziale

Die Generali Versicherung hat im November 2014 mit der Ankündigung eines App-basierten Prämienprogramms für Schlagzeilen gesorgt. Die Generali will als einer der ersten großen Versicherer in Europa Fitness- und Gesundheitsdaten seiner Kunden sammeln und als Grundlage für sein Belohnungssystem nutzen. Dazu will die Versicherung mit dem südafrikanischen Versicherer Discovery kooperieren. Der hat ein eigenes Gesundheitsprogramm namens Vitality entwickelt. Via Smartphone-App sollen Kunden regelmäßig Daten über ihre Ernährung und Lebensführung übermitteln. Die App misst u.a. sportliche Aktivitäten, zählt Schritte oder dokumentiert Vorsorgetermine. Anhand dieser Daten sollen “gesündere Kunden” erkannt und mit Gutscheinen etwa für’s Fitnessstudio belohnt werden.

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat Anfang des Jahres ebenfalls ein System zur mobilen Erfassung von Vitaldaten gestartet – allerdings für Diabetiker. Die können ihre Blutzuckerwerte über ein Bluetooth-fähiges Messgerät erfassen und kontaktlos in ein App-basiertes Diabetes-Tagebuch übertragen. Über eine Bluetooth-Schnittstelle können die Blutwerte direkt vom Messgerät auf die App TK-DiabetesTagebuch übertragen werden. Die App ist seit Februar für iOS– und Android-Geräte verfügbar und ermöglicht es Diabetikern, Blutwerte automatisch zu synchronisieren, PDF-Auswertungen via E-Mail zu verschicken und sich Diagramme und Auswertungen auf Mobilgeräten anzuschauen.(Beitragsbild: shuttertsock.com)

Trotz Kritik: Jeder dritte Deutsche kann sich vorstellen, Gesundheitsdaten zu teilen. 

Kritiker und Datenschützer warnen davor, durch Apps erhobenen Daten allzu blind zu vertrauen. Noch seien die Messergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Auch der Datenschutz sei fraglich. Außerdem werde jeder Entscheidung ein Preisschild angehängt, befürchtet Sascha Lobo. Doch der Club der sogenannten Selbstvermesser und Befürworter App-basierter Versicherungsangebote wächst. Einer Studie des Marktforschungsunternehmens YouGov zufolge, kann sich jeder dritte Deutsche (32 Prozent) grundsätzlich vorstellen, gesundheits- und fitnessbezogene Daten zu messen und mit der Krankenversicherung zu teilen. Im Gegenzug erwarten die Befragten aber Vorteile wie Prämien oder Beitragskürzungen. (Beitragsbild: shutterstock.com)

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