App Economy in Deutschland und Europa.

von Fritz Ramisch am 24.Februar 2015 in App Business, Mobile Technology, News, Ökosysteme, Studien

shutterstock_111641345Apps als Wirtschaftsmotor: Millionen Apps tummeln sich in den App-Stores. Hunderttausende App-Entwickler sorgen für immer neuen Nachschub. Längst hat sich rund um die Mini-Programme ein Milliardenmarkt entwickelt, der allein in Europa bis zu 2 Mio Arbeitsplätze bieten soll. Einer Studie von Vision Mobile zum europäischen App-Markt zufolge sind rund zwei Drittel aller App-Entwickler in Europa vollzeitbeschäftigt – egal, ob als Freelancer oder Angestellter. In Deutschland gibt es demnach rund 280.000 Arbeitsplätze im App-Umfeld – das sind gerade einmal 0,7 Prozent aller Arbeitsplätze. Zum Vergleich: In Großbritannien liegt der Anteil der App-Jobs bei 1,1 Prozent, in Israel sogar bei 3,4 Prozent. Die meisten europäischen Developer entwickeln für iOS (40 Prozent EU/ 42 Prozent DE) oder für Android (33 Prozent EU/ 28 Prozent DE). Ein Blick auf die Erlösmodelle zeigt, dass 38 Prozent der europäischen Entwickler nicht direkt von den App-Erlösen, sondern von Auftragsarbeiten leben. 34 Prozent monetarisieren ihre Apps über Werbung, 24 Prozent über bezahlte Downloads und nur 17 Prozent über Abo-Modelle. In Deutschland ist die Verteilung etwas anders: Hier liegen bei den Erlösmodellen Werbung und bezahlte Downloads vor den Auftragsarbeiten. Weltweit liegt die Zahl der Auftragsentwickler bei gerade einmal 27 Prozent. Die Mehrheit lebt von Werbeerlösen und bezahlten Downloads. 51,4 Prozent der App-Entwickler in Europa verdient über 500 Dollar monatlich mit den eigenen Apps, weltweit sind es 48,7 Prozent.

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Der deutsche App-Markt 2014

AppAnnie Umsatz App-Stores auf MonatsbasisDem Analyseunternehmen AppAnnie zufolge haben die App-Erlöse im Google Play Store im vergangenen Jahr erstmals die des Apple App Stores überholt. Während der Umsatz mit iOS-Apps um 30 Prozent gestiegen ist, hat sich der App-Umsatz bei Google Play sogar um 150 Prozent erhöht. Über den Play Store wurden 2014 zudem doppelt so viele Apps heruntergeladen wie ein Jahr zuvor. Umsatztreiber im Play Store sind – Überraschung – Spiele-Apps mit einem Umsatzanteil von 85 Prozent. Bei iOS ist der Umsatz mit anderen Apps, vor allem in den Bereichen Nachrichten, Soziale Netzwerke und Navigation, deutlich höher. Als vorteilhaft hat sich auch die Direktabrechnung über die Mobilfunkanbieter erwiesen. Google Play bietet seinen App-Käufern eine direkte Abrechnung über den Mobilfunkanbieter an (T-Mobile, o2 und E-Plus), was offenbar besonders bei jungen Nutzern die Kaufbereitschaft erhöht.

AppAnnie App-Umsätze Vergleich DE und GBAppAnnie Umsätze App Stores

Wachstumsprognosen für den App-Markt in Deutschland

AppAnnie WachstumsprognoseFür die kommenden Jahre geht AppAnnie davon aus, dass sowohl die App-Umsätze auf beiden Plattformen weiter steigen werden. Dabei wird iOS in Zukunft vor allem für App-Entwickler mit Inhalten für den deutschsprachigen Markt an Relevanz gewinnen. Durch die steigende Bedeutung von Android wird auf kurz oder lang auch für Publisher kein Weg an einer „Cross-Store-Strategie“ vorbeiführen, prognostiziert AppAnnie. (Beitragsbild: shutterstock.com)

App-Stores am Ende?

AppAnnie App-Umsätze nach App-RankDoch angesichts der App-Flut gibt es längst Zweifel daran, ob App-Stores, wie wir sie heute kennen, langfristig Bestand haben. „In zehn Jahren ist der Zugang zur Information und zu Content so vielfältig, dass es andere Ordnungsstrukturen braucht und auf jeden Fall geben wird“, sagte Caroline Seifert von der Deutschen Telekom schon vergangenes Jahr in einem Interview mit mobilbranche.de. Ähnlich sieht das auch Christian Hentschel vom Analyseunternehmen adjust: „Es gibt keinen Zweifel, dass der deutsche Mobile-Markt unglaublich schnell wächst. Wenn sich dieser Trend fortsetzt – und derzeit sieht es stark danach aus – kann zum Jahresende weniger als ein Zehntel der deutschen Apps noch Nutzer über die App-Stores gewinnen. Das werden genau die Apps sein, die bereits eine erhebliche Zugkraft haben. Der App-Store als Quelle organischer Nutzer hat nur eine begrenzte Leistungsfähigkeit. Wenn diese erreicht ist, ist der App-Store am Ende.“

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