Apps für alle Plattformen: Blackberry fordert Netzneutralität für Apps.

von Fritz Ramisch am 22.Januar 2015 in App Business, News

John Chen BlackberryUnd bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt: Der Chef des kriselnden Smartphone-Herstellers Blackberry weiß, wie er sein Unternehmen in den Schlagzeilen hält. Das ist aber bei weitem nicht das einzige Talent von John Chen. Er hat offenbar auch einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn: In einem Brief an Abgeordnete des US-Kongresses fordert der Spitzenmanager PR-wirksam das Ende der App-Diskriminierung. Er will App-Entwickler dazu verpflichten, ihre Apps auch für Betriebssysteme mit geringem Marktanteil zur Verfügung zu stellen. Was im ersten Moment witzig klingen mag, ist äußerst ernst. Anbieter wie Blackberry oder Microsoft stehen vor dem Problem, dass viele Apps gar nicht für ihr Betriebssystem angeboten werden. Da Apple und Google mit Abstand die größte mobile Nutzerschaft und damit auch ein viel größeres App-Angebot als Blackberry haben, entsteht ein Zwei-Klassen-System, kritisiert John Chen. Der Blackberry-Chef ist der Ansicht, dass die Debatte um Netzneutralität auch das Thema Apps betrifft. Deshalb müsse es App-Anbietern per Gesetz verboten werden, „auf Basis des Betriebssystems die Nutzer zu diskriminieren“. Kritik äußert Chen auch an Apple. Während Blackberry iPhone-Nutzern Zugriff auf den eigenen Chat-Dienst Blackberry Messenger gewährt, unterstützt Apples Chat-App iMessage weder Blackberry noch Android.

Für viele Nutzer ist das App-Angebot in der Tat ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Smartphones. Im Google Play Store gibt es mittlerweile über 1,43 Mio Apps, bei Apple sind es 1,21 Mio, im Amazon Appstore immerhin rund 293.000 Apps. Microsoft unternimmt große Mühen, um seinen Windows Phone Store konkurrenzfähig zu machen. Mittlerweile bietet Microsoft über 340.000 Apps (Stand September 2014) an. Für viele Entwickler ist der Aufwand, ihre Apps für alle Plattformen zur Verfügung zu stellen, schlicht zu groß. Der App Store von Blackberry bietet eine Auswahl von gerade einmal 120.000 Apps (Stand 2013).
handelsblatt.com, heise.de


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