Interview mit Julia Wegeler von n-tv über Journalismus und Werbung auf der Smartwatch.

von Fritz Ramisch am 28.November 2014 in Interviews, Mobile Marketing, News, Ökosysteme, Wearables

Julia Wegeler„Gerade die Smartwatch ist prädestiniert für unsere Breaking News“, sagt Julia Wegeler von n-tv im mobilbranche.de-Interview. Wegeler ist seit 2010 in verschiedenen Funktionen für n-tv tätig und war maßgeblich an der Entwicklung der n-tv-App für die Samsung-Smartwatch Galaxy Gear beteiligt. Als Leiterin Produktmanagement und stellvertretende Leiterin Neue Medien kümmert sich Wegeler seit Oktober 2014 um die Koordination der digitalen Produkte des Nachrichtensenders. n-tv war einer der ersten TV-Sender im deutschsprachigen Raum, der eine Smartwatch-App auf den Markt gebracht hat. Im Juli startete der Sender gemeinsam mit RTL-Vermarkter IP Deutschland zudem die erste Werbekampagne mit BMW in der eigenen Smartwatch-App. Mittlerweile wollen auch VW und andere Werbepartner Werbung am Handgelenk schalten. n-tv will gemeinsam mit dem Werbevermarkter IP-Deutschland im 1. Quartal des kommenden Jahres eine „SIM-betriebene Lösung, bei der die Werbekundenseite nicht mehr auf dem Smartphone geöffnet wird, sondern in der Uhr selbst“ starten, verrät Julia Wegeler. Die 28-Jährige wird im Rahmen der Mobile Media Days am 3. Dezember in Würzburg Einblicke in das Smartwatch-Projekt von n-tv geben. Wir haben Julia Wegeler im Vorfeld der Veranstaltung zu den Erfahrungen mit Smartwatch-Journalismus und Werbung am Handgelenk befragt.

mobilbranche.de: n-tv war einer der ersten TV-Sender, der eine App für Smartwatch und das Connected Drive System von BMW entwickelt hat. Was macht das Handgelenk beziehungsweise das vernetzte Auto so attraktiv für n-tv?

Julia Wegeler: n-tv ist immer daran interessiert, als First Mover auf neuen Plattformen vertreten zu sein und dadurch zu einem „Must-have“ zu werden. Zudem sammeln wir dabei Erfahrungen und können unsere Angebote anhand des Nutzerfeedbacks weiter optimieren. Gerade die Smartwatch ist prädestiniert für unsere Breaking News. Unser Car-Entertainment-Angebot ist wiederum ein Versuch zu erforschen, wie Nachrichtenkommunikation im Auto jenseits des Radios funktionieren kann.

LG-G-Watch-mit-Android-Wear-Testmobilbranche.de: Wie sind die ersten Erfahrungen? Was funktioniert und was eher nicht?

Julia Wegeler: Wir befinden uns hier noch in der Phase des Ausprobierens, sind aber generell mit der Performance zufrieden. Das heißt, wir entwickeln unsere Angebote kontinuierlich anhand des Nutzerfeedbacks weiter. Erst kürzlich haben wir unser Layout noch einmal komplett angepasst, da die Geräte nun auch die Darstellung von Bildern ermöglichen. Außerdem experimentieren wir auch jetzt schon mit Werbeformen.

mobilbranche.de: Mit welchen Werbeformen und für welche Geräte denn genau?

Julia Wegeler: Aktuell kann ein Start-Interstitial gebucht werden, das beim Öffnen der App sowie vor den Breaking News und Top-Nachrichten des Tages auf der Smartwatch erscheint. Durch eine kurze Berührung des Werbemittels öffnet sich die mobile Landingpage des Werbekunden auf dem verbundenen Smartphone oder Tablet. Das Start-Interstitial ist derzeit umsetzbar auf der Samsung Gear 2. Unser Vermarkter IP Deutschland befindet sich in der Entwicklung weiterer Werbeformen für die neuen Gear-Modelle.

mobilbranche.de: „Derzeit herrscht bei den Content-Anbietern eine Stimmung zwischen Skepsis und Goldgräberstimmung. Passend dazu konkurrieren bei ersten Angeboten zwei altbekannte Ansätze: ‚Viel hilft viel‘ und ‚Weniger ist mehr'“. So hat der Journalist Jürgen Vielmeier kürzlich beschrieben, wie Medienunternehmen mit neuen Geräten experimentieren. Welche Chancen ergeben sich für Medien denn durch Wearables und Connected Devices, die sich aus der Smartphone- und Tabletnutzung nicht bereits ergeben?

Julia Wegeler: Für uns sind Wearables ein weiterer Weg, um auf Breaking News aufmerksam zu machen. Die Nutzer sollen sicher sein, dass sie unterwegs auch ohne Smartphone sehr schnell informiert werden, wenn etwas passiert. Wearables können aber natürlich kein Ersatz für die gesamte Nachrichtenrezeption darstellen.

mobilbranche.de: Durch „Smartwatch-Journalismus“ könnten viele Medienhäuser auch schnellen und personalisierten Zugang zu Nutzern erhalten. Was bedeutet das für die Werbevermarktung?

Julia Wegeler: Dazu kann man derzeit noch keine verbindlichen Aussagen treffen. Zunächst muss sich zeigen, wie die Nutzer die Smartwatches annehmen. Ideen gibt es aber natürlich bereits viele.

mobilbranche.de: n-tv hat im Juli ja die erste Smartwatch-Werbekampagne gestartet. Konnten Sie neben BMW weitere Unternehmen für dieses Werbeform gewinnen? Falls ja, welche?

Julia Wegeler: Die Werbekunden sind daran interessiert, ebenfalls als First Mover dabei zu sein und wir bieten ihnen die richtige Plattform. Direkt nach BMW hat VW gebucht und wir haben bereits weitere Interessenten, die via n-tv auf der Gear werben wollen. Die Klickzahlen sind sehr erfreulich. Nun müssen wir schauen, dass wir auch für Smartwatches eine mit eigener SIM-betriebene Lösung finden, bei der die Werbekundenseite nicht mehr auf dem Smartphone geöffnet wird, sondern in der Uhr selbst.

mobilbranche.de: Wie weit ist die Entwicklung einer solchen SIM-betriebenen Lösung bereits vorangeschritten und wann ist mit marktfähigen Resultaten zu rechnen?

Julia Wegeler: Wir rechnen im ersten Quartal des kommenden Jahres mit einer Werbeformlösung.

mobilbranche.de: Was sind Ihrer Meinung nach die heißesten Zukunftstrends für Medienhäuser?

Julia Wegeler: Qualitätsinhalte und hochwertiges Bewegtbild werden zukünftig immer wichtiger werden – egal auf welcher Plattform.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview.


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