Millionen für adsquare. CEO Tom Laband: „Das Beste liegt noch vor uns.“

von Fritz Ramisch am 28.Oktober 2014 in Interviews, Mobile Advertising, News

adsquare-CEO Tom Labandadsquare hat sich eine Kapitalspritze in Millionenhöhe gesichert. In einer Serie-A-Finanzierungsrunde investiert die Venture-Capital-Gesellschaft Target Partners gemeinsam mit Altinvestoren 3,4 Mio in das Berliner Mobile-Targeting-Startup. Das frische Geld soll in die Internationalisierung, die Produktinnovation und neues Personal investiert werden. „Aktuell planen wir acht Neueinstellungen in den Bereichen Data Science, Partner Management, Sales und IT“, so adsquare-CEO Tom Laband gegenüber mobilbranche.de. Das Ende 2012 gegründete AdTech-Startup adsquare hat es sich zur Aufgabe gemacht, digitale Werbung in einen lokalen Kontext zu bringen. adsquare will mit dem eigenen Ansatz „die Lücke schließen, die aufgrund der mangelnden Anwendbarkeit von Cookie-basierten Targetingmodellen in der Mobile Welt entstanden ist“, erklärt Tom Laband. Damit will adsquare sogar noch einen Schritt weiter gehen als es Online-Werbung aktuell kann. Dazu analysiert adsquare „Milliarden Datenpunkten in Echtzeit“, darunter auch den Aufenthaltsort des Nutzers. So können bei Großveranstaltungen wie der Fußball-WM Fans während des Public-Viewings etwa mit geografisch und thematisch gezielter Smartphone-Werbung angesprochen werden. Wir haben anlässlich der Finanzierung mit adsquare-CEO Tom Laband über den anhaltenden AdTech-Boom in Berlin, einen möglichen Exit, Wachstumspläne sowie Trends und Herausforderungen für die Branche gesprochen.

mobilbranche.de: Die AdTech-Branche in Berlin boomt ja. So gab es innerhalb der letzten Monate einige Millionenexits. Was wäre denn die Schmerzgrenze für eine Übernahme von adsquare – oder kommt das überhaupt nicht in Frage?

Tom Laband: Tatsächlich ist in den vergangenen Jahren im Mobile Advertising Business einiges passiert. Zu den etablierten Mobile Vermarktern sind technologiefokussierte Unternehmen hinzu gekommen. Speziell in Berlin hat sich ein eigenes Ad Tech Cluster gebildet. Kurze Distanzen, branchenspezifische Events und mehr Austausch untereinander haben Innovationen speziell in diesem Bereich beschleunigt. Durch die aktuellen Meldungen über Fyber, adjust, Remerge und adsquare wird dieses Cluster nun auch international wahrgenommen.

Natürlich ist auch für adsquare als VC-finanziertes Unternehmen ein Exit zu einem bestimmten Zeitpunkt ein mögliches Szenario. Daran denken wir aktuell jedoch nicht. Die Series-A Finanzierung mit Target Partners ist gerade erst abgeschlossen, der Markt für Data-Driven Advertising wächst rasant und das Beste liegt noch vor uns.

mobilbranche.de: Wie wollt ihr das frische Kapital konkret verwenden?

Tom Laband: Dank unserer Partnerschaften mit großen RTA-Plattformen wie AppNexus stehen unsere Audiences Werbetreibenden und Agenturen heute schon global zur Verfügung. Das neue Kapital soll die Internationalisierung vorantreiben, das Wachstum beschleunigen und weitere Produktinnovationen ermöglichen. Natürlich benötigen wir hierzu auch in allen Bereichen weitere Experten. Aktuell planen wir acht Neueinstellungen in den Bereichen Data Science, Partner Management, Sales und IT. Für unser Londoner Office suchen wir zudem einen Country Manager, der unsere Kunden in UK betreut.

mobilbranche.de: adsquare ist jetzt knapp zwei Jahre am Markt. Zeit für ein kleines Zwischenfazit. Konntet ihr in dieser Zeit die Ziele erreichen und was sind die nächsten Meilensteine auf der Agenda?

Tom Laband: adsquare ist in sehr kurzer Zeit zu einem am Markt etablierten Unternehmen herangewachsen. Wir besetzen konsequent ein Thema, nämlich Daten für Mobile Audience Targeting. Wir verkaufen keine Media und sind ein unabhängiger Partner für Advertiser und Publisher sowie Plattformen, die Angebot und Nachfrage programmatisch und in Echtzeit zusammen bringen. Neben der Entwicklung unserer Plattform und dem Markteintritt, stand für uns vor allem der nachhaltige Aufbau eines starken Teams im Zentrum. Da ich erst im August operativ zum Unternehmen dazu gestoßen bin, gebührt hier insbesondere Sebastian Doerfel und Fritz Richter ein großes Lob. Jetzt gilt es, möglichst schnell zu skalieren und in den kommenden Jahren auch über Deutschland hinaus zu einem Global Category Leader zu werden.

mobilbranche.de: Daniel Rieber hat in einem Gastbeitrag vor gut einem Jahr der Branche einige Hausaufgaben erteilt. Die da lauteten u.a. „Mobile nahtlos in den Medienmix integrieren und etablierte Prozesse und Kennzahlen aus der klassischen Werbewelt adaptieren und anpassen“. Hat die Branche die Hausaufgaben zufriedenstellend erledigt oder ist die Versetzung in die nächste Klasse noch immer gefährdet?

Tom Laband: Der von Daniel aufgeführte Kritikpunkt, dass im mobilen Bereich bisher nur begrenzt Targetingmöglichkeiten zur Verfügung standen, ist einer der Gründe für den Erfolg von adsquare in diesem Jahr. Mit unserem Ansatz schließen wir die Lücke, die aufgrund der mangelnden Anwendbarkeit von Cookie-basierten Targetingmodellen in der Mobile Welt entstanden ist und gehen sogar noch einen Schritt weiter, als es Online-Werbung aktuell kann. Dies erkennen auch immer häufiger Advertiser, für die sich spannende neue Kampagnensetups realisieren lassen. Ich bin zuversichtlich, dass dies einen wertvollen Beitrag leistet, um die prognostizierten Wachstumszahlen in unserem Markt auch tatsächlich zu erreichen.

So sind laut Nielsen in Deutschland die Mobile-Budgets dieses Jahr um 70 % gestiegen. In UK geht eMarketer davon aus, dass die Mobile Budgets dort dieses Jahr die 2 Milliarden Pfund Grenze überschreiten werden.

mobilbranche.de: Was sind die größten Trends in Sachen Mobile Werbung/Marketing/Targeting für das nächste Jahr?

Tom Laband: Aus unserer Perspektive stehen für die Branche im kommenden Jahr vor allem drei Themen auf der Agenda: Programmatic, Data und Cross Device Targeting. Agenturen und Werbetreibende werden verstärkt auf Trading Desks setzen, die mit Hilfe aussagekräftiger Daten-Kampagnen in Echtzeit und programmatisch an ihre Zielgruppe aussteuern. Ein kanalübergreifendes Cross Device Targeting ermöglicht Advertisern darüberhinaus eine neue Art des Storytellings, indem die Werbebotschaft dem Gerät angepasst, weitererzählt und mit einem Frequency Cap ausgesteuert werden kann.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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