Sechs Trends für eine Mobilstrategie im Jahr 2014.

von Gastautor am 11.September 2014 in Mobile Commerce, Trends & Analysen

Mobile_shutterstock_157266884Das Smartphone ist in kürzester Zeit zum wichtigsten Begleiter des privaten und beruflichen Alltags geworden. Nach einer aktuellen Studie des Branchenverbandes BITKOM verwenden bereits 55 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren zumindest gelegentlich ein solches Gerät, das dem klassischen Handy immer mehr den Rang abläuft. Vor einem Jahr waren es erst 41 Prozent. Besonders beliebt sind Smartphones bei Jugendlichen: 84 Prozent der 12- bis 13-Jährigen besitzen eines, bei den 16- bis 18-Jährigen sind es sogar 88 Prozent. Junge Menschen verbringen im Schnitt rund drei Stunden am Tag damit, fast zwei Drittel aller Besitzer (61 Prozent) erklären, „gar nicht“ auf das Gerät verzichten zu können. Bei den Jüngeren unter 30 Jahren glauben dies bereits 74 Prozent.

Damit sind Smartphones weit wichtiger für ihre Nutzer als andere Hightech-Geräte wie herkömmliche Mobiltelefone, Laptops oder Desktop-PCs. Einzig Tablets haben eine ähnlich hohe Bedeutung. „Smartphones sind ein wichtiger Treiber des digitalen Wandels, sie werden durch neue Anwendungen unter anderem den Verkehrs-, Gesundheits- oder Finanzbereich verändern“, schätzt der BITKOM in seiner Studie. Unternehmen die heute und in Zukunft ihre Kunden noch erreichen wollen, brauchen deshalb eine Mobil-Strategie. Am besten eingebettet in ein übergreifendes Digital-Marketing-Konzept, welches ein einheitliches Kundenerlebnis über alle Touchpoints hinweg gewährleistet.

Die internationale Forschungs- und Trainingsgruppe Econsultancy, die bei ihren Studien eng mit Adobe zusammenarbeitet, hat unter anderem folgende aktuelle Trends identifiziert, die für eine solche Mobil-Strategie von E-Commerce-Unternehmen von Bedeutung sind:

1. Beacons und Near-Field Communications

Um den gefürchteten Showrooming-Effekt zu vermeiden, bei dem sich Kunden im Laden beraten lassen und dann anschließend online kostengünstiger einkaufen, setzen immer mehr stationäre Händler auf Beacons. Diese kleinen, kostengünstigen Module, die sich mit einer einzigen Knopfzelle jahrelang betreiben lassen, können kabellos über Near-Field Communications (NFC) via Bluetooth Low Energy mit mobilen Endgeräten interagieren. Sie sind zu einem Trendthema geworden, seit Apple seine iBeacon-Technologie ankündigte und Google in Android 4.3 nachzog. Beacons schließen die Lücke zwischen digitalen und physischen Kanälen und den Kunden entlang der gesamten Customer Journey und bieten über alle möglichen Kontaktpunkte hinweg das optimale Shopping-Erlebnis, indem sie Standortdaten mit einem einheitlichen Kundenprofil verknüpfen.

2. Mobiles Payment

Laut einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands BITKOM wollen viele Verbraucher ihr Portemonnaie durch das so genannte „Mobile Wallet“ auf dem Smartphone ersetzen. Jeder Fünfte (20 Prozent) kann sich vorstellen, auf seinen Geldbeutel komplett zu verzichten und nur noch mit dem Smartphone zu bezahlen.

3. Barcode Scanning

Mit „Amazon Dash“ können Kunden in den USA Lebensmittel bequem einkaufen und zu sich nach Hause schicken lassen. Dazu scannen sie mit einem kleinen Stick den Barcode der Lebensmittel ein, die sie benötigen. Der Scanner ist über WLAN mit dem Internet verbunden und übermittelt die Daten an den Lieferservice. Smartphones verfügen mit ihrer eingebauten Kamera und einer App über die gleiche Funktionalität und können damit in Zukunft die Art und Weise des Lebensmittel-Einkaufs im Supermarkt massiv verändern.

4. Der Tod des QR-Code

Die schwarz-weißen, quadratischen Symbole sind heute an vielen Orten anzutreffen: Auf Produkten und Plakaten, in Zeitungsartikeln und -anzeigen, sogar auf Grabsteinen. Der Gedanke dahinter: Das Smartphone zücken, einscannen und schon ist man auf einer Website mit Zusatzinformationen. Doch den Kunden ist der Gebrauch der QR-Codes viel zu aufwändig, der Mehrwert zu gering. Häufig sind die Zielseiten noch nicht einmal mobil optimiert und damit nutzlos. Zwar haben in Deutschland rund 27 Prozent der 18 bis 24-Jährigen und 23 Prozent der Verbraucher im Alter von 25 bis 34 schon einmal einen solchen Code eingescannt, doch dabei ist es meist auch geblieben. Ohne eine überlegte Gesamtstrategie ist der Einsatz von QR-Codes überflüssig und bringt nicht den erwarteten Effekt.

5. Mobile Optimierung des E-Mail-Marketings

Seitdem immer mehr Smartphone-Besitzer ihre E-Mails auch auf den kleinen Displays lesen, ist eine entsprechende Anpassung der Nachrichten an die Bildschirmgröße eine große Herausforderung für Marken. Mehr als die Hälfte (52%) der 18 bis 34-Jährigen klicken von einer mobilen E-Mail weiter auf eine Website. Deshalb sollten Links in Marketing-Mails auf mobil optimierte Landingpages mit relevanten Inhalten führen.

6. Lokale Suchmaschinenoptimierung

Laut Google kommt in den USA inzwischen eine von drei Suchabfragen von einem mobilen Endgerät und 87 Prozent der Smartphone-Besitzer nutzen ihr Handy unterwegs, um Informationen zu finden. 95 Prozent der mobilen User suchen dabei lokale Anbieter, um sie anschließend anzurufen oder deren Geschäft in der Nähe aufzusuchen. Die Suchmaschine reagiert auf diesen Trend, indem lokal relevante Suchergebnisse an der Spitze der Trefferliste stehen. Für die Mobile-Commerce-Strategie von Händlern bedeutet das zum Beispiel, Google+ Lokalseiten und Google Places for Business einzurichten sowie entsprechende Keywords zu verwenden. (Foto: Shutterstock)

Gunnar KlaubergGunnar Klauberg ist Senior Product Marketing Manager für Adobe Experience Manager und Mobil-Experte. Zuvor war er bei der Schweizer Day Software bis zur Übernahme durch Adobe als Marketing Director Europe verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn im Web begann Gunnar Klauberg 1996 als Webmaster bei Axel Springer, wo er unter anderem den Aufbau der Seite Bild.de mitgestaltete. Im Rahmen der Adobe Marketing Cloud ist eine End-to-End-Lösung für den kompletten Lebenszyklus entstanden, die alle Anforderungen der App-Ökonomie abdeckt.


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