Mobile Payment revolutionieren: Mysteriöses US-Startup Clinkle geht nach 17 Monaten an den Start.

von Fritz Ramisch am 24.September 2014 in App Business, Mobile Payment, News

Clinkle - die soziale Mobile-Payment-AppSoziale Mobile-Payment-App mit Belohnungs- und Gamification-Ansatz: 30 Mio Dollar und 17 Monate später hat das US-Startup Clinkle nun endlich seine Bezahllösung gestartet. Clinkle, das bis dahin sein Geschäftsmodell wie ein Staatsgeheimnis gehütet hat, machte 2013 durch eine frühe Seed-Finanzierung in Höhe von 25 Mio Dollar von namhaften Investoren von sich reden. Da sich die Gründer um den erst 22-jährigen Lucas Duplan bis zuletzt mit Infos zu der App bedeckt hielten und nur von „Revolution des Mobile Payment“ und „Wunder-App“ die Rede war, wurde Clinkle nicht selten von Medien und Branchenvertretern durch den Kakao gezogen. Nun ist die digitale Brieftasche also online – bislang aber offenbar nur in den USA. Clinkle verbindet die soziale Komponente, Gamification, Belohnung und Bezahlung miteinander. Das klingt zunächst etwas verwirrend – ist es auch. Über die App können Nutzer nicht nur in Geschäften mobil bezahlen, sondern auch Zahlungen im Freundes- und Bekanntenkreis tätigen. Dazu wird eine physische Prepaid-Visakarte ausgegeben, auf die Geld überwiesen werden muss. Die Zahlungen können über die App verwaltet werden, Überweisungen innerhalb von Clinkle sind kostenlos. Soweit nichts Neues.

Bildschirmfoto 2014-09-24 um 09.54.13Für jeden siebten Bezahlvorgang können Nutzer sogenannte „Treats“ – personalisierte Belohnungen – verdienen. Clinkle-User können z.B. einen Rechnungsbetrag oder einen Teil dessen im Nachhinein für einen Freund oder Bekannten begleichen. Dafür können sie sich im Anschluss in einer Art Chat bedanken. Nutzer können aber auch eine Rückzahlung als Belohnung gewinnen, ohne, dass Freunde sich spendabel zeigen. Wie das genau funktionieren soll, lässt Clinkle aber noch offen. Damit schwingt sich Clinkle zu einer Art Bonus-Bezahlsystem auf. Das gibt es so noch nicht. Clinkle rühmt sich zwar kostenlos zu sein, erhebt aber für diverse Services Gebühren. Um die Sicherheit zu gewährleisten nutzt das Startup aus Palo Alto für Zahlungen eine 128-Bit-Verschlüsselung, lässt die App nur via Sicherheits-PIN öffnen und bietet eine Versicherung an.

Der Ansatz klingt spannend und könnte Erfolg haben, sofern Nutzer das nicht ganz so leicht zu durchschauende „Treat“-System verstehen und auch aktiv nutzen. Derzeit wird die App noch getestet. Nutzer dürften durch die Visa-Partnerschaft nahezu überall bezahlen können. „Unser Ziel ist es den Bezahlprozess grundlegend zu modernisieren“, erklärte Clinkle-Gründer Luca Duplan vor rund einem Jahr. Zu beurteilen, ob Clinkle es wirklich schafft Mobile Payment zu revolutionieren, käme zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch Kaffeesatzleserei gleich.
techcrunch.com, businessinsider.comclinkle.com

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