Mobile App Europe 2014: Eindrücke und 10 Zutaten für eine erfolgreiche App.

von Fritz Ramisch am 30.September 2014 in App Business, Events, News

Jens BussmannDiese Woche findet im Potsdamer Dorint-Hotel Sanssouci die von der Unternehmensberatung Diaz & Hilterscheid veranstalte Konferenz Mobile App Europe statt. Dort geht es vor allem um eines: „Learn How to Create Better Mobile Apps“, lautet das Motto der internationalen Veranstaltung. Während das Highlight sicher das Tutorial mit Jonathan Kohl zum Thema „Creating a Great Mobile Experience“ ist, teilten am ersten Tag in einigen Workshops und Keynotes mehrere hochkarätige Speaker ihre Erfahrungen zum Thema Apps. Den Anfang machte Jens Bussmann von Google, der den Verkauf der „Cloud Platform“ in Zentraleuropa verantwortet. In seiner Keynote stellte er unter dem Titel „Running, Building, Growing, Engaging, Monetizing, Measuring – 360° for Mobile Apps with Google“ die einzelnen Google-Produkte und Dienstleistungen für Apps vor. Bussmann erklärte am Beispiel des berühmten Bildes von der Papstweihe 2013 am Petersplatz die schnelle Mobilisierung der Massen und die damit einhergehende Änderungen der Nutzungsgewohnheiten „From Mobile First to Mobile Only“.

Mit Oliver Betz von SAP, Design-Expertin Melinda Albert und Matthias Schoen von Trademob waren weitere interessante Speaker am Start.

Am spannendsten war aber die Keynote von Runtastic-Mitgründer Christian Kaar. Unter dem Titel „10 Ingredients to Rock the App Store with your App“ gab er ganz im Sinne des Veranstaltungsmottos den Konferenz-Teilnehmern 10 Zutaten für eine erfolgreiche App mit auf den Weg. Diese lauten:

  • #1 Create a Great Product
  • #2 Easy to Use
  • #3 Fast Iterations
  • #4 Optimize for Platforms
  • #5 Build the Big Picture, Optimize the Details
  • #6 Right Trigger Messages
  • #7 Applications Performance Management
  • #8 App Reviews
  • #9 Measuring
  • #10 Team

mobileappeurope christian kaarErfahrungen damit, eine App erfolgreich zu machen, hat Runtastic mittlerweile mehr als genug. Das österreichische Startup hat seit Gründung 2009 über 18 Apps und diverse Wearables, wie etwa den Fitness- und sleep-Tracker Runtastic Orbit, entwickelt. Über 90 Mio Downloads und 40 Mio Nutzer hat das Linzer Unternehmen mittlerweile.

Angesichts von 1,3 Mio iOS- und 1,4 Mio Android-Apps wird es immer schwieriger für App-Entwickler mit einer Anwendung aus der Masse herauszustechen. Mitgründer Christian Kaar hat deshalb 10 Tipps präsentiert, die für den App-Erfolg maßgeblich sind. Manche davon liegen auf der Hand, andere weniger. Tipp Nummer 1 „Create a Great Product“ ist die Grundlage und zugleich die größte Herausforderung, nicht aber ein Erfolgsgarant. Im besten Fall löst die App ein bestehendes Problem, bietet Unterhaltung oder ergänzt eine andere bereits bestehende App. Beispiel: WhatsApp und die SMS bzw. Threema und WhatsApp. Funktionalität und eine gute User Experience sind weitere wichtige Faktoren. Der zweite Punkt ist die einfache Benutzbarkeit der App. In diesem Punkt liegt für Christian Kaar Shazam oder Tinder mit seiner einfachen Bedienung als Best-Practice weit vorn. Drittens sollten Entwickler frühzeitig Nutzer-Feedback einholen und durch agile Entwicklung und mithilfe von Alpha/Betatests die App iterativ weiterentwickeln. „Fail fast“ ist ein in diesem Zusammenhang immer gern genutztes Credo. Bei der App-Entwicklung ist es Kaar zufolge äußerst wichtig die App für die einzelnen Plattformen und Betriebssysteme zu optimieren. „Die Plattform muss man leben, die Plattform-Guidelines und Spezifikationen beachten“, fasste der Österreicher das zusammen. Dazu gehört auch, dass man die Beschreibungstexte, Screenshots, Kampagnen und Videos dem jeweiligen Land oder der jeweiligen Region anpasst. „Die App Stores ermöglichen es Entwicklern relativ schnell eine große globale Reichweite zu entfalten. Deshalb sollte man ruhig ‚out of the Box‘ denken. Wenn du deine Inhalte lokal anpasst, ist es möglich die Downloads oder Einnahmen zu verfünffachen.“ Um die Nutzung der App zu steigern, sind Trigger Messages erfolgsversprechend. Das kann die Verknüpfung bestimmter Aktionen innerhalb der App mit positiven Momenten, Belohnungen oder Motivations- und Ansporn-Nachrichten sein. Für letztere ist die Runtastic-App bekannt. Dort können sich Läufer etwa ein virtuelles „High Five“ für den fünften Lauf abholen. Längst nicht mehr wegzudenken ist auch ein Application Performance Management. Neben Realtime-User und End-to-End-Monitoring müssen App-Entwickler auch App Crashes und die Backend Performance jederzeit im Auge behalten, empfiehlt Kaar.
Dass App-Bewertungen längst eine der wichtigsten Download-Kriterien für Nutzer sind, war auch schon vor der Keynote von Christian Kaar bekannt. Doch diese Bewertungen sind auch ein wichtiger Indikator für die Qualität der eigenen App und ein guter Feedback-Kanal. Selbst die Kundenbeziehung kann durch direkte Antworten auf Bewertungen (z.B. im Google Play Store möglich) bestenfalls positiv beeinflusst werden. Manchmal lässt sich dadurch eine negative in eine positive Bewertung verwandeln, weiß Kaar aus eigener Erfahrung. Last but not least steht und fällt der Erfolg einer App aber mit dem Team dahinter. Dazu benötigt es auf der einen Seite qualifizierte Mitarbeiter, auf der anderen Seite aber auch eine gehörige Portion Motivation, Leidenschaft, Herzblut und Spaß. Ganz wichtig sei auch der Raum für Kreativität, so Kaar.

Weitere Fotos und Tweets von der Veranstaltung finden Sie hier.


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