Interview mit Baris Tamer von Klash: „Mobile Werbung wird immernoch oft als Spam wahrgenommen.“

von Fritz Ramisch am 03.September 2014 in App Business, Interviews, Mobile Advertising, Mobile Marketing, News

baris tamer klash„User brauchen Werbung, die sie nicht vergrault – und zwar langfristig. Daher muss man versuchen, ‚ehrlicher‘ mit den Menschen umzugehen. Der Gamification-Ansatz, den wir als Klash nun fahren, besitzt noch sehr viel Potenzial“, sagt Baris Tamer, Mitgründer der Klash-App. Über die App können Nutzer in den unterschiedlichsten und verrücktesten Wettbewerben gegeneinander antreten. Auch Unternehmen können sich in diesem Umfeld positionieren. Neben einem Sponsored Klash, vergleichbar mit einem Sponsored Tweet bei Twitter, können Marken auch eigene Wettbewerbe kreieren oder Klash als White-label-Lösung in ihren Dienst integrieren. In Zukunft will Klash die App monetisieren. „Wir werden mit anderen Unternehmen kooperieren und zeigen, dass sich App für Branding ebenso lohnt wie für uns als Betreiber. Wichtig dafür: Das Targeting unserer Nutzerbasis verbessern wir für noch gezieltere Kampagnen. Auch die Lokalisierung wird in den nächsten Monaten vorangetrieben“, gibt Tamer im mobilbranche.de-Interview Einblicke in die Pläne des Startups.

mobilbranche.de: Was ist derzeit ihr Lieblings-Klash bzw. welchen Klash haben Sie zuletzt mitgemacht?

Baris Tamer: Zuletzt begeistert hat mich auf jeden Fall „I klash you to shoot 3 baskets in a row“, weil ich selbst leidenschaftlicher Basketball-Fan bin und es auch eine persönliche Herausforderung war.

mobilbranche.de: Wieviel monatlich aktive Nutzer hat Klash derzeit?

Baris Tamer: Es waren bis vergangene Woche etwa 30.000. Nun sind wir allerdings im AppStore unter Featured Apps gelaufen, mal gespannt, was das bringt.

mobilbranche.de: Klash ist eine App, die Nutzer in den unterschiedlichsten und verrücktesten Wettbewerben gegeneinander antreten lässt. Wie können sich in diesem etwas verrückten Umfeld Marken und Unternehmen präsentieren?

Baris Tamer: Lassen Sie es uns so sagen: Natürlich sind viele unserer Nutzer offen für verrückte Herausforderungen, aber das lässt noch lange nicht den Umkehrschluss zu, dass man mit ihnen nichts zu tun haben sollte. Im Gegenteil: Die User haben Spaß, widmen sich mit Leidenschaft ihren Herausforderungen. Die Zeit bei Klash ist etwas Positives – und genau das kommt Marken entgegen. Sie etablieren sich auf positive Weise in den Zielgruppen, schaffen sich einen Platz in diesem Kontext, ohne mit Werbung zu nerven.

mobilbranche.de: Was für Werbe- / Marketing-Formen bietet Klash Unternehmen konkret an?

Baris Tamer: Wir können individuelle Pakete schnüren. Das einfachste Mittel ist ein Sponsored Klash, das kann man vergleichen mit einem Sponsored Tweet bei Twitter. Da lassen sich also gute Herausforderungen von einem Partner befördern und somit Content und Brand kombinieren. Das lässt sich auf verschiedende Weisen ausgestalten, von der Einzelaktion bis zur vollen Kampagne. Wenn beispielsweise ein Produktstart ansteht, können die User in der App auf verschiedene Weisen zu Interaktion mit dem neuen Produkt motiviert werden, daraus entsteht wiederum Content. Das Maximum der Brand-Integration ist unser Möglichkeit, eine White-Label-Version zu starten. Ein Brausehersteller kann so seine Klash-App im eigenen Design starten. Wir liefern die Plattform, passen das Design an und garantieren, dass in der App etwas abgeht.

mobilbranche.de: Der Ansatz vieler Second-Screen-Apps ist es Nutzer durch Spiele, Quizzes und das Anschauen von Werbespots zu belohnen. Bei Klash können Unternehmen Wettbewerbe in der App sponsern oder eigene Wettbewerbe initiieren? Sind ein Belohnungsansatz oder standortbasierte Features geplant?

Baris Tamer: Ja, auf jeden Fall! Unternehmen können ihre eigenen Wettbewerbe sponsern und belohnen dann die besten Teilnehmer, die wiederum durch andere Klash-Nutzer per Voting ausgewählt werden. Meistens natürlich mit ihren eigenen Produkten, die zum Teil auch gerade neu auf den Markt gekommen sind. Somit können sie auch gezieltes Feedback und vor allem User Generated Content zu den neuen Produkten bekommen. Das ist enorm wertvoll.

Standortbasierte Features testen wir schon intern und müssen noch einige Optimierungen vornehmen. Wir waren mit einem Stipendium in San Francisco und haben da schon einige Aktionen auf die Beine gestellt, wie zum Beispiel eine Massen-Wasserball Schlacht im Dolores Park, an der wirklich tausende Menschen teilnahmen. Das war wirklich eine super Bestätigung für uns, dass es auch lokalisiert klappen kann.

mobilbranche.de: Was sind die nächsten Meilensteine bei Klash?

Baris Tamer: Es geht natürlich darum, die App zu monetisieren. Wir werden mit anderen Unternehmen kooperieren und zeigen, dass sich App für Branding ebenso lohnt wie für uns als Betreiber. Wichtig dafür: Das Targeting unserer Nutzerbasis verbessern wir für noch gezieltere Kampagnen. Auch die Lokalisierung wird in den nächsten Monaten vorangetrieben. Persönlich sind wir süchtig nach coolen und lustigen Klashes. Da ist schon so einiges in Planung.

mobilbranche.de: Sie sind gerade auf der Suche nach Werbepartnern. Haben Sie schon bekannte Werbepartner an Land gezogen? Wenn ja welche?

Baris Tamer: Ja, das ist richtig. Wir sind schon mit einigen Consumer-Marken und Werbeagenturen in Kontakt und werden auch bei der Markteinführung von neuen Produkten mitwirken. Wer das wird, darf ich leider nicht erwähnen, wird aber sehr lustig!

mobilbranche.de: Mobile Werbung kommt ja hierzulande noch nicht so richtig aus den Puschen. Werbespendings werden nur zögerlich angehoben. Braucht es kreativere Werbe- Marketingformen, die die Nutzer spielerisch an eine Marke heranführen, oder was ist nötig um mobile Werbung auch hierzulande zum Durchbruch zu verhelfen?

Baris Tamer: Die Sache ist, dass Werbung auf dem Handy vor vielen Jahren als Zukunftsmodell angesehen wurde, es dann aber immer auch oft die Wahrnehmung als Spam gab. Deshalb sind die Anforderungen höher geworden, zu Recht, die User brauchen Werbung, die sie nicht vergrault – und zwar langfristig. Daher muss man versuchen, „ehrlicher“ mit den Menschen umzugehen. Der Gamification-Ansatz, den wir als Klash nun fahren, besitzt noch sehr viel Potenzial. Die Message ist von vornherein klar, da die Marke die Challenge/Klash aufstellt und der Nutzer wählt, ob er sich mit dieser identifiziert.


Artikel teilen

Sichern Sie sich jetzt Ihren Wissensvorsprung in Mobile Marketing und Mobile Business und abonnieren Sie die Meldungen von mobilbranche.de ganz bequem per E-Mail. Unser Newsletter erscheint täglich um 13 Uhr und ist kostenlos.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbestimmungen.

Facebook Kommentare:

Kommentare