„Second-Screen-Markt nicht so entwickelt, wie geplant“: Springer-Startup TunedIn ist insolvent.

von Fritz Ramisch am 07.Juli 2014 in App Business, Mobile Media, News

TunedIn wird eingestampft.Second-Screen ist ein hartes Pflaster: Das mussten jetzt auch die Macher der Second-Screen-App TunedIn feststellen. Rund anderthalb Jahre nach dem Einstieg von Axel Springer ist das 2011 in New York gegründete Startup insolvent. „TunedIn hat am 2. Juli Insolvenz angemeldet“, bestätigte ein Sprecher von Axel Springer gegenüber Gründerszene das Aus der Second-Screen-App. „Jetzt suchen Geschäftsführung und Insolvenzverwalter gemeinsam nach einem geeigneten Investor oder Käufer“, ließ Axel Springer verlautbaren. Erst zu Beginn letzten Jahres ist Axel Springer durch die Mehrheits-Übernahme (75 Prozent) von TunedIn in den gehypten Markt der interaktiven Fernseh-Apps eingestiegen. „Wir haben 18 Monate an dem Projekt gearbeitet. Aber der Second-Screen-Markt hat sich nicht so entwickelt, wie wir geplant hatten“, so ein Sprecher. Das in New York gegründete und später nach Berlin übergesiedelte Startup wollte mittels einer mobilen App „TV, mobiles Internet und soziale Netzwerke miteinander verknüpfen“, ähnlich wie das von Yahoo aufgekaufte IntoNow oder GetGlue in den USA. Dabei sollen via Smartphone und Tablet Zusatzinformationen zum aktuellen Fernsehprogramm abgerufen sowie über das Fernsehgeschehen diskutiert werden können. Zu den deutschsprachigen Konkurrenten von TunedIn zählten das ebenfalls in Turbulenzen geratene Zapitano, Couchfunk, Tweek und Wywy. Auch der großangelegte Relaunch der App und personelle Verstärkungen konnten die Insolvenz nicht abwenden. Dabei hatte TunedIn eigentlich bestens in das Springer-Konzept gepasst und hätte von der Reichweite der Springer-Medien profitieren und sich dadurch Wettbewerbsvorteile sichern können. Springer publiziert auch TV-Zeitschriften wie „Hörzu“, „TV Digital“ und „TV Neu“. Auch Zapitano musste Anfang dieses Jahres einen Antrag auf Insolvenzprüfung stellen. Zwar ist die Berliner Social-TV-Plattform weder insolvent noch zahlungsunfähig, wie Geschäftsführerin Sandra Wheeler damals gegenüber Deutsche Startups betonte, doch Zapitano braucht dringend frisches Geld und kämpft ums Überleben. Über die Plattform können sich Nutzer mit anderen Usern über das laufende TV-Programm austauschen, Sendungen kommentieren und bewerten.
gruenderszene.demobilbranche.de (Hintergrund TunedIn)

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