Spotify im Visier: Deezer übernimmt Ampya.

von Fritz Ramisch am 10.Juni 2014 in App Business, Mobile Media, Netzbetreiber, News

deezer ampyaAuf Angriffskurs: Deezer übernimmt Ampya. ProSiebenSat.1 hat eine Allianz mit dem Musikstreaming-Dienst Deezer geschmiedet, in dessen Rahmen der Medienkonzern seinen vor einem Jahr gestarten Streamingdienst Ampya verkauft bzw. als Anteil in die Partnerschaft mit einbringt. ProSiebenSat.1 hat Ampya auf den Tag genau vor einem Jahr als verheißungsvollen Spotify-Konkurrenten gestartet und durch eine massive TV-Werbeoffensive bekannt gemacht. Nun wird der Dienst eingestampft und in den Dienst von Deezer integriert. Neben Marketing- und Werbeleistungen bringt ProSiebenSat.1 auch einen Deal mit Vodafone in die Partnerschaft mit ein. Mobilfunkkunden können Deezer zu ihrem Mobilfunkvertrag dazu buchen, der Datenverbrauch wird dabei auf das Datenpaket angerechnet. Damit tritt Deezer in direkte Konkurrenz zu Spotify, die eine ähnliche Kooperation mit der Deutschen Telekom unterhalten. In Frankreich ist Deezer bereits durch eine Partnerschaft mit dem Mobilfunker Orange Marktführer. Gleiches soll jetzt auch hieruzulande gelingen. „Solch eine Partnerschaft mit einem Telekommunikationsunternehmen hat gefehlt, das war ein entscheidender Wettbewerbsnachteil“, wie Simfy-Gründer und jetziger Vice President Gerrit Schumann aus eigenen Erfahrung weiß. Deezer ist in mehr als 180 Ländern verfügbar und mit mehr als 16 Mio aktiven Usern monatlich, fünf Mio Premium+ Abonnenten und 30 Mio Songs die globale Nummer Zwei im Markt. Christian Wegner, Digital-Vorstand der ProSiebenSat.1 Group: „Deezer und ProSiebenSat.1 sind ein exzellentes Duo. Die langjährige Expertise von Deezer vereint mit der Marketing-Power unserer TV-Gruppe bilden die besten Voraussetzungen, Platz eins in Deutschland, dem drittgrößten Musikmarkt der Welt, zu erklimmen – und das ist das gemeinsame Ziel.“ DACH-Chef von Deezer wird Ampya-Gründer und -Geschäftsführer Michael Krause.

Ampya war sowohl als App für iOS als auch für Android verfügbar und konnte entweder kostenlos als werbefinanziertes Freemiummodell oder im Monats-Abo für 4,99 EUR ohne Werbeschaltungen genutzt werden. Für 9,99 EUR konnten Musikliebhaber das Premium-Abo, mit der Option Musik im Offline-Modus abspielen zu können, nutzen. Neben personalisierten Musikempfehlungen komplettierte ein umfassendes redaktionelles Angebot den Dienst. Ampya soll nun lediglich als Portal für News und redaktionelle Musik-Inhalte unter dem Dach von MyVideo fortgeführt werden. Fünf Wochen nach dem Start hatte der Dienst eigenen Angaben zufolge bereits über 130.000 Nutzer – nur rund die Hälfte davon mobil. Genaue Zahlen über den Anteil der Abonennten waren bis zuletzt nicht zu bekommen. Damals zeigten sich die Verantwortlichen zuversichtlich „per Jahresfrist eine gute Marktposition einzunehmen und die Erwartungen zu erfüllen.“
wiwo.de, mobilbranche.de (Ampya Hintergrund)

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