Nach Kritik der Taxi-Lobby: WunderCar richtet sich neu aus und expandiert.

von Fritz Ramisch am 23.Juni 2014 in App Business, Mobile Startups, News, Ökosysteme

WunderCar will das Airbnb der Personenbeförderung werdenEingeknickt: WunderCar richtet sich neu aus. Das Mitfahr-Startup will sich anstatt als On-Demand-Chauffeurdienst künftig als „Mitfahrzehntrale für die Stadt“ positionieren. Wie „Netzwertig“ berichtet, richtet sich der Dienst ab sofort an private Fahrer, die mit ihrem Privat-PKW ohnehin in eine bestimmte Richtung fahren und Mitfahrer suchen. Zuvor war WunderCar darauf ausgelegt, privaten und gewerblichen Fahrern zusätzliche Fahrten von A nach B zu vermitteln. Durch die Umpositionierung ähnelt WunderCar dem Darmstädter Startup flinc und Mitfahregelenheit.de. Mit der Neuausrichtung reagiert WunderCar auf die Kritik der Taxi-Lobby und das Verbot der Stadt Hamburg. Bis Ende des Jahres will das Hamburger Unternehmen in zwölf europäische Großstädte expandieren. Zunächst sollen Nutzer der Mitfahr-App darüber abstimmen, auf welche deutschen Städte das Hamburger Startup seinen Dienst ausweiten soll. Wundercar hat von dem Streit mit der Taxi-Branche offenbar aber auch profitiert. Immerhin war das Medien-Echo riesig. WunderCar war Anfang des Jahres als Airbnb für die Personenbeförderung gestartet. Anders als bei den Limousinenservices Uber und Blacklane oder verschiedenen Taxi-Diensten, erhebt WunderCar keine festgelegte Provision, sondern ein „freiwilliges“ Trinkgeld. Das Modell hat den Vorteil, dass das Personenbeförderungsgesetz, das die kommerzielle Personenbeförderung ohne Lizenz untersagt, für WunderCar-Fahrer nicht gilt. Das sah die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg allerdings anders. Sie verbot den Dienst kürzlich. WunderCar verstoße gegen das Personenbeförderungsgesetz, hieß es in einer Erklärung. Das Startup berief sich damals noch auf eine Vereinbarung mit der Behörde, wonach das Trinkgeld die Betriebskosten für die Fahrt nicht übersteigen darf. Offenbar eine Fehleinschätzung. Der Markt mit Mitfahrgelegenheiten ist in Deutschland mit flinc, mitfahrgelenheit.de und mitfahrzentrale.de gut besetzt.
netzwertig.comheise.de


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