Interview mit Fabian Liebig von Optimizely über A/B-Testing.

von Fritz Ramisch am 12.Juni 2014 in Interviews, News

Fabian Foto„In Sachen mobiler Optimierung und mobiles A/B Testen steckt der deutsche Markt noch in den Kinderschuhen“, sagt Fabian Liebig im Interview mit mobilbranche.de. Fabian Liebig ist Marketing Manager DACH bei Optimizely. Das 2010 gegründete US-Startup hat sich auf A/B-Testing spezialisiert und zuletzt 57 Mio Dollar von den Investoren Andreessen Horowitz, Benchmark und Bain Capital Ventures eingesammelt. Seit einigen Wochen hat Optimizely auch eine Lösung für iOS-Apps im Angebot sowie eine eigene Entwickler-Plattform, die nun ausgebaut werden soll. Als größtes Alleinstellungsmerkmal sieht Liebig die Möglichkeit, „dass Marketer und Entwickler mit Optimizely sowohl Webseiten als auch Apps optimieren können.“

mobilbranche.de: Ihr habt kürzlich eine satte Finanzierung in Höhe von 57 Mio Dollar u.a. von Andreessen Horowitz, Bain Capital und Benchmark Capital erhalten. Was macht ihr mit dem Geld?

Fabian Liebig: Die neue Finanzierung wird Optimizely für iOS, Optiverse und die Optimizely Developer Platform forcieren. Dabei handelt es sich um neue Angebote, die im letzten Monat auf der ersten Kundenkonferenz des Unternehmens, der OptiCon, eingeführt worden sind. Außerdem wird die Finanzierung auch dazu genutzt, das Webprodukt um Features zu erweitern und die Internationalisierung von Optimizely weiter voranzutreiben.

mobilbranche.de: Ein großer Schritt ist mit Abschluss der millionenschweren Finanzierungsrunde getan. Was sind eure nächsten Meilensteine? Wann weitet ihr eure Plattform auf Android-Apps oder Windows Phone aus?

Fabian Liebig: Einer der Meilensteine ist natürlich eine weitere erfolgreiche Expansion. In Sachen mobiles Produkt bedeutet das auch, die Leute aufzuklären, warum es Sinn macht, nicht nur seine Webseiten, sondern auch seine Apps durch A/B Tests kontinuierlich zu optimieren. Auf welchen Plattformen das geschieht, hängt ganz von der Nachfrage ab und wir haben immer vor, die Plattformen zu bedienen, auf denen wir unseren Kunden helfen können, ihren Besuchern die bestmögliche Nutzererfahrung zu bieten.

mobilbranche.de: Welchen Stellenwert hat der deutschsprachige App-Markt für US-Unternehmen generell und Optimizely im Speziellen?

Fabian Liebig: Deutschland hat in Sachen Optimierung mit Sicherheit ein immenses Potenzial. Wir haben gesehen, dass sich Conversion Rate Optimierung als Disziplin in Deutschland sehr viel weiterentwickelt hat über die letzten Jahre, aber wir sind noch weit von den USA oder Großbritannien entfernt, wo das Thema der ständigen Optimierung bereits viel etablierter ist. Für den App-Markt allgemein kann ich nicht sprechen, doch in Sachen mobiler Optimierung und mobiles A/B Testen steckt der deutsche Markt noch in den Kinderschuhen. Wir freuen uns auf jeden Fall, zu den Vorreitern in diesem Gebiet zu gehören. ‚Mobile first‘ ist eine Strategie, die auch in Deutschland von mehr und mehr Unternehmen praktiziert wird und da ist es klar, dass wir für Optimierung auf mobilen Endgeräten großes Potenzial im deutschen Markt sehen.

mobilbranche.de: Ihr bietet eine Plattform für A/B-Testing von Web- und iOS-Apps mit einem verkürzten Review-Prozess bei Apple an. Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

Fabian Liebig: Ich denke, es ist noch sehr früh ist um von sehr drastischen Alleinstellungsmerkmalen in diesem noch recht jungen Markt zu sprechen. Ein großer Vorteil sind die Erfahrungen und das Feedback von über 7.000 Kunden mit dem Webprodukt die wir einbeziehen um die beste Optimierungsplattform für das Web auch auf iOS-Apps auszurollen. Das größte Alleinstellungsmerkmal ist, dass Marketer und Entwickler mit Optimizely sowohl Webseiten als auch Apps optimieren können – keine andere Firma bietet eine Plattform für beide an.

mobilbranche.de: Bis Apple eine App approved hat, kann es dauern. Wie schafft ihr es den Prozess zu verkürzen?

Fabian Liebig: Sobald das Optimizely SDK in einer App installiert ist, können sofort Veränderungen an der App vorgenommen und getestet werden, solange diese nicht den Code der App verändern und mit den Richtlinien von Apple übereinstimmen. Der Reviewprozess durch Apple entfällt dann.

Auf unserer Webseite wird das ganz gut beschrieben: We provide a Visual Editor to test visual elements such as buttons and table views, Live Variables to test application options such as the gravity setting in a game, and Code Blocks to test entire features or alternate experiences.

mobilbranche.de: „Investier frühzeitig in A/B-Testing, saubere Screenshots und eine gute Keyword-Analyse um sicher zu gehen, dass die Keywords zum Launch der App zur Verfügung stehen“, hat Mobile SEO-Experte und Dozent des nächsten mobilbranche.de-Seminars ”App Store Optimization & Mobile SEO” Stefan Bielau gesagt. Warum hat er Recht?

Fabian Liebig: Sicherlich sind alle 3 Punkte von extremer Wichtigkeit. Je mehr Tests man aufsetzt und je früher man mit dem Testen seiner Apps beginnt, desto mehr wird man über seine Nutzer lernen. Und das ist letztendlich das Ziel eines jeden A/B Tests – mehr über seine Besucher zu erfahren um ihnen die relevanteste Erfahrung anzubieten. Jeder Test hilft dabei auf dem Weg hin zur optimierten mobilen Erfahrung. Welche Screenshots und visuellen Elemente dabei die besten sind, ist für jede App unterschiedlich. Genauso wie man sich auch im Web davor hüten sollte, auf Best Practices zu vertrauen. An ständigen Tests führt kein Weg vorbei. Und das ist natürlich auch im Interesse von Apple, denn Apple will die bestmöglichen Apps in seinem App Store haben.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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