E-Plus-Übernahme: Telefónica gibt Mobilfunkfrequenzen an Drillisch ab.

von Fritz Ramisch am 25.Juni 2014 in Netzbetreiber, News

E-Plus-ZentraleFeilschen um die Übernahme: Telefónica Deutschland  will ein Fünftel seines Mobilfunk-Netzes an den Mobilfunkanbieter Drillisch abgeben. Drillisch ist bislang ein Mobilfunker ohne eigenen Netz und hierzulande bekannt unter den Discounter-Marken Simply, Maxxim und Discotel. Das Unternehmen bekommt zudem ein Vorkaufsrecht auf weitere 10 Prozent der Netzkapazitäten. Durch die Zugeständnisse erhofft sich die O2-Mutter die Zustimmung für die Mobilfunkfusion durch die EU-Kommission. Insidern zufolge soll die Zustimmung der EU-Kommission ohnehin schon beschlossene Sache sein. Experten zufolge bestand kein Zweifel daran ob der Zusammenschluss genehmigt wird, sondern nur zu welchen Bedingungen. Durch die Übernahme verschmelzen der dritt- und der viertgrößte Mobilfunker in Deutschland zu einem neuen Mobilfunkschwergewicht mit knapp 50 Mio Handykunden. Insbesondere die deutschen Kartellbehörden befürchten einen Preisanstieg durch den Wegfall eines vierten großen Mobilfunkanbieter. Als schlechtes Beispiel wird immer wieder der Zusammenschluss der österreichischen Mobilfunker Orange und Hutchinson Drei Austria aufgeführt. Nach der Übernahme 2013 verringerte sich die Zahl der Mobilfunkanbieter auf drei Anbieter. Bereits im ersten Jahr “nach der Marktkonsolidierung kam es im Mobilfunk zu deutlichen Preissteigerungen”, so der Jahresbericht der österreichischen Regulierungsbehörde für Telekommunikation. Auch Freenet-Chef Christoph Vilanek sieht die geplante Fusion zwischen E-Plus und O2 kritisch. Er befürchtet “eine Art nicht abgestimmtes Stillhalteabkommen”, dass Preissenkungen verhindert. “Der Wettbewerb hat während der letzten zwanzig Jahre hauptsächlich von E-Plus und O2 gelebt. Viele der echten Innovationen gingen von diesen beiden kleineren Angreifern aus, etwa die Einführung von Billigmarken wie Simyo. Ohne klare Vorgaben wird der Wettbewerb stark abnehmen. Zudem dürfte die Fusion in einer abspracheartigen Zusammenarbeit zwischen nur noch drei großen Spielern am deutschen Markt münden”, so Vilanek gegenüber manager magazin online. Mit einer Entscheidung der EU ist möglicherweise noch diese Woche zu rechnen.
handelsblatt.com


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