Studie: Sicherheitsbedenken und umständliche Bedienung hemmen Verbreitung von Mobile Payment.

von Samuel Held am 23.Mai 2017 in Mobile Payment, News

Mobiles Bezahlen in Deutschland: Die Verbreitung von Mobile Payment bleibt in Deutschland weiterhin gering. Grundsätzlich stehen Verbraucher solchen Methoden aber offen gegenüber. Für einen Durchbruch benötigt es einheitliche Standards und einen umfassenden Schutz vor Datenmissbrauch. Das sind die Ergebnis des „Mobile Payment Report 2017 – What customers really want“ von PwC. Die Studie beleuchtet außerdem, wofür die Deutschen mobil bezahlen wollen und welche Anbieter sie kennen.

Seit dem Jahr 2000 gibt es in Deutschland Angebote für mobiles Bezahlen. Am Massenmarkt angekommen ist die Methode bisland allerdings noch nicht. Gerade einmal 13 Prozent der Kunden nutzen die vorhandenen Angebote. Es ist also viel Potenzial vorhanden. Weitere 42 Prozent können sich vorstellen, in Zukunft mobil zu bezahlen.

Verschiedene Gründe hemmen bisher das Geschäft. Einer davon ist die starke Zersplitterung des Marketes. Kunden sehen sich einer Vielzahl von Angeboten und Lösungen gegenüber, eine Vielzahl von Anbietern kämpft um höhere Marktanteile. Am Ende verlieren im Grunde genommen alle Seiten. Viele Kunden wünschen sich eine intuitive, schnelle, kostengünstige und integrierte Nutzbarkeit der Technologie in Apps. Das wäre mit einheitliuchen Standards und im besten Fall einer einheitlichen Plattform oder App umsetzbar. „Die Verbraucher in Deutschland sind wegen der starken Marktfragmentierung spürbar verwirrt, was dazu beiträgt, dass sie weiterhin viel lieber mit Giro- und Kreditkarten und vor allem mit Bargeld bezahlen“, sagt Nikolas Beutin von PwC.

Viele Verbraucher wünschen sich einen klaren Mehrwert. Diesen können Anbieter auf verschiedenen Wegen schaffen. „Rabatte, Gutscheine, Produktinformationen, Bewertungen, Store-Locator, Benutzerberichte, Chats, Onlineberatung, aber auch Geldtransfer- und Mobile-Banking-Funktionen“, könnten die Nutzererfahrung verbessern, sagt Nikolas Beutin. Beispiele für letzteres wäre eine Speicherfunktion für Rechnungen.

Neben der komplizierten Handhabung und dem geringen Mehrwert bleibt die Sicherheit für die deutschen Verbraucher ein großes Thema. 79 Prozent der Studienteilnehmer befürchten den Missbrauch ihrer Daten. Mehr Aufklärung könnte möglicherweise weiterhelfen. Am meisten Vertrauen genießen derzeit Banken und Sparkassen vor Online-Bezahldiensten und Kreditkartenfirmen.

Rund die Hälfte der aktuellen Nutzer von mobilen Bezahlsystemen sind jünger als 35. In der älteren Generation gibt es allerdings ein enormes Potenzial. Gerade Menschen zwischen 35 und 54 stehen der Technologie offen gegenüber, falls Fehler behoben werden. Geld ausgeben wollen die Kunden dann vor allem für Kleidung, Lebensmittel und Benzin. Flugtickets, Musikstreaming und Kinokarten würden dagegen weiterhin auf anderem Wege bezahlt werden.

Die mit Abstand größte Bekanntheit unter den vielen Anbietern hat Paypal. 82 Prozent der Befragten war das Unternehmen ein Begriff. Amazon Payment (42 Prozent) und Paydirekt (41 Prozent) folgen mit einigem Abstand.

Für die Studie hatte der Wirtschaftsprüfer PwC gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Kantar EMNID in den letzten beiden Quartalen mehr als 1000 Smartphone-Nutzer in Deutschland befragt.


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