Activity Notifications: wichtiges Tool zur Steigerung der App Retention.

von Gastautor am 05.Januar 2017 in App Business, Mobile Marketing, News, Trends & Analysen

CramonVon Johannes von Cramon

„Wenn man eine großartige App baut, werden die Nutzer schon kommen.“

An diese Vorstellung klammern sich nach wie vor viele App Entwickler und Publisher. Da draußen gibt es eine gefühlt unendliche Menge an verfügbaren Anwendungen und auch wenn du glaubst die nächste Unicorn-App zu haben, die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht so ist, könnte größer nicht sein.

Der Weg zum alles überstrahlenden App Store Launch ist lang genug und man möchte glauben, sobald die ersten Downloads generiert werden, kann man sich eine kleine Pause gönnen. Die Wahrheit ist: Jetzt geht es erst richtig los! Du hast die App gebaut, nun geht es darum die User auch davon zu überzeugen, sie kontinuierlich zu nutzen – Stichwort App Retention. Denn je größer die Anzahl loyaler bzw. wiederkehrender Nutzer, desto zahlreicher auch die Möglichkeiten der Monetarisierung. Ja, wenn du die Anwendung baust, werden sie vielleicht kommen und mit Sicherheit das Ganze auch herunterladen. Die eigentliche Frage ist aber, werden sie auch immer und immer wieder kommen?

Das ultimative Ziel muss es also sein diese initialen User so zu konvertieren, dass sie deine App auch ein zweites, drittes, viertes,…Mal nutzen, also die Maximierung der sogenannten Retention Rate. Doch man ahnt es schon: Das ist leichter gesagt als getan. Glücklicherweise gibt es mittlerweile eine Menge Möglichkeiten, diese Optimierung zu vereinfachen. Eine davon ist die Activity Notification.

Was ist eine Activity Notification?

Eine Activity Notification ist im Prinzip eine automatisierte Benachrichtigung an den Nutzer über Kanäle wie zum Beispiel Push Notifications oder E-Mail. Sie soll dich informieren, wenn andere User oder Freunde, welche dieselbe App installiert haben, etwas bestimmtes tun oder spezielle technische Vorgänge, wie etwa eine Überweisung, durchgeführt werden.

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Das beste Beispiel dafür sind die Benachrichtigungen von der Social Media App Instagram oder Zahlungsbestätigungen einer Bankingapp wie N26. Hier wurde das Werkzeug so implementiert, dass der User eine Push Notification bekommt, wenn einerseits andere Nutzer aus dem eigenen Netzwerk neue Fotos veröffentlichen bzw. man neue Follower bekommt oder andererseits eine Kartenzahlung erfolgreich ausgeführt wurde.

Was bringen mir Activity Notifications?

Activity Notifications unter sozialen Gesichtspunkten erleichtern es deinen Nutzern auf aktuellem Stand zu bleiben, wie andere die Anwendung nutzen und was ggf. Freunde gerade machen oder vorhaben. Dies stärkt den enorm wichtigen Community-Effekt, der hauptsächlich für das Engagement verantwortlich ist. Sieht man, dass viele andere etwas gerne tun und tatsächlich etwas passiert auf einer Plattform, möchte man automatisch gerne Teil davon sein bzw. werden.

Benachrichtigungen über technische Vorgänge zeichnen sich durch einen rein informativen Charakter aus. Sie sollen nicht primär aktives Engagment auslösen, sondern eher einen Anker im Unterbewusstsein des Users darstellen. Dem User wird suggeriert, dass die App immernoch da ist und sich um Dinge kümmert. Eine Zahlungsbestätigung könnte so zum Beispiel signalisieren “Hey, deine Zahlung wurde durchgeführt und du kannst das auch jederzeit überprüfen, denn ich bin ja hier!”.

Intelligent und nicht zu inflationär eingesetzt, können solche Activity Notifications also zu einer besseren Markenerfahrung und damit auch zu einem stärkeren Branding nach außen führen. Neben den allgemein üblichen Werbemaßnahmen ist dies eine weitere Option, die eigene Reichweite zu erhöhen und dem Nutzer einen zusätzlichen Grund zu geben, regelmäßig in die App zurückzukommen.

Klingt gut! Dann lege ich gleich mal los…

Immer ruhig mit den jungen Pferden! Bevor man mit Activity Notifications startet, gilt es noch ein paar Punkte zu klären und zu beachten. Zum Beispiel, ob deine App überhaupt dafür geeignet ist. Solche Benachrichtigungen basieren auf Aktionen, die von Usern durchgeführt werden. Das heisst, es braucht irgendwelche technischen Prozesse oder “Social Media”-Elemente, die so wertvoll für den User sind, dass auch ein berechtigtes Interesse an einer Notification entstehen kann. Ist es also zum Beispiel möglich, in deiner App Freunde hinzuzufügen? Content zu teilen? Zu kommentieren?

Doch selbst, wenn das der Fall ist, sind Activity Notifications nicht für jede App passend. Besonders, wenn der Fokus innerhalb der Anwendung auf sehr persönlichen oder sensiblen Themen liegt (z.B. therapeutische oder gesundheitliche Probleme). Hier gilt es sorgfältig Vorteile und Gegenargumente abzuwägen und nichts zu überstürzen.

Ok, verstanden! Über welche Kanäle steuere ich denn Activity Notifications aus?

Wie zu Beginn erwähnt, wird es meistens auf eine Kombination aus E-Mail und Push Notifications hinauslaufen. Natürlich kommt es aber auch ein bisschen auf den Charakter deiner Nutzerschaft an. Es wird zum Beispiel einen großen Teil an Usern geben, die dir erst gar nicht ihre Erlaubnis geben Push Notifications zu schicken, wodurch dieser Kanal dann wegfällt. Erschwerend hinzu kommt natürlich die Tatsache, dass dir als reiner App Publisher nicht viele andere Kanäle offen stehen. Umso wichtiger ist es deshalb, sehr umsichtig mit Push Notifications im Allgemeinen und Activity Notifications im Speziellen umzugehen.

Zu viele Benachrichtigungen, ob nun per E-Mail, In-App-Message oder Push Notification, die dann vielleicht auch noch für den ein oder anderen uninteressant sind, führt zu genervten Usern. Und was machen genervte User im Regelfall? Sie kommen sicherlich nicht zurück in deine App oder deinstallieren sie gleich ganz. Das wäre ziemlich genau das Gegenteil von Engagement und einer positiven Retention Rate.

Daher ist es wichtig ein paar Vorkehrungen zu treffen. Du brauchst eine Möglichkeit die Anzahl und Frequenz deiner ausgesendeten Benachrichtigungen automatisiert zu regulieren, sowohl allgemein als auch runtergebrochen auf die einzelnen Kanäle. Eine weitere Idee wäre es, dem Nutzer die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, welche Art von Activity Messages er bekommen möchte. Durch diese Form der Selbstselektion wird die Chance auf erhöhtes Engagement drastisch erhöht und du musst dir keine Sorgen um unrelevante Benachrichtigungen machen.

Fazit

Activity Notifications sind eine schöne Möglichkeit Nutzer zurück in deine App zu bringen und somit deine Retention Rate zu erhöhen. Anders als andere Arten von Push Notifications oder Werbe-Mails, geht es hier darum den User zu informieren. Und zwar entweder über das was der Rest der Community in der App tut oder aber über wichtige technische Vorgänge. Doch wie immer gilt es auch hier, nicht zu viel zu wollen. Vor allem bei dieser Art von Marketing ist der Grad zwischen hilfreich und nervend äußerst schmal. Vor einer tatsächlichen Implementierung sollte man sich also genaue Gedanken über die Umsetzung und entsprechende Maßnahmen zur Prävention von negativen Effekten machen.

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Über den Autor

Johannes von Cramon unterstützt seit zwei Jahren Unternehmen verschiedenster Branchen bei der Umsetzung ihrer mobilen Marketingstrategien unter iOS und Android. Mit dem datengetriebenen Ansatz seiner Agentur Growfirst stand er bereits Firmen wie BMW, McDonalds & Limango beratend zur Seite.


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