Apples Neuerungen von der Entwicklerkonferenz WWDC im Überblick.

von Maik Klotz am 14.Juni 2016 in Apps, FinTech, Geräte, Mobile Payment, Mobile Technology, News, Ökosysteme, Trends

WWDC 2016 – Hey Siri, sende 10 Euro an…

Apple WWDCAm gestrigen Montagabend startete in San Francisco Apples Entwicklerkonferenz. Traditionell standen auch auf der nun 27. WWDC (Worldwide Developers Conference) die Weiterentwicklung der unterschiedlichen Betriebssysteme im Vordergrund. Neben der Umbenennung von OS X auf macOS und damit dem Gleichziehen der Namensgebung (iOS, watchOS, tvOS), lag der Fokus auf der kommenden Betriebsystemgeneration für iPhone, iPad, Apple Watch und Apple TV und damit einhergehend auf der persönlichen Assistentin Siri. Alle Betriebssysteme bekommen ein bemerkenswertes Update mit vielen neuen Funktionen spendiert. Und Siri, so scheint es, bekommt eine immer wichtigere Rolle im Ökosystem von Apple. Siri lässt sich in Zukunft von Drittanbieter-Apps nutzen und bietet so neue Nutzungsmöglichkeiten. Als Beispiel für eine solche Integration wurde übrigens das deutsche Fintech Number26 genannt, was nicht nur so kurz nach dem Shitstorm bemerkenswert ist. Einige der wichtigsten Neuerungen im Überblick.

mac OS

Mit der Umbennung von OS X in macOS Sierra wird nicht nur der Name geändert, auch das Desktop-Betriebssystem bekommt einige neue Funktionen. Zusammen mit der Apple Watch entfällt künftig die Eingabe des Passwortes. Eine universelle Zwischenablage ermöglicht den Austausch via iCloud von Texten, Bildern oder Videos zwischen macOS, dem iPhone oder dem iPad. Eine „Optimized Storage“-Funktion hilft dabei, lokalen Speicher zu sparen in dem Dateien in die iCloud gelegt werden. Überhaupt scheint sich iCloud immer mehr zu einer echten Dropbox-Alternative zu entwickeln, was nicht jedem gefallen dürfte – am wenigsten Dropbox. Auch unter macOS steht künftig die digitale Assistentin Siri zur Verfügung und hilft dabei Dateien zu finden oder Nachrichten zu verschicken. Bemerkenswert ist aber vor allem die Integration von Apple Pay in macOS. Zusammen mit dem iPhone als Authentifizierungs-Gerät können Nutzer künftig auch im Internet mit Apple Pay bezahlen – natürlich nur mit dem eigenen Browser Safari. Die Integration erinnert an die Überweisungsfreigabe wie sie von Number26 geregelt wurde. Ganz ählich funktioniert Apple Pay unter macOS. Der Kauf wird im Browser durchgeführt, das iPhone bekommt eine Push-Nachricht und erst nach Bestätigung am iPhone wird die Zahlung authentifiziert. In dem Zusammenhang wurde auch die Schweiz als nächstes Apple-Pay-Land bestätigt.

watch OS

Das Betriebssystem der Apple Watch, watchOS, galt bisher nicht als Performance-Schleuder, Wartezeiten beim Starten von Apps waren die Regel. Das soll sich mit dem kommenden watchOS 3 ändern und Apps sollen sieben mal schneller gestartet werden als bisher. Ebenso wird das vom iPhone bekannte Kontrollzentrum auf die Apple Watch gebracht, über das Dinge wie Flugmodus, Alarme und ähnliches im Schnellzugriff erreichbar sind. Auch bekommt watchOS 3 einen App-Switcher, über den zwischen verschiedenen Apps gewechselt werden kann. Textnachrichten lassen sich künftig auch mit einer Handschrifterkennung direkt auf der Apple Watch schreiben. Ebenfalls ausgebaut wird der komplette Aktivitätsbereich inklusive Unterstützung für Menschen im Rollstuhl. Auch neue Watchfaces soll es geben, sowie eine SOS-Funktion über die im Notfall Hilfe geholt werden kann.

tv OS

Auch das tvOS vom Apple TV bekommt viele neue Funktionen. Darunter einen Darkmode, neue Apps eine HomeKit-Schnittstelle und Siri-Optimierungen.

Apple2iOS

Das umfangreichste Update bekommt das iPhone und iPad mit dem kommenden iOS 10 spendiert. Neben Anpassungen an der Oberfläche und einem vereinfachten Zugriff auf diverse Bereiche wie beispielsweise der Foto-App, geht das Display direkt beim Anheben automatisch an. Darüber hinaus wurden viele der Stock-Apps angepasst und erweitert.

iMessage

Der Messenger von Apple, iMessage, wird funktional stark erweitert. So zeigen sogenannte “Rich Links” die Vorschau von Weblinks an. Beim Schreiben werden Emojis vorhergesagt und geschriebene Wörter lassen sich auch nachträglich in passende Emojis umwandeln. Die Sprachblasen kommen mit sogenannten animierten Bubble Effects, die dabei helfen sollen Emotionen besser auszudrücken. Ebenfalls lassen sich handschriftliche Nachrichten verfassen oder ein Live-Bild der Kamera übertragen. Bemerkenswert ist die Öffnung von iMessage für Entwickler. So soll es künftig iMessage-Apps geben, mit denen man zum Beispiel auch Geld versenden kann. Als Beispiel wurde Square Cash genannt. Ob iMessage irgendwann auch Apple Pay unterstützen wird bleibt weiterhin offen. Geld versenden via iMessage wird aber mit Hilfe anderer Entwickler in Zukunft möglich sein.

Apple Pay

Kein Apple Pay in Deutschland, aber immerhin in der Schweiz. Natürlich soll Apple Pay weiter ausgebaut werden, konkrete Pläne nennt Apple erwartungsgemäß nicht. Dass Payment und Banking nicht nur eine Spielwiese für Apple ist, zeigt vor allem der funktionale Ausbau dieser Bereiche. Nicht nur das Number26 als Beispiel für das Versenden von Geld mit Siri als Beispiel genannt wurde, auch in iMessage kann Geld zum Beispiel mit Sqauer Cash versendet werden Auch kann mit Apple Pay künftig auch auf Webseiten bezahlt werden. Damit findet Apple Pay also endgültig den Weg auf den Desktop und steigt nun zum direkten Wettbewerber zu anderen Online-Bezahlsystemen auf, allen voran PayPal.

Telefonie

Auf den Anrufbeatworter gesprochene Nachrichten, werden von iOS 10 direkt in Text umgewandelt. Die Funktion „Tencent Security“ soll Spam-Anrufe abblocken und eine neue VOIP-API soll es ermöglichen, dass direkt aus der Telefon-App zum Beispiel WhatsApp oder Skype-Anrufe gestartet werden können.

Maps

Die Maps-App bekommt einen Facelift spendiert und die Bedienung wird optimiert. Der aktuelle Verkehr wird auf der Route angezeigt und die Navigation insgesamt soll  sich dynamischer auf die Routenführung anpassen. Auch die Maps-App wird Drittanbietern zugämglich gemacht, so dass direkt aus der Maps-App neue Funktionen anderer Apps genutzt werden können. So lässt sich aus der Maps-App direkt ein Uber-Taxi bestellen und auch bezahlen.

Apple Music

15 Millionen zahlende Kunden sollen Apple Music nutzen und diesen möchte man eine völlig neue Music App anbieten. Auch funktional kommt Apple Music mit neuen Themen wie kuratierten Playlisten und Lyrics.

Fotos

Erkennung von Bildinhalten und Gesichten und die Verschlagwortung von Bildern soll die neue Fotos-App liefern. Bemerkenswert ist die Funktion „Memories“. Hier werden Bilder und Videos automatisch in kleine Filme mit untermalter Musik passend zur Stimmung verwandelt.

Fazit

Handel 2.0 mit Maik KlotzEs war eine WWDC auf Steroiden. In den zwei Stunden Keynote wurden die vielen Neuerungen Schlag auf Schlag vorgestellt. Erfahrungsgemäß werden in den nächsten Tagen viele weitere Features der jeweiligen Betriebssysteme auftauchen. Aber schon jetzt geben die vorgestellten Neuerungen einen Hinweis darauf, wie massiv Apple das eigene Ökosystem voran treiben will. Ein Ökosystem funktioniert vor allen durch Kontextsensitivität, welche möglichst viele Informationen über einen „Kontext“ nutzt, um das Verhalten darauf abzustimmen. Diese Informationen generiert Apple mit den unterschiedlichen Apps. Mehr noch, durch die Bereitstellung neuer APIs für z.B. Siri und iMessage wird das Ökosystem noch smarter und persönlicher. Dass der Finanz-Bereich für Apple wichtig ist, sieht man nicht mehr nur an Apple Pay. Payment und Banking hat eine hohe Alltagsrelevanz und auch das zahlt in das Ökosystem Apple ein. Und einen Namen hat dieses Ökosystem auch schon: Siri. In Zukunft wird Siri überall sein, im Wohnzimmer, Auto, der Uhr oder sonst wo.

Apple-Keynote


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