Details & Stimmen zur Apple-Keynote: Apple schraubt mehr am Preis als an den Produkten.

von Fritz Ramisch am 22.März 2016 in App Business, Geräte, News, Ökosysteme

Apple Keynote iPhone SEKlein aber oho: Apple wird auf einmal preisbewusst. Der Apfelkonzern hat am Montagabend erwartungsgemäß ein kleineres iPhone-Modell sowie ein iPad vorgestellt. Das iPhone SE (steht für „Special Edition“ – wie langweilig) ist der optische Clon des iPhone 5S, technisch aber auf Augenhöhe mit dem iPhone 6S. 4K-Videos, 12MP-Pixel und einen schnelleren Prozessor gibt es für 489 bzw. 589 Euro – und damit günstiger als das iPhone 6S und das iPhone 5S. Die wichtigste Neuerung gegenüber dem normalen, älteren iPhone 5S: Das neue iPhone wird mit der Nahfeldtechnik NFC ausgeliefert wie schon das iPhone 6 und 6S – eine Voraussetzung für den Bezahldienst Apple Pay, der in Deutschland allerdings noch nicht verfügbar ist. Der druckempfindliche Touchscreen, ein schwächere Frontkamera als beim 6S und das Fehlen einer 128 GB-Version machen das neue iPhone SE dann aber doch nicht gleichwertig.

Apple Watch gibt’s jetzt günstiger 

Parallel senkt Apple die Einstiegspreise für die Apple Watch: Die Sport-Edition gibt’s ab sofort 50 Euro günstiger ab 350 Euro und mit nachgebessertem Betriebssystem. WatchOS 2.2 hat nun auch eine „In der Nähe“-Funktion, mit der Nutzer nach Locations in unmittelbarer Umgebung suchen können. Außerdem hat Apple in Sachen Sprachsteuerung sowie Fitness- und Gesundheitstracking nachgebessert. Die Herzfrequenz wird jetzt auch ohne Bewegung gemessen. Zudem können übers iPhone künftig auch mehrere Apple-Uhren gesteuert werden.

iOS 9.3 – Fokus auf Bildung

Die neue Version des Apple-Betriebssystems iOS 9.3 macht das iPhone u.a. zur Einschlafhilfe und bringt eine „Night Shift“-Funktion, bei der das Bildschirmlicht für die Dunkelheit angepasst und weniger blaues Licht ausstrahlt. Zu den spannendsten Neuerungen zählt aber sicher der Mehrnutzermodus für Bildungseinrichtungen, bei dem sich z.B. Schüler bei einem beliebigen iPad anmelden und dort auf ihre Daten zugreifen zu können. Für Endnutzer dürfte die Verschlüsselung von Notizen und Nachbesserungen in Sachen iMessage-Verschlüsselung noch eine Rolle spielen.

CareKit: Apple startet Baukasten für Gesundheits-Apps

Apple hat auch bei seiner Zentrale für Gesundheitsanwendungen nachgebessert: Um die Datensammelstelle für Fitness- und Gesundheitsdaten zu nähren, schlägt Apple neuerdings entsprechende Apps vor. Viel spannender ist aber der Start von einer Art Baukasten für Gesundheits-Apps namens CareKit. Die Open-Source-Plattform liefert eine Programmierhilfe für Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser und Gesundheitsunternehmen. Im Unterschied zu ResearchKit, einer Plattform für medizinische Studien und Tests, ist CareKit wohl vor allem für die medizinische Betreuung und Überwachung von Patienten gedacht. Als Beispiel-Apps präsentierte Apple u.a. eine App für Parkinson-Patienten, mit der die medizinische Behandlung (z.B. mit Medikamenten und Übungen) überwacht werden kann.

Pressestimmen zur Apple Keynote: „Ein Soufflé warmer Worte“

Die Presse ist sich einig: Das war mal wieder nix Weltbewegendes, was Apple da aus dem Hut gezaubert hat. Auch wenn mit Innovationen nicht wirklich zu rechnen war, ist die Erwartungshaltung an Apple weiter unermesslich.

„Wirschaftswoche“: „Tim Cook serviert Hausmannskost statt Magie“, kommentiert etwa „WiWo“-Mann Matthias Hohensee im Hinblick auf fehlende Virtual-Reality-Anwendungen und innovative Neuerungen. Hohensee resümiert: „Apple setzt beim iPad und iPhone auf eine Nummer kleiner. Den Umsatz wird es nicht vergrößern“

„Handelsblatt“: Ähnlich sieht es „Handelsblatt“-Korrespondentin Britta Weddeling. „Cook servierte dem Publikum ein Soufflé warmer Worte, die vor allem suggerierten, mit dem Kauf eines Apple-Produktes sei der Verfall der guten Sitten quasi aufzuhalten.“ Doch Apple müsse den warmen Worten langfristig Innovationen folgen lassen, so Weddeling, denn: „um es in einer Variation des Zitats von Oscar Wilde zu sagen: So etwas wie moralische oder unmoralische Software gibt es nicht. Software ist entweder gut oder schlecht geschrieben. Weiter nichts.“

Tech-Blogger Sascha Pallenberg von mobilegeeks.de, ohnehin kein Apple-Freund, kommentiert die Keynote von Apple (Headline: „Prinz Valium schmeißt ein Fest“) wie folgt: „Das Apple iPhone SE Event offenbart die Innovations-Sackgasse Cupertinos auf grausamste Art und Weise.“ Pallenberg findet, dass die Optik des neuen iPhone „wie ein Relikt aus einem Land vor unserer Zeit“ aussieht und fragt: „Ist Retro ‚the next big thing‘?“

Bei Spiegel Online kommt Apple besser weg: „Das iPhone SE passt zu Apple“ und „der Zeitpunkt passt“, meint Matthias Kremp und folgert: „So bleiben dem iPhone SE vier bis fünf gute Monate, in denen es innerhalb des Apple-Ökosystems technisch State of the Art ist.“


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