Marktprognose: Apps im Jahr 2020.

von Fritz Ramisch am 10.Februar 2016 in Apps, News, Trends

shutterstock_217209460Der Blick in die Glaskugel könnte aus Sicht der App-Ökonomie rosiger nicht sein: Mehr als 100 Mrd Dollar Umsatz sollen weltweit im Jahr 2020 mit Apps erzielt werden. Davon entfallen allein drei Viertel auf Spiele-Apps, erwartet AppAnnie in einer soeben veröffentlichten App-Prognose. Wenn es nach dem App-Analysedienst geht, setzt sich das Wachstum im App-Markt auch in den kommenden Jahren weiter ungebrochen fort und 2020 werden bereits 284 Mrd App-Downloads weltweit erzielt. Die Wachstumstreiber sind Länder wie Indonesien, Indien, Brasilien und China. In Industrienationen wie den USA oder Großbritannien dürften die Sättigungsgrenzen dagegen bald erreicht sein. Hier gilt nach Meinung der Analysten: Nutzung ist die neue Währung. Denn die App-Nutzung auf Android-Geräten ist im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr um stolze 63 Prozent auf rund 170 Minuten pro Tag gestiegen. Andere Studien zeigen allerdings, dass auch die App-Nutzung an ihre Grenzen gerät – schließlich hat auch der Tag im mobilen Zeitalter nur 24 Stunden.

Das Reifemodell im App-Markt

In reifen Märkten, wo Smartphone-Nutzer routinierter sind und sich längst App-Gewohnheiten ausgebildet haben, verlangsamt sich das Download-Wachstum, Nutzungs- und Umsatzzahlen steigen laut AppAnnie aber. In jungen Märkten wie Indien wachsen die Downloads hingegen schnell, die Umsätze sind dagegen gering. Das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern. Ein Ende des Download-Wachstums ist laut AppAnnie trotz Verlangsamung bis 2020 in keinem Land zu erwarten.

Reifemodell im App-Markt


App-Boom in Asien

Asien (APAC) baut seine Position als weltweit größter App-Markt weiter aus: Die App-Downloads sollen dort von derzeit 58,5 auf 162,2 Mrd steigen. Vor allem Indien und China, das schon heute ein Drittel aller App-Downloads ausmacht, tragen zu diesem Wachstum entscheidend bei. Nord- und Südamerika sowie Europa und der Mittlere Osten wachsen langsamer. Auch in Sachen Umsatz hat die APAC-Region die Nase deutlich vorn: Die App-Umsätze sollen von derzeit 22,9 Mrd auf 57,5 Mrd Dollar steigem, während Nord- und Südamerika und die EMEA-Region zusammengerechnet nur auf 43,6 Mrd Dollar kommen.


Android dominiert die Downloads, iOS die Umsätze

Googles Play Store bleibt auch in Zukunft größter Umschlagplatz für Apps. Während die iOS-Downloads in den kommenden Jahren immerhin um 46 Prozent auf 35,2 Mrd jährlich steigen werden, wächst das Download-Volumen des Google Play Stores laut AppAnnie bis 2020 auf 166,4 Mrd. Eine wachsende Bedeutung kommt alternativen Android-Stores zu: Sie wachsen um 160 Prozent. iPhone-Nutzer werden aber auch in Zukunft den größeren Geldbeutel haben: Zwar wachsen die Umsätze der Android-Stores stärker, doch mit 44,8 Mrd Dollar Umsatz lassen Apple-Nutzer auch im Jahr 2020 die Kassen der App-Macher kräftig klingeln.


Spiele bleiben Umsatz- und Download-Motor der App-Industrie

Spiele-Apps bleiben zwar die Umsatz- und Download-Treiber, doch andere Kategorien wachsen schneller. Für Non-Gaming-Apps rechnet AppAnnie über 5 Jahre hinweg mit einem jährlichen Wachstum von 23 Prozent auf 182 Mrd Downloads, die Umsätze vervierfachen sich auf 26,4 Mrd Dollar. Spiele-Apps machen 2020 mit 74,6 Mrd Dollar drei Viertel der Umsätze aus, prognostiziert AppAnnie.


Die Zukunft der Apps

Neue Formfaktoren wie Wearables, Smart-Home-Geräte, Smart TVs und Autos werden den App-Markt nach Ansicht der Analysten weiter befeuern und sowohl die Apps selbst als auch die Art der Nutzung verändern. Dennoch bleibt das Smartphone „fest im Zentrum dieses vernetzten Universums verankert“. In Sachen Monetarisierung sieht AppAnnie noch Luft nach oben und prognostiziert, dass die Zahl der App-Abos und auch die mobile Werbeindustrie weiter wachsen werden. Apps würden sich zur wichtigsten Schnittstelle zwischen Verbrauchern und Unternehmen entwickeln – ein Trend, der sich bereits bei den Plänen für den Facebook Messenger abzeichnet. Markt-Stabilität trotz Veränderung lautet die Devise. (Beitragsbild: shutterstock.com)


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