Was App-Entwickler auf dem Weg zum Internet der Dinge beachten sollten.

von Gastautor am 17.November 2014 in App Business, Internet der Dinge, Mobile Technology, News, Trends & Analysen

shutterstock_217677985iOS 8.x und Android Lollipop als Türöffner des vernetzten Alltags.

Nachdem Apple mit iOS 8.x und Google mit Android 5.0 Lollipop kürzlich mit neuen Versionen ihrer Betriebssysteme an den Start gegangen sind, kristallisiert sich abseits von neuen Designansätzen und Funktionen eines immer mehr heraus: Momentan werden zunehmend die Weichen für das Internet der Dinge gestellt, in dem Wearables, Smart TVs, Smart Homes usw. eine zunehmend große Rolle spielen werden. Die Tür in einen über verschiedene Geräte vernetzten Alltag öffnet sich für den Otto-Normal-Nutzer immer weiter. Auch wenn die Entwicklung erst jetzt richtig in die Gänge kommt, ist eine Zukunft mit mehr und mehr Anwendungsszenarien für smarte Geräte schon heute absehbar.

Aktuelle Zahlen von Statista zeigen: Der Trend wird sich in den nächsten Jahren vor allem für die Unternehmen lohnen. Liegt der prognostizierte Umsatz mit dem Internet of Things in diesem Jahr bei weltweit 5,4 Milliarden Euro, sagt das Statistik-Portal für 2020 bereits einen Wert von 8,1 Milliarden Euro voraus – eine Verzehnfachung, schaut man sich die Entwicklung seit 2007 an. Es überrascht also kaum, dass mittlerweile auch die großen Player das Potenzial des Marktes für sich erkannt haben.

Während Apple sich momentan noch hauptsächlich auf die Herstellung eigener Devices mit Unterstützung seines mobilen Betriebssystems iOS konzentriert, möchte Google Android zukünftig möglichst auf alle Geräte bringen, die eine Software-Schnittstelle haben. Beide Unternehmen machten in den letzten Monaten mit zahlreichen Ankündigungen und Launches von sich Reden.

Ein kurzer Überblick:

  • Smart Watch
Quelle: shutterstock.com

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Schon jetzt ist die Vorfreude auf die für das kommende Frühjahr angekündigte Smart Watch von Apple bei vielen Fans des Unternehmens groß. Sie wird in drei Varianten erscheinen, die sich in Bezug auf die verwendeten Materialien und das Design unterscheiden. Schon Monate zuvor war Android auf dem Smart-Watch-Markt präsent, denn Googles Partnerunternehmen Motorola, LG und Samsung verkaufen ihre Wearables seit einiger Zeit. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen aktuell noch um Geräte zur reinen Benachrichtigung über Vorgänge auf dem Smartphone, mit dem die Smart Watch über Bluetooth verbunden ist. Insbesondere der hohe Energieverbrauch stellt derzeit noch ein großes Manko der jetzigen Smart Watch-Generation dar.

  • Smart TV

Nachdem Google zuvor schon versucht hatte, mit Google TV mehr oder weniger erfolgreich in den Bereich Smart TV vorzudringen, startet das Unternehmen mit Android TV einen neuen Versuch. Innerhalb von Android Lollipop nimmt Android TV eine ganze Kategorie der Android-Entwicklung mit eigenen dedizierten Frameworks, APIs und Richtlinien für die Benutzeroberfläche ein. Es kann für die Erstellung nativer Apps auf Smart TVs wie Streaming für Musik und Filme oder für die Erstellung von Spielen genutzt werden. Entwickler können dabei die spezielle Hardware von Fernsehern nutzen, über die etwa Smartphones und Tablets nicht verfügen.

  • Smart Car
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Quelle: shutterstock.com

Eine weitere Ankündigung von Google in diesem Jahr war Android Auto. Die Idee dahinter ist, die Android-Plattform auf Smartphones mit Autos zu verbinden und über Touch Screen und Sprachsteuerung  speziell abgestimmte Apps und Services im eigenen Wagen zu nutzen. Ein Trend, den auch Apple erkannt hat: Unter iOS 8 soll das neue Feature CarPlay Nutzern dabei helfen, das Smartphone mit dem Autoradio zu verbinden.

  • Smart Home

Durch den Aufkauf des Thermostat- und Rauchmelder-Herstellers Nest hat Google bereits angedeutet, dass man auch in Richtung Smart Home investieren und entwickeln könnte. Dabei ist die Bandbreite an vorstellbaren Innovationen in diesem Bereich riesig: Von smarten Kühlschränken über Heizungen, die mit dem Smartphone steuerbar sind.  Auch Apple setzt verstärkt auf die Vernetzung zwischen Hausstand und Bewohnern: So stattet das sogenannte HomeKit Entwickler unter iOS 8 mit allen nötigen Funktionen aus, um mit dem Smartphone beispielsweise die hauseigene Alarmanlage zu aktivieren.

Entwickler müssen sich also auf einige Neuerungen einstellen. Wer dem Trend am Ende nicht hinterher hinken, sondern seine App zur ersten Adresse für User machen und diese begeistern möchte, sollte folgende Tipps unbedingt beachten:

1. Informieren Sie sich rechtzeitig über aktuelle Entwicklungen am Markt

Derzeit befinden sich viele der Technologien noch in der Entwicklungsphase und sind auf einige wenige Anwendungsfälle beschränkt. Die oben genannten Ankündigungen sind Vorzeigebeispiele für diese neue Art von mobilen Geräten. Im Laufe der Zeit wird die Technik hinter der Hardware mit Sicherheit ausgereifter und mit jedem Update von Android und iOS auch auf Betriebssystemebene weiter unterstützt werden.  Für Entwickler gilt es daher, sich auf diese neue Entwicklung einzustellen und sich jederzeit auf dem neuesten Stand zu halten, um später bei der Entwicklung von Apps und Geräten nicht den Anschluss zu verpassen. Auch wenn Google und Apple vorerst die bekanntesten Spieler auf dem Parkett sind, ist noch völlig offen, welche anderen Mitstreiter in Zukunft eine führende Rolle einnehmen werden.

2. Entwickeln Sie Apps für diverse Geräte und schaffen Sie ein ganzheitliches Nutzererlebnis

Für die Entwicklung von Apps gibt es momentan zum Beispiel bei den Smart Watches noch Einschränkungen, sind doch die meisten Anwendungen bislang auf dem Smartphone angesiedelt und nicht auf der Smart Watch selbst. Einige Apps können aber bereits jetzt nativ in diese integriert werden. Für die Zukunft kann man hier sicher noch einige interessante Entwicklungen erwarten. Wichtig für App-Entwickler ist, dass es gelingt, Look & Feel der App auf alle Arten von neuen Geräten zu übertragen, sie aber gleichzeitig so anzupassen, dass sie der speziellen Nutzungsform eines Geräts entsprechen. Beispielsweise sollte eine Musik-App auf dem Smartphone für den Nutzer auch auf einem Smart TV wiederzuerkennen sein, gleichzeitig aber die Möglichkeiten des größeren Screens und der Steuerung über eine Fernbedienung berücksichtigen.

 3. Planen Sie eine ausführliche Testphase durch professionelle Tester mit ein 

Ganz gleich ob Apples iOS oder Googles Android, die Anzahl an Geräten und Anwendungsmöglichkeiten im Bereich Wearables & Co. wird zukünftig noch weiter steigen. Die smarten Helfer müssen dabei allen möglichen Alltagssituationen standhalten. Es liegt daher in der Natur der Sache, auch das Testing so realitätsnah wie möglich zu gestalten – mithilfe richtiger Tester, auf echten Geräten. Es gilt, alle möglichen Fehlerquellen zu berücksichtigen: von der fehlerlosen Übertragung über die Sicherheit, die Usability bis hin zur Lokalisierung. Nur durch das Testen „in the wild“ kann Qualität sichergestellt und gleichzeitig ausgeschlossen werden, dass die eigene App in den Händen der Nutzer versagt. Haben sich User nämlich erst einmal von einer App abgewendet, ist es fast unmöglich, das verspielte Vertrauen wiederzugewinnen.

Letztlich haben Apple und Google mit ihren aktuellsten mobilen Betriebssystemen die Tür in das Internet der Dinge aufgestoßen. Ob und wie schnell die Nutzer durch diese Tür schreiten und damit den vernetzten Alltag bewusst oder unbewusst zum gesellschaftlichen Standard machen, liegt jetzt in den Händen der App-Entwickler. (Foto: shutterstock.com)

Jan-Wolter copyDies ist ein Gastbeitrag von Jan Wolter. Jan Wolter ist VP und Geschäftsführer Europa bei Applause und verantwortlich für den Ausbau des Unternehmens im europäischen Markt. Applause bietet verschiedene Testing-Lösungen an und hilft Unternehmen die Qualität ihrer Apps und digitalen Auftritte zu steigern – zum Beispiel durch sogenanntes In-The-Wild Testing. Dabei prüfen qualifizierte Tester die Apps in realen Nutzungssituationen auf Herz und Nieren.


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