Mobilisten-Talk Special: Was macht eine App zum Superstar?

von Philipp von Roeder am 10.September 2014 in App Business, Mobilisten-Talk, News

App-Superstars

Was macht eine App zum Superstar? Dies war die wichtigste Frage beim diesjährigen Mobilisten-Talk Special anlässlich der heute startenden dmexco in Köln. Die vielbeschworene App Economy besteht inzwischen alleine im iOS-Reich aus über 1,2 Mio Apps. Während die meisten davon, nämlich 98,4 Prozent, gar nicht oder kaum heruntergeladen werden, macht der verschwindend kleine Rest seine Macher und inzwischen auch immer mehr Macherinnen reich. Welche Komponenten braucht eine App, um so erfolgreich zu sein – eben um ein App Superstar zu werden?

Dazu versammelten mobilbranche.de und die Kanzlei CMS Hasche Sigle direkt am Rhein eine Runde von Schwergewichten der Mobilindustrie. Eröffnet wurde der Abend mit einer Keynote von Andre Schieck, Chief Digital Officer der Agentur Grey. Seine Kernaussage: Erfolgreiche Apps und Marken stellen den Konsumenten ins Zentrum. Die zweite Keynote kam von Jin Choi, Industry Lead Brand Strategies, DACH bei Facebook. Er konstatierte, dass Mobile das neue Normal, also nicht die Zukunft, sei und machte das an einer eindrucksvollen Aussage fest: „es gibt mehr Mobiltelefone als Zahnbürsten in der Welt“.

In der folgenden Diskussion wurde die Eingangsfrage „Was macht eine App zum Superstar?“ unter Moderation von mobilbranche.de-Gründer Florian Treiß eingehend besprochen. Die Voraussetzungen scheinen schwierig zu sein. Nicolas Biagosch, CEO von simyo, stellte etwas ernüchtert fest, dass in vielen Anwendungsbereichen bereits eine Hero-App gefunden wurde und dass es neue Apps hier daher schwer haben. Thomas Grota, Investment Director bei der T-Venture Holding, ging sogar noch einen Schritt weiter und stellte fest, dass nur noch Apps, die in den bestehenden Bereichen eine Verbesserung bringen, eine Chance haben. Jin Choi brachte es auf den Punkt als er sagte, dass eine App für den Nutzer relevant sein muss.

Es sind also diverse Zutaten, die zu einer Superstar-App führen können. Am wichtigsten ist es, dass eine App eine Lösung zu einem Problem bietet. Dabei ist es nicht zwingend wichtig, ob den Nutzern dieses Problem vorher überhaupt bekannt war. Beispiel Mytaxi: kaum jemand wird vor Mytaxi das „Problem“ gehabt haben, dass er kein Taxi per Knopfdruck rufen konnte. Dennoch ist die nutzerfreundliche und einfache Lösung auf dieses Problem eine echte Erfolgsgeschichte. Jüngst wurde Mytaxi zu 100% an die Daimler-Tochter Moovel verkauft und stärkt damit den Standort Deutschland, statt von einem großen US-Player zerlegt zu werden. Eine Besonderheit, die Altinvestor Thomas Grota betonte.

Allerdings, selbst die tollste App wird keinen Erfolg haben, wenn sie niemand kennt und entsprechen herunter lädt. Eine funktionierende PR-Kampagne bringt initial sicher zahlreiche neue Nutzer. Als jüngstes Beispiel nannte T-Venture-Mann Grota den sehr erfolgreichen Launch der Messenger App SIMSme der Deutschen Post und stellte gleichzeitig die Frage, ob diese Nutzer auch nachhaltig sind. Hier kommt das Thema App Store Optimierung und Interaktion mit den Nutzern zum Tragen. Stefan Betzold, Managing Director der BILD KG, betonte: „App Stores führen zu viel mehr Interaktion mit den Nutzern und diese haben ein großes Gewicht.“ Das führt dazu, dass App-Herausgeber schnell auf das Feedback von Nutzern reagieren müssen.

Eine zwingend einfache User Experience oder zumindest ein sinnvoll gestaltetes Onboarding sind ein weiterer Erfolgsfaktor für Apps. Da heute nur 12% der Nutzer überhaupt neue Apps herunter laden, ist es wichtig, dass diese Zielgruppe die App auch versteht. Nur dann wird sie auch genutzt. Dazu sind Video-Tutorials direkt im AppStore hilfreich. Die Herausforderung ist, den Nutzer nachhaltig an eine App zu binden und diesen zur Nutzung zu bringen. Nur so wird diese auch langfristig auf den oberen Rängen in den AppStores bleiben und organisch weitere Nutzer generieren.

Die Schlussfrage zielte auf die etwas entfernte Zukunft: welche Art von Apps werden die Superstars der gerade Geborenen sein? Hier sahen alle Panel-Teilnehmer die Themen Bildung, Gamification, Edutainment weit vorne. Fest steht, dass auch kleine innovative App-Entwickler nicht nur in Zukunft, sondern auch jetzt alle Chancen haben, auch für immer fest gemauert gedachte Geschäftsmodelle ins Wanken zu bringen. Das ist es, Was Mobile und Apps weiterhin so spannend macht.


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