ad:tech 2014: Trends und Entwicklungen im Mobile Marketing.

von Gastautor am 02.April 2014 in Mobile Advertising, Mobile Marketing, News, Studien, Trends

adtech2014_WachstumstreiberMo bileAuf der diesjährigen ad:tech in San Francisco präsentierte sich Mobile als Wachstumstreiber der Marketing-Branche. Ad-Tech-Anbieter fokussierten sich auf kreatives, kontextbezogenes und mobiles Marketing. Für die deutsche Mobile-Marketing-Branche ist die Entwicklung richtungsweisend: Erfolgreiche US-Trends schwappen oft mit kleinem Delay auf den deutschen Markt.

Folgerichtig zur wirtschaftlichen Entwicklung der Mobile-Sparte bekam das Thema Mobile Advertising auf der Messe den Großteil der Aufmerksamkeit. Fast die Hälfte der Aussteller auf der ad:tech 2014 hatten ihren Schwerpunkt im Bereich Mobile, präsentierten neue Entwicklungen oder erweiterten ihre Produktpalette um Lösungen für den bisher vernachlässigten Marketing-Kanal. Große Sell-Side-Anbieter wie beispielsweise OpenX und Appnexus legen inzwischen einen stärkeren Fokus auf Mobile und treiben die Entwicklung mit voran.

Daten, Tracking und kreative Kampagnenansätze

Die Themen Programmatic Buying und RTA sind – wenig überraschend – an den Ständen der Messe sehr präsent. Unter dem Begriff Lifetime-Analyse versprechen Anbieter wie AppAnnie, hasoffers oder Apsalar verbesserte Targeting-Daten und optimiertes Tracking.

Neben der Datenbeschaffung trieb die Aussteller die Frage um, wie Kampagnen mit situationsbezogenem, emotionalem Content angereichert werden können. Die Startup Series der ad:tech, bezeichnenderweise von großen Handelskonzernen wie Walmart und Kraft Foods gesponsert, zeigten hier die spannendsten Innovationen der Messe.

Influencer Marketing und Storytelling

Eine erstaunliche Vielzahl an Angeboten kamen aus den Bereichen Influencer Marketing und Fan Engagement. Die hier gezeigten Lösungen, etwa von den Startups Seen, Pitch’d oder Jumptale, schaffen mit Personalisierung und Collaborative Storytelling innerhalb mobiler Social-Media-Kampagnen Brand Awareness und machen Kampagnen glaubwürdiger. Zusammengebracht werden ein immer genaueres Targeting und authentischer, nativer Content, der im besten Fall von der Zielgruppe selbst generiert und verbreitet wird.

Spezielle Werbemittel für einen speziellen Kanal

Neben nativem Content feierten auch native Advertising-Werbemittel einen Erfolgszug auf der Messe, da sich Advertiser verstärkt nach kanalspezifischeren Ergänzungen zum klassischen Display umsehen. Native Werbemittel werden im Stil des Umfelds gestaltet und sind oft erst auf den zweiten Blick als Advertising zu erkennen. Einzelne App-Anbieter wie etwa Tango setzen zukünftig nahezu ausschließlich auf die Schaltung nativer Werbeformen.

Foto und Video: Neuen Lösungen für kreative, emotionalere Kundenansprache

Die Erkenntnis, dass Bilder und Videos besser emotionalisieren als klassische Werbemittel, spiegelt sich in aktuellen Kampagnen wider. Bei den Werbemitteln selbst geht der Trend auch beim programmatischen Mediaeinkauf zu kreativeren und größeren Formaten, wie Rich Media, Video und Interstitals. Neue Tools vereinfachen die Bild- und Video-Erstellung, machen User-Generated Content nutzbar und unterstützen die Initiative der Nutzer, Content zu kreieren.

LBS und die Rückkehr von Click to Call

Gezeigt wurden außerdem neue Ideen zur Nutzung von Location-Based Services insbesondere zum Thema Retail. Alles dreht sich, wie bei den Lösungen von Rockerbox, shopsync und fuisz, um den kreativen Einsatz von Geodaten sowie die Verknüpfung von Online und Offline. Vor diesem Hintergrund ist es interessant, dass das „Click to Call“-Prinzip eine Renaissance erlebt. Zu mobilen Suchergebnissen werden Werbebanner mit Rufnummern lokaler Händler eingeblendet.  Anfragen etwa zu Freizeit- und Tourismusaktivitäten können jedoch inzwischen immer besser situationsbezogen adressiert und die passenden Werbemittel auf mobile Endgeräte ausgeliefert werden.

Tops und Flops

Wie erwartet spielte das Thema Connected Devices eine große Rolle:  Sowohl etablierte Firmen wie Epson als auch Startups wie kapture präsentierten viele Produkte und Lösungen im Bereich Wearables und versuchen, auf diesem noch jungen Markt Fuß zu fassen. Wer hingegen Lösungen zum Thema Smart TV und die Integration des Kanals in den Marketing-Mix auf dieser Messe erwartet hatte, wurde enttäuscht. Eine sinnvolle Verknüpfung von TV und Mobile im Sinne von Schnittstellen, Usability oder gar Cross-Device-Tracking ist weiterhin nicht in Sicht.

Speziallösungen und eine Erkenntnis

Die ad:tech 2014 war von vielen interessanten Speziallösungen insbesondere für RTA, LBS und Bewegtbild-Werbung geprägt – sowie von einer allgegenwärtigen Erkenntnis: Zwar ist die Basis einer zeitgemäßen Marketing-Kampagnen weiterhin eine ausgeklügelte Technologie, für eine erfolgreiche Kundenansprache reicht sie jedoch bei weitem nicht mehr aus. Insbesondere der mobile Kanal stellt Werbungtreibende und Ad-Tech-Anbieter vor große Herausforderungen. Gleichzeitigt birgt er aber das Versprechen auf echte Innovationen und Marktwachstum. Die Stimmung bei den Unternehmen der Mobilbranche war dementsprechend ausgesprochen positiv.

Über den Autor

OSven Ruppert ist Co-Gründer von Jaduda und leitet die Mobile Demand-Side-Plattform „Splicky“ (www.splicky.com). Er begann seine Karriere beim Spezialisten für mobile Inhalte Jamba und der Telekom-Tochter Interactive Media, bevor er 2008 bei der PubliGroupe anheuerte. Dort entwickelte er maßgeblich die RTB-Strategie des Unternehmens mit, die zur Akquisition von Improve Digital und dem Aufbau von Spree7 in Berlin führte. 


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