iPad-Umsatz sinkt um 34 Prozent: Platzt die Tablet-Blase?

von Fritz Ramisch am 24.April 2014 in Geräte, News, Ökosysteme

Apple stellt neue iPads vor, überrascht aber niemanden.Apple verkauft mehr iPhones und weniger iPads als erwartet. Im ersten Quartal 2014 konnte der iPhone-Absatz um 17 Prozent auf 43,7 Mio gesteigert werden. Der iPad-Umsatz brach dagegen im Jahresvergleich um satte 34 Prozent auf 7,61 Mrd Dollar ein. Analysten hatten mit weniger iPad-Verkäufen gerechnet. Dass es 3 Mio iPads weniger sind, dürfte selbst Pessimisten überrascht haben. Insgesamt machte Apple aber trotzdem einen Umsatzsprung um 4,7 Prozent auf 45,6 Mrd Dollar. Der Gewinn wächst um 7 Prozent auf 10,2 Mrd Dollar. Trotzdem zeichnet sich eine Tendenz ab: Tablet-Verkäufe stagnieren oder gehen zurück. In Kürze werden die Marktforscher wieder die Tablet-Absatzzahlen für das 1. Quartal vorlegen. Digitimes will bereits vorab in Erfahrung gebracht haben, dass die Verkäufe im 1. Quartal dieses Jahres um 30 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2013 zurückgegangen sind. Ein wahnsinniger Absatz-Einbruch. Techblogger Sascha Pallenberg führt diese Entwicklung u.a. auf gesättigte Märkte, technisch bessere Tablets, die ein Geräte-Update überflüssig machen, und die Geräte-Diversifikation (Phablets) zurück. In der Tat verfügen Smartphone über immer größere Bildschirme und machen dadurch Tablets, deren Haupt-Verkaufsargument, die bessere Bedienung durch größere Bildschirme, den Platz streitig. Dazu kommt sicher auch, dass immer noch viele Internetdienste nicht für Tablets optimiert sind. Die Usability bei der Nutzung dieser Dienste unterscheidet sich oft nur minimal zur Nutzung über Smartphones oder Phablets. Am einleuchtendsten klingt aber der Erklärungsansatz von Christopher Mims, der es auf qz.com so formulierte: „Tablets werden in der Regel genutzt, um im Web zu surfen und Videos zu schauen. Sie müssen nicht so oft neu gekauft werden wie Smartphones, weil sie nicht so stark weiterentwickelt werden beziehungsweise nicht so oft kaputt gehen oder gestohlen werden. Das bringt Zyklen mit sich, wie man sie vom PC kennt – jeweils vier bis fünf Jahre.“ Dass der PC-Markt von sinkenden Tablet-Verkäufen profitiert, ist sicher nicht zu erwarten. Selbst Experten zweifeln nun: „Vielleicht haben wir die Rolle von Tablets überschätzt und die von Telefonen unterschätzt“, schreibt etwa Apple-Blogger John Gruber auf seinem Blog. Glaubt man den Gerüchten, könnten Hardware-Hersteller nun mit größeren Tablets versuchen den Abschwung abzufedern und neben Smartphones, Phablets und Tablets eine dritte Geräteklasse zu positionieren. Der Nutzen ist freilich begrenzt. Doch das Apple-Marketing wird’s schon richten.

Wenn nicht die Analysten, dann dürfte Apple aber zumindest die Anleger beschwichtigt haben. Mit einer Dividendenerhöhung und einigen weiteren aktionärsfreundlichen Maßnahmen versucht Tim Cook aufmüpfige Aktionäre wie Milliardär Carl Icahn in Schach zu halten.
handelsblatt.comwiwo.de, nzz.chwsj.de (beide iPad-Umsatzeinbruch), digitimes.com via mobilegeeks.de (Hintergrund sinkender Tablet-Absatz), focus.de (Gerüchte 12-Zoll-iPad)

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