hy! summit in Berlin: Millionenförderung und das Internet der Dinge.

von Fritz Ramisch am 21.März 2014 in Events, News

hy!summit - Berlin

Besseres Wetter hätten sich die Veranstalter des hy!summit, dem fünften internationalen Netzwerk-Event von hy!, nicht aussuchen können. Passend zum astronomischen Frühlingsanfang erstrahlte das Radialsystem V in Berlin direkt am Spreeufer in schönstem Sonnenschein. 100 Startups aus Europa trafen im Rahmen der Veranstaltung auf etablierte Großkonzerne wie die Deutsche Telekom, Siemens & Co – sprich New Economy traf auf Old Economy.

Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, läutete die Veranstaltung am Vorabend dann gleich mal mit einem Millionenversprechen ein: „Hundert Millionen Euro für alle, die hier bleiben und sagen ‚Ich will hier im ersten Schritt meine Idee verwirklichen‘ „. In einem Modernitätsfond will Dobrindt Startups in Deutschland fördern. Das ist auch dringend notwendig, glaubt man Star-Investor Klaus Hommels. Der forderte unkonventionellere Investitionen. Was Deutschland und Berlin fehle, sei eine Erfolgsgeschichte, ein Milliarden-Deal, so PayPal-Gründer Peter Thiel. Doch trotz all seiner Defizite sei Berlin „der vielversprechenste Ort für Startups im alten Europa“. Gründer sollten zudem Geduld bewahren, mahnte Thiel. Der Aufbau des Mittelstands – immerhin das Rückrad der deutschen Wirtschaft – habe schließlich Jahrzehnte gebraucht. Erfolge über Nacht seien selbst in der schnelllebigen Internetwirtschaft unrealistisch.

hy! summitWeitaus realistischer ist da die Vision, den gesamten Haushalt zu vernetzen. Smart Home ist nicht erst seit diesem Jahr eines der Trendthemen – spätestens aber seit der Milliarden-Übernahme von Nest Labs, einem Hersteller von internetfähigen Thermostaten und Brandmeldern, durch Google. Smart Home-Startups gibt es viele in Deutschland: Etwa Parce, Yetu, Homee, PipesBox, Bragi oder Tado. Letztere waren auch durch ihre Gründer Nikolaj Hviid und Christian Deilmann beim Hardware Revolution Panel auf dem hy! Summit vertreten. Sie diskutierten u.a. mit Holger Knöpke, dem Leiter von Qivicon, der Smart Home-Plattform der Deutschen Telekom. Der Großteil der Startups in der Smart-Home-Branche finanziert sich über Crowdfunding. So auch Bragi. Neben dem finanziellen Aspekt ist „Kickstarter vor allem eine Marketing-Plattform“, so Bragi-Gründer Nikolaj Hviid. Auf die Publikums-Frage, ob sich schon mal jemand an einer Crowdfunding-Kampagne beteiligt hat, gingen aber nur vereinzelt einige Arme hoch. Auf die Frage ob sich ihr Investment gelohnt habe bleibt kaum ein Arm oben. Was dem ganzen Thema Smart Home noch fehlt ist die Magie: „It’s not sexy, it just have to work“, fasst Nikolaij Hviid die Einstellung der Nutzer zu Heizungen, Energie und Wasserversorgung zusammen. Für ihn hängt der Erfolg vor allem von der Software, der User Experience ab. „Niemand will sich mit der Heizung auseinandersetzen, sie muss schlicht funktionieren“, so Hviid. „Die Magie dahinter ist doch, dass alles automatisch steuerbar ist und im Hintergrund funktioniert und ich mich eigentlich um nichts kümmern muss“, glaubt Christian Deilmann, Gründer der 2012 gegründeten Heizungs-App Tado. Doch Tado will mehr als „nur“ Heizungen mobil steuern. Das Startup hat weitere Projekte im Köcher wie etwa ein Aircondition-System, das bereits dieses Jahr starten soll. Dabei will man auch zukünftig bewusst auf Crowdfunding verzichten: „Wir wollen die Produkte erst entwickeln bevor wir sie Nutzern verkaufen.“ Die Telekom hat sich auf die Fahnen geschrieben, sämtliche Smart-Home-Lösungen auf einer Plattform zusammenzubringen. Mit Qivicon hat der Konzern eine Plattform aufgebaut, auf der gemeinsam mit Partner-Unternehmen verschiedene Smart-Home-Lösungen aufeinander abgestimmt angeboten werden. Für Holger Knöpke stellt sich die Frage, ob Nutzer ihren gesamten Haushalt vernetzen wollen, überhaupt nicht: „Nutzer haben sich seit jeher gefragt wozu brauche ich das überhaupt. Wenn sie es einmal genutzt haben, wollen sie es nicht mehr missen. Gleiches gilt auch für Smart-Home-Lösungen.“ Denn die User Experience steht im Vordergrund. Das sieht auch Nikolaj Hviid so: „Technology is dead, its all about Experience.“
weitere Zusammenfassungen des Events: morgenpost.de, welt.de

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