Interview mit Parce-Mitgründer Eugen Pflüger über Smart Home und intelligentes Stromsparen.

von Fritz Ramisch am 18.Februar 2014 in Apps, Interviews, Mobile Startups, News

eugen_pflueger_cmyk„Die nächste Generation wird kaum noch ein Gerät von Hand betätigen“, ist sich Parce-Mitgründer Eugen Pflüger sicher und meint damit die Vernetzung und die zentrale Steuerung sämtlicher Haushalts- und Elektrogeräte über ein Mobilgerät. Smart Home eben. Parce ist eine smarte Steckdose, die Stromfresser entlarvt, und die Daten auf das Mobilgerät des Nutzers überträgt. Über eine App können Nutzer sehen wann und welche Geräte am meisten Strom verbrauchen und diese entsprechend abschalten. Bis zu 150 Euro sollen sich so im Jahr sparen lassen, verspricht das Münchner Startup. „Unsere Algorithmen analysieren die Stromdaten auf Verbrauchswerte und Betriebszeiten. Dadurch ‚entdecken‘ sie Zeitfenster, in denen ein elektronisches Gerät sinnlos im Standy-Mode läuft. Auf dieses Einsparpotential wird der User hingewiesen“, fasst Mitgründer Eugen Pflüger zusammen. Pflüger hat eigentlich TV- und Filmdesign an der Filmakademie Baden Württemberg studiert, ist jetzt aber neben Florian Burchett und Christian Remiger Gründer von Parce. Derzeit sammelt das Parce-Team auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo Kapital. Mit Erfolg: 11.771 Dollar der anvisierten 20.000 Dollar sind bereits zusammen gekommen. Kein Wunder. Smart Home ist nicht erst nach der Milliardenübernahme von Nest durch Google der Hype-Trend schlechthin. Zunächst soll das frische Kapital in den deutschen Marktstart reinvestiert werden, doch Pflüger macht kein Hehl daraus, dass Parce von vornherein auf den internationalen Markt ausgerichtet ist: „Im Moment konzentrieren wir uns auf den deutschen und US-Markt, haben aber durch unsere Crowdfunding-Kampagne interessante Kontakte gesammelt und überlegen derzeit die Verbreitung auf den chinesischen, britischen, russischen und vielleicht sogar brasilianischen Markt zu erweitern.“ In Deutschland soll im Oktober eine Beta-Phase starten.

mobilbranche.de: Parce besteht aus einem Netzstecker, der Daten an das Smartphone überträgt und einer App, die diese Daten auswertet und so beim Stromsparen hilft, richtig? Wie genau funktioniert die
Datenanalyse?

Eugen Pflüger: Unsere Algorithmen analysieren die Daten auf Verbrauchswerte und Betriebszeiten. Dadurch “entdecken” sie Zeitfenster in denen ein Gerät sinnlos im Standy-Mode läuft. Auf dieses Einsparpotential wird der User hingewiesen. Das System erstellt dann automatisch für ihn einen Zeitplan zur Abschaltung.

mobilbranche.de: Wann wollt ihr eure Lösung auf den Markt bringen?

Eugen Pflüger: Eine Beta-Phase mit ausgewählten Nutzern ist für den Oktober 2014 geplant, sowie die Auslieferung der ersten Charge im November 2014.

mobilbranche.de: Ihr sammelt derzeit Geld auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Wie ist die Resonanz auf eure Idee? Was wollt ihr mit dem Geld anstellen und reichen 20.000 Dollar überhaupt aus?

Eugen Pflüger: Wir haben nach der Hälfte der Zeit über 10.000 Dollar eingesammelt, über 150 Unterstützer und zahlreiche Kommentare und Anmerkungen erhalten. Mit dem Geld wollen wir Produzenten finden und die erste Charge des Parce One herstellen. Zusammen mit Investoren sind wir dabei auf einem guten Weg.

mobilbranche.de: Was sind eure nächsten Meilensteinen, Ziele und Märkte?

Eugen Pflüger:  Unsere nächsten Meilensteine sind weitere Sensoren, die die Funktionen des Parce One erweitern können. Außerdem weitere Parce Modelle entwickeln, die die Produktpalette erweitern. Im Moment konzentrieren wir uns auf den deutschen und US-Markt, haben aber durch unsere Crowdfunding-Kampagne interessante Kontakte gesammelt und überlegen derzeit die Verbreitung auf den chinesischen, britischen, russischen und vielleicht sogar brasilianischen Markt zu
erweitern.

mobilbranche.de: Habt ihr Investoren, die euch unterstützten? Wenn ja, wie viel Kapital habt ihr zur Verfügung?

Eugen Pflüger: Die Gespräche mit den Investoren finden zur Zeit statt. Es ist noch zu früh, um über konkrete Zahlen zu sprechen.

mobilbranche.de: Was bedeutet die Milliarden-Übernahme von Nest durch Google für die Branche und inwiefern profitiert auch ihr von dem Smart-Home-Hype?

Eugen Pflüger: Der Smart-Home Markt soll bis 2017 um bis zu 50% wachsen (Hayley Platt Report), die weltweite Aufmerksamkeit für intelligente Haushaltshelfer steigt natürlich durch Deals solchen Umfangs immens. Davon profitieren nicht nur die Hersteller solcher Geräte, sondern auch die Kunden durch sinkende Preise.

mobilbranche.de: Die Idee vom smarten, vernetzten und vor allem steuer- und regulierbaren Zuhause ist so neu eigentlich nicht. Warum hat es bis jetzt keine Lösung in die Wohnzimmer der breiten Bevölkerung geschafft?

Eugen Pflüger: Es mangelt oft an der einfachen Bedienung. Die Geräte sollen für den Käufer arbeiten und ihn nicht Zeit kosten durch komplizierte Handhabung. Mit unserem automatischen Modus nehmen wir dem Nutzer die Arbeit ab und die Geräte erledigen Ihre Aufgabe selbstständig.

mobilbranche.de: Sind die Nutzer überhaupt (schon) empfänglich für solch eine Lösung?

Eugen Pflüger: Wir denken schon. Durch moderne Kommunkationsmittel werden sich die USPs der Geräte schnell herumsprechen und die intelligenten Haushaltsmittel in absehbarer Zeit durchsetzen. Wir sind überzeugt davon, dass gerade durch weltweite Diskussionen über Energieverbrauch, Sicherheit und vor allem Umweltschutz Lösungen für jedermanns Haushalt gefragt sind.

mobilbranche.de: Ein kurzer Blick in die Glaskugel: Wie entwickelt sich das Zusammenspiel zwischen Smartphone, Haushaltsgeräten und Energie in naher Zukunft?

Eugen Pflüger: Wir denken, dass es in Zukunft vollkommen normal sein wird seine komplette Umgebung mit seinem Smartphone, Tablet oder Computer zu steuern. Die nächste Generation wird kaum noch ein Gerät von Hand betätigen. 🙂

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview.

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