8. Mobilisten-Talk: Mehrwerte sollen Mobile Payment attraktiv machen.

von Fritz Ramisch am 22.November 2013 in In eigener Sache, Mobile Payment, Netzbetreiber

„Bargeld ist der größte Feind, den gilt es erst einmal zu besiegen. Dann ist der Markt für uns alle schonmal deutlich größer“, sagte payleven-Geschäftsführer Konstantin Wolff gestern Abend beim 8. Mobilisten-Talk zum Thema Mobile Payment & Mobile Wallet und erntete dafür große Zustimmung. „Mobile Payment ist nur der Startpunkt, im Endeffekt sind Zusatzservices wie etwa Loyalty, Customer Relationship Management, Analytics und Couponing entscheidend“, ergänzte Jan Deepen von SumUp, während Matthias Hönisch vom BVR für „Mobile Payment keinen echten Business Case“ sieht, weil „die Prozesse viel zu teuer sind“. Auch Michael Kaduk von der E-Plus-Gruppe, der vor kurzem erst den Start einer eigenen E-Plus Wallet angekündigt hat, will „nicht an der Zahlung selbst verdienen“, sondern sieht in Mehrwerten das Geschäftsmodell.

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Wenn schon Mobile Payment nicht per se eine Melkkuh für die Anbieter ist, warum wollen es dann alle machen? Diese und andere Fragen diskutierten Dr. Jan Deepen von SumUp, Christopher Kampshoff von Lendstar, Florian Treiß von mobilbranche.de, Konstantin Wolff von payleven, Matthias Hönisch vom BVR und Michael Kaduk von E-Plus und Stefan Krueger von Valuephone (im Foto von links nach rechts) vor 115 Gästen im Berliner BASE_camp. Im Augenblick ist die EC- bzw. Kreditkarte oder das Bargeld kaum wegzudenken, kontaktlose Bezahlterminals am POS oder Händlerlösungen für die mobile Annahme von Kartenzahlungen wie etwa die Lösungen von SumUp und Payleven sind die gängigsten Use Cases. Aber sollten das nicht eigentlich nur Übergangslösungen auf dem Weg zum Bezahlen mit dem Handy sein? „Die Karte wird uns noch sehr lang begleiten“, nimmt Konstantin Wolff von payleven in der ersten Diskussionsrunde diesem Gedanken gleich mal den Wind aus den Segeln. Und überhaupt vertrage der „gemeine Konsument, nicht besonders viel Innovation.“ Sie müsse zur Routine werden, Innovationszyklen kürzer. Bislang würden sich lediglich Jüngere oder Early Adopters aus Neugier mit mobilen Bezahllösungen beschäftigen, „die Nachfrage muss aber vom Kunden kommen, Top down wird das nichts“, so Jan Deepen. Stefan Krueger zufolge sind Lösungen wie die von SumUp oder Payleven „nicht Mobile Payment, sondern immer noch vom Terminal abhängig.“ Der Mensch müsse erst einmal sein Verhalten ändern, dazu seien aber Lösungen mit erheblichem Mehrwert nötig, denn Technologie sei immer schneller als der Mensch, so das Credo der Diskutanten. Die große Challenge sei es, „plattformunabhängige Lösungen, mit denen der Kunden immer und überall mobil bezahlen kann“, zu entwickeln statt immer neue Insellösungen, sagte Jan Deepen von SumUp. Dazu müsste sich der „Handel zusammenraufen und nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen“, machte Konstantin Wolff klar. „Wie wollt ihr denn die Welt verändern?“, fragte Valuephone-Geschäftsführer Stefan Krueger in Richtung SumUp und payleven, Kartenzahlungen am Kiosk seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Antwort war nicht sehr überzeugend aber wahr: „Irgendwo muss man ja anfangen, wir müssen über den Longtail gehen. Für Taxi-Fahrer war Mobile Payment eine echte Innovation.“ Vielleicht bieten Mobile Wallets den entscheidenden Mehrwert. Valuephone zumindest will 2014 eine eigene Wallet-Lösung auf den Markt bringen, kündigte Stefan Krueger an.

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Eine mobile Brieftasche hat E-Plus bereits im Köcher und setzt dabei verstärkt auf Sicherheit, denn die größte Herausforderung sei es, „Unsicherheiten beim Kunden zu überwinden“, so Michael Kaduk. Auch Lendstar-Gründer Christopher Kampshoff will das Geschäftsmodell seines Startups – nämlich die mobile, virtuelle Geldleihe unter Freunden – erweitern und auf eine Wallet-Lösung mit Kreditkarten und NFC-Übertragung ausweiten. Für Matthias Hönisch, Kartenguru beim BVR, dem Spitzenverband der genossenschaftlichen Banken, sind die Prozesse für Mobile Payment einfach noch zu teuer und aufwendig, Innovationen müssten den Kunden erklärt werden, was oft eine langwierige Angelegenheit sei. SIM-Karten als Infrastruktur für’s Mobile Payment sind für Hönisch eine technologische Herausforderung. Trotz der hohen Prozesskosten sprießen Wallets wie Unkraut aus dem Boden. Michael Kaduk sieht vor allem für Mobilfunker eine große Chance mit eigenen Wallet-Lösungen: „Andere Anbieter werden auch eigene Wallets starten. Vielleicht führt das zu einer nahezu vollständigen Kundenabdeckung des Marktes.“

Der obligatorische Blick in die Glaskugel verriet auch diesmal, wohin die Reise im Mobile Payment hingehen könnte: Während Jan Deepen der Überzeugung ist, dass „NFC sich nicht durchsetzen“ wird, weil es „zu umständlich“ ist, ist Stefan Krueger überzeugt, dass es „auf die Technologie nicht ankommt, sondern Prozesse entscheidend“ sind. „Ist Bitcoin ein Zukunftsthema?“, so die Frage aus dem Publikum – Jein. Christopher Kampshoff findet den Ansatz zwar „spannend, momentan aber noch ein bisschen wie Wilder Westen“. Auch Matthias Höhnisch zeigte sich angetan von der Idee, beeilte sich aber zu sagen, dass es darauf ankäme, was die Menschen draus machen. Einen Bankenrettungsplan werde es wohl kaum für Bitcoin geben.

Am Ende gab’s wie immer Getränke, Burger und Currywurst. Beim anschließenden Networking konnte bei einem Bier die ein oder andere Kontroverse vertieft werden. Ein großes Dankeschön gilt unseren Sponsoren cashcloud, kaufDA und BASE_camp.

Weitere Fotos vom 8. Mobilisten-Talk finden Sie in unser Facebook-Fotogalerie und der des BASE_camp.

Für die Durchführung der Events freuen wir uns jederzeit über Sponsoren. Alle Infos zu Sponsoren-Paketen und einen ersten Ausblick auf Termine und Themen im kommenden Jahr finden Sie in folgender PDF-Datei: Sponsoring der Mobilisten-Talks.

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