Interview: Ulrich Coenen über den Start von Flipintu.

von Florian Treiß am 08.Oktober 2013 in Interviews, Mobile Media, News

Ulrich-Coenen„Wir sind alle große Flipboard-Fans. Was uns dort aber fehlt, sind langlebige, langformatige Premium-Inhalte. Genau das ist unser Fokus“, sagt Ulrich Coenen, Gründer und Geschäftsführer von Flipintu. Das Startup aus Krefeld will Buch- und Zeitschriftenverlagen attraktive Lösungen und Vermarktungsformen bieten und feiert morgen auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 4.0 (Stand B107) ihre Premiere. Flipintu startet als Web-App: In einem übersichtlichen, magazinartigen Layout werden den Nutzern Leseinhalte zu den Themen, die sie vorher in ihrem Profil vorgegeben haben, präsentiert. So will Flipintu ein neue Art des Lesens und setzt dabei auf das Motto „Discover – Read – Share“.

mobilbranche.de: Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse startet heute Deine neue Plattform „Flipintu“. Was verbirgt sich dahinter?

Ulrich Coenen: Flipintu ist ein individualisiertes Digital-Magazin für Vielleser. Das heißt, dass wir jedem Nutzer genau die Inhalte anbieten wollen, die ihn wirklich interessieren. Durch eine Mischung aus intelligenter Programmierung und relevanten Empfehlungen von Experten und Communities findet das passende Lesefutter seinen Weg zum Nutzer und nicht mehr umgekehrt.

mobilbranche.de: Du selbst warst früher Chief Innovation Officer bei E-Plus. Was fasziniert Dich als ehemaligen Telco-Executive so sehr am mobilen Lesen?

Ulrich Coenen: Die Telcos machen einen tollen Job bei der Bereitstellung von mobilem Breitband-Internet. Auf diesem großen neuen Datenstrom entstehen gerade unzählige mobile Anwendungen, die vor wenigen Jahren noch gar nicht möglich waren. Was läge also näher, als mit einem eigenen Boot auf diesem Strom unterwegs zu sein und spannende Inhalte zum Nutzer zu transportieren. Für Video, Musik und News gibt es da schon ganz viel. Bücher und Magazine waren aber bisher noch ziemlich außen vor. Das wollen wir ändern!

mobilbranche.de: Wer sind die anderen Köpfe hinter „Flipintu“? Und habt Ihr schon erste Investoren?

Ulrich Coenen: Da ich zwar viel von Technik und digitalen Geschäftsmodellen verstehe, aber wenig vom Verlagswesen, habe ich großartige Verstärkung gefunden: Mit Ralph Möllers und Harald Henzler sind zwei erfahrene Profis aus dem Digital-Publishing-Umfeld mit im Gründerteam. Der ehemalige Telekom-Bereichsvorstand Michael Ladendorf und Hitesh Jain (unser technischer Entwicklungspartner) runden das Team ab. Wir sind ganz solide mit eigenen Mitteln finanziert. Um demnächst aber massiv in Nutzeraufbau investieren zu können, stehen wir kurz vor Abschluss einer Finanzierungsrunde mit Privatinvestoren.

mobilbranche.de: Was unterscheidet „Flipintu“ von Social Readern wie etwa „Flipboard“, aber auch E-Book-Plattformen wie Skoobe?

Ulrich Coenen: Wir sind alle große Flipboard-Fans. Was uns dort aber fehlt, sind langlebige, langformatige Premium-Inhalte. Genau das ist unser Fokus. Skoobe ist ebenfalls richtungsweisend, aber im Angebot derzeit noch eingeschränkt. Der Massenmarkt und auch viele Verlage setzen noch stark auf klassische Bezahlinhalte, also Bücher, E-Books und E-Magazine. Darum ist das auch unser Schwerpunkt.

mobilbranche.de: Wird die mobile Lektüre von Texten denn das Lesen von gedruckten Büchern und Zeitungen aus Deiner Sicht irgendwann komplett ablösen?

Ulrich Coenen: Ich selbst liebe das gedruckte Buch. Aber das heißt nicht, dass ich alles auf Papier lesen möchte. Je mehr sich das Lesen ins Digitale verlagert, um so mehr neue, hybride Formate zwischen Buch und Magazin werden entstehen. Der Trend ist unaufhaltsam, aber bedrucktes Papier wird es auch in 20 Jahren noch geben.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit „Flipintu“!

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