Mobile Ads – innovative Werbeformate?

von Gastautor am 10.Juni 2013 in Mobile Advertising, Trends

Gastbeitrag von Tim Wendorff

Das mobile Internet ist zum ständigen Begleiter geworden. Laut einer Studie von TNS Infratest und dem Bundesverband Digitale Wirtschaft sind 67 Prozent der 20-bis 29-jährigen Befragten immer mit dem Smartphone online. Werbung im Internet erreicht den Nutzer also zunehmend mobil. Oftmals geschieht dies über Formate, wie sie seit Jahren in Webseiten für Desktop-Geräte verwendet werden. Dabei verfügen wir zunehmend über Technologien, die innovative sowie interaktive Werbeformen für mobile Endgeräte ermöglichen. Und dies nicht ausschließlich innerhalb nativer Apps, sondern auf Webseiten, die von jedem Nutzer im Browser aufgerufen werden können.

Banner & Rich Media

Das wohl bekannteste traditionelle Online-Werbeformat ist das Banner. Egal in welchen Ausprägungen und Maßen, ob als Superbanner, Skyscraper oder Medium Rectangle, der Nutzer ist mit diesen Formaten vertraut und sieht sie auf nahezu allen Internetseiten. Statische Bilder können hier ebenso angezeigt werden wie animierte Grafiken. Interaktivität mit dem Nutzer wird meistens über Flash-Banner ermöglicht. Dadurch ist es möglich, Seitenbesuchern ein kleines Spiel anzubieten oder aber Audio und Video abzuspielen.

Für mobile Endgeräte wurde dieses Prinzip nahezu eins zu eins übernommen. Mit einer kleinen Einschränkung: Geräte mit iOS-Betriebssystem vertragen sich von Haus aus nicht mit Flash-Werbemitteln oder Videos. Deren Nutzer stellen jedoch aufgrund des Marktanteils ihrer Geräte sowie ihrer nachgewiesenen höheren Kaufbereitschaft eine wichtige Zielgruppe dar.

Für viele Vermarkter kommen somit nur statische oder animierte Bilder für die Banner-Einbindung in Frage. Interaktivität ist somit leider nicht möglich. Die von vielen Nutzern als langweilig empfundene Werbung lädt also kaum zum Klicken ein.

Bei einem Blick auf die angebotenen Formate der Vermarkter fällt auf, dass immerhin versucht wird, die Einbindung dynamischer darzustellen. So finden sich Angebote wie Sticky Ads, Interstitials oder Mobile Site Flips. Ob sich diese Werbeflächen nun schön über den Bildschirm der Nutzer schieben, oder sich um die eigene Achse drehen, letztlich werden hier nur Bilder angezeigt. Innovation sieht anders aus.

HTML5

Eine mögliche Lösung für dieses Problem stellt HTML5 dar. Dabei handelt es sich um eine Erweiterung des HTML-Standards, mit dem seit jeher Webseiten programmiert werden. HTML5 fügt den recht eingeschränkten Möglichkeiten der Auszeichnungssprache diverse Funktionalitäten hinzu. Somit ist es nun relativ einfach möglich, auf Audio, Video oder den lokalen Speicher zuzugreifen oder auch dynamische 2D- und 3D-Grafiken darzustellen. HTML5 befindet sich offiziell zwar noch in Entwicklung, jedoch liegen bereits recht detaillierte Entwürfe vor, die von vielen Browserherstellern bereits unterstützt werden.

Die Vorteile von HTML5 besonders gegenüber Flash liegen klar auf der Hand:

  • Werbeformate können browserübergreifend entwickelt werden.
  • Inhalte können plattformunabhängig wiedergegeben werden, auch auf iOS-Geräten.
  • Es müssen keine Plug-Ins installiert werden.
  • Funktionen, die normalerweise nur bei nativen Apps vorhanden sind, können integriert werden. (zum Beispiel: Lagesensor, Kamera, Spiele)
  • HTML5 wird als Text von Suchmaschinen gelesen und wirkt sich daher positiv auf SEO aus.

Mobile Werbeformate

Wie können Werbeformate für mobile Endgeräte nun aussehen? Indem sie die Eigenschaften der Geräte nutzen und sich so von den bekannten Formaten der Desktop-Browser abheben. HTML5 hilft dabei, auf solche Funktionalitäten zuzugreifen. Werbung, die über GPS den genauen Standort des Nutzers kennt, ermöglicht ein Targeting, das deutlich genauer wirken kann als das bekannte IP-Tracking. Nutzer könnten aufgefordert werden, mit dem Werbemittel zu interagieren, z.B. indem sie ein Foto schießen und anschließend auf einen Server laden. Und hierfür ist kein extra Programm notwendig. Ein einfacher Button innerhalb einer Webseite kann diese Aktion bereits veranlassen. Über den Lagesensor könnte Werbung ihr Aussehen verändern, abhängig davon, wie der Nutzer sein Gerät gerade hält oder ob er sich gerade bewegt.

Durch Verbesserungen auf Hardwareseite sowie bei der Definition des HTML5-Standards werden in Zukunft zunehmend weitere Möglichkeiten entstehen, Werbung für mobile Geräte innovativ und interaktiv zu gestalten. Bleibt nur zu hoffen, dass Publisher und Advertiser diese Möglichkeiten annehmen, um den Nutzern ein neues Werbeerlebnis zu verschaffen.

Tim Wendorff

Über Gastautor Tim Wendorff

Tim Wendorff ist Geschäftsführender Gesellschafter der tisoomi GmbH. Das Team von tisoomi ist auf mobile Anwendungen (iOS, Android, Webapps) spezialisiert und liefert Lösungen für alle Bereiche des mobilen Internets.

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