Interview: Nils Winkler über das neue Multichannel-Zahlungssystem Yapital.

von Florian Treiß am 21.März 2013 in Interviews, Mobile Payment

etailmentM-INTERVIEW powered by etailment – Trends und Analysen im E-Commerce:

Heute startet mobilbranche.de eine Zusammenarbeit mit dem Fachdienst etailment – Trends und Analysen im E-Commerce des Deutschen Fachverlags in Frankfurt, der zugleich einen empfehlenswerten Newsletter zum E-Commerce herausgibt. Zum Auftakt der Kooperation stellen uns die Kollegen ein spannendes Interview zur Verfügung, das sie vor wenigen Tagen mit Nils Winkler geführt haben. Nils Winkler ist Geschäftsführer von Yapital, einem neuen kanalübergreifenden Zahlungsverfahren, das die Otto Group noch im ersten Halbjahr 2013 starten will. Yapital wird einen seiner Schwerpunkte auf Mobile Payment legen: “Wir setzen sehr stark auf die Flexibilität des QR-Codes. Allerdings unterstützen wir auch NFC und Kartenzahlung mit der Yapital-Mastercard sowie einen klassichen Online-Checkout mit Username und Passwort”, sagt Nils Winkler im etailment-Interview. Mit Spannung wird zudem erwartet, wie stark Yapital mit der Loyalty-App NuBON verknüpft werden wird, die ebenfalls zur Otto Group gehört.

etailment: Wie würden Sie einem kleinen Modehändler beschreiben, was Yapital ist?

Nils-Winkler-YapitalNils Winkler (Foto rechts: Yapital): Yapital ist der neue Weg, um im Multichannel-Einzelhandel bargeldlos zu bezahlen. Yapital ist eine bequeme Lösung für den Kunden, das, was er haben möchte, schneller zu bekommen. Das hilft dem stationären Händler. Er bekommt auch sein Geld schneller. Weil Yapital die Zahlungen garantiert und sofort dem Konto des Händlers gut schreibt. Damit kann er sie direkt gegen seine Verbindlichkeiten verbuchen. Das reduziert beim Händler massiv die Prozesskosten.

etailment: Welche Kosten aber kommen mit Yapital auf den Händler zu?

Nils Winkler: Wir kommen aus dem Handel und wissen, wie Handelsmargen aussehen. Wenn man Forderungen in gleicher Höhe stellt, kann man nicht erfolgreich sein. Unsere Forderungen sind im Vergleich mit E-Wallets und Kreditkarten sehr wettbewerbsfähig.

etailment: Nennen Sie doch einmal eine Zahl?

Nils Winkler: Das lässt sich nicht in Heller und Pfennig darstellen. Es hängt von vielen Faktoren ab. Bei einem Drei-Euro-Ticket sieht die Welt anders aus als bei einem Warenkorb von 300 Euro.

etailment: Wer benötigt dazu ein Konto bei Yapital?

Nils Winkler: Kunde und Händler benötigen ein Konto bei Yapital. Das ist mit nur geringstem Aufwand verbunden. Der Kunde muss sich beispielsweise nur einmal online oder über sein Handy anmelden und genießt dann die Vorzüge von Yapital. Die Registrierung erfolgt rein online. Das dauert 40 Sekunden und schon kann man einkaufen.

etailment: Wie funktioniert der Ablauf bei der Bezahlung?

Nils Winkler: Wir setzen sehr stark auf die Flexibilität des QR-Codes. Allerdings unterstützen wir auch NFC und Kartenzahlung mit der Yapital-Mastercard sowie einen klassichen Online-Checkout mit Username und Passwort. Der QR-Code kann auf einem Terminal oder dem Kassendisplay angezeigt werden – oder auch auf Druckmedien wie Rechnungen oder Plakatwänden und in vielen anderen Anwendungsfällen. Er wird dann lediglich mit dem Smartphone abfotografiert und so die Zahlung ausgelöst. Das ist sehr schnell und bequem.

etailment: Braucht es dafür neue Terminals?

Nils Winkler: Das funktioniert mit den handelsüblichen Hybridterminals. Natürlich hängt es auch von der IT-Infrastruktur des einzelnen Händlers ab. Ziel ist aber, das keine Neuanschaffungen nötig sind.

etailment: Wo ist der Vorteil von Yapital gegenüber anderen Payment-Lösungen?

Nils Winkler: Yapital ist keine Insellösung, sondern ein Crosschannel-Payment-System. Wird setzen darauf, dass Kunden nicht nur im E-Commerce, sondern auch stationär oder über den Katalog einkaufen wollen – oder auch mobil. Wir erlauben es dem Konsumenten zu entscheiden, wann er wo und wie einkaufen will. Damit sind wir mit dem Bezahlvorgang viel näher am Kaufimpuls als andere Anbieter.

etailment: Die Otto Group beteiligte sich am Couponing- und Payment-Spezialisten NuBON, der Kassenbons und Kundenkarten digital auf das Smartphone bringt. Gibt es Anknüpfungspunkte?

Nils Winkler: Die NuBON-App wird auch eine Bezahlfunktion beinhalten und das wird mit Yapital funktionieren. Auf der anderen Seite wird auch Yapital Funktionen von NuBON übernehmen, damit der Kunde kein Papier mehr braucht.

etailment: Yapital wird zum Start mit dem Schuhhändler Görtz kooperieren. Welche Partner sind noch ab Bord?

Nils Winkler: Sportscheck und Baur sind mit dabei. Aber wir haben auch diverse Händler außerhalb der Otto-Gruppe von Beginn an auf der Liste.

etailment: Wie wollen Sie den Kunden überzeugen, da mit zu machen? Der Coolness-Faktor allein wird ja nicht reichen?

Nils Winkler: Attraktive Handelspartner und Incentives werden dafür sorgen, dass das Interesse an Yapital schnell steigt. Zudem ist die Yapital-Zahlkarte eine Mastercard. Diese kann man auch bei Händlern einsetzen, die sich nicht unserem System angeschlossen haben. Wir werden es zudem ermöglichen, dass man die Kundenkarten-Daten im Profil bei Yapital hinterlegen kann. Dann muss man diese Plastikkarte nicht mehr ständig dabei haben. Das ist ein weiterer Mehrwert. Obendrein kann man von Tag Eins an ganz einfach Geld zwischen den Smartphones hin und her transferieren, also beispielsweise die drei Euro, die Sie sich beim Kollegen geliehen haben. Unser fundamentales Ziel ist es nämlich, das Bargeld zu ersetzen.

Originalquelle des Interviews: etailment.de

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