Nokias Comeback: Finnen sind bereits „Here“.

von Lutz Herkner am 14.November 2012 in Geräte, News

Nomen est omen: Nokia hat sein neues Steckenpferd schlicht und ergreifend “Here” genannt. Dass das Unternehmen zur „Where-Company“ werden wolle, hatte Nokia-Chef Stephen Elop ja unlängst angekündigt, nun zeigten die Finnen, wohin die Reise gehen soll. Der Location-Dienst bündelt alle bisherigen Engagements von Nokia wie „Karten“, „Navigation“ und „Traffic“ auf einer offenen Plattform, klammert sich also nicht wie bisher an einzelne Betriebssysteme wie Windows Phone oder zuvor Symbian. Der Clou: Als erstes soll „in den nächsten Wochen“ eine App für iOS kommen. Damit zielen die Finnen klar auf die von Apples eigener, desaströsen Karten-App gebeutelten Nutzer ab. Apps für Android und natürlich Windows Phone werden folgen. Darüber hinaus kündigte Nokia aber auch eine Kooperation mit Mozilla für das neue mobile Betriebssystem Firefox OS an. Im Browser kann man Here ab sofort nutzen, und weil das Kartenmaterial in HTML5 ausgeliefert wird, funktioniert das in jedem modernen Browser, unabhängig vom Betriebssystem.

Nokia konkurriert unmittelbar mit Google Maps, lässt aber auch Elemente von Apples Karten einfließen. So kombiniert Nokia Geodaten mit Satellitenbildern, Luftaufnahmen und 3D-Erfassungen von Städten, was eine räumliche Darstellung der Gebäude ermöglicht. In Deutschland sind derzeit allerdings erst Teile von Berlin auf diese Weise erfasst. Um dies voranzutreiben, hat Nokia den amerikanischen 3D-Spezialisten Earthmine zu einem nicht genannten Preis gekauft. Vor fünf Jahren hatten die Finnen Navtec für 8,1 Mrd Dollar übernommen. Darüber hinaus können Nutzer das Kartenmaterial selbst ergänzen, allerdings noch nicht hierzulande. Zudem fließt die Augmented-Reality-Funktion der Kamera, LiveSight getauft, in Here ein: Richtet der Anwender die Linse beispielsweise auf ein Gebäude, sollen zusätzliche Informationen in das Sucherbild eingebaut werden. Nokias Location-Produkte stammen zum Großteil aus Deutschland: Berlin ist mit mehr als 600 Mitarbeitern neben Boston und Chicago einer der Hauptstandorte für die Entwicklung.
here.net, nokia.de, nokia.com

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