Interview: Steven Hofman über die Bedeutung des Mobile Web für blau.de.

von Florian Treiß am 07.November 2012 in Interviews

Der Boom des Mobile Webs hat Mobilfunkanbietern ein neues Geschäftsfeld beschert – sie verdienen einen immer größer werdenden Anteil ihres Umsatzes mit Datentarifen. Grund genug für uns, einmal mit einem Mobilfunkanbieter darüber zu sprechen: Steven Hofman, Geschäftsführer von blau Mobilfunk, erklärt im mobilbranche.de-Interview, „wie wichtig das Mobile Web heute im Bewusstsein unserer Kunden ist.“ Dass blau.de dabei als Discounter eine Nano-SIM-Karte fürs neue iPhone 5 im Angebot hat, das als Premium-Modell gilt, findet Hofman keinen Widerspruch: „Clever ist doch die Kombination eines hervorragenden Hardwareprodukts mit einem Tarif, der ein optimales Preis-Leistungsverhältnis mitbringt. Durch die Einsparungen bei dem Tarif amortisieren sich die Anschaffungskosten des Handys zudem schneller.“ Im Interview erzählt Steven Hofman zudem, wie sich Service und Qualität bei solchen Preisen sichern lassen.

mobilbranche.de: blau.de gibt es seit 2005. Damals konnte kaum jemand etwas mit Begriffen wie Mobile Web, Smartphone oder Tablet anfangen. Wie hat sich die Mobilfunknutzung in dieser Zeit verändert und was bedeutet dieser Wandel für blau.de?

Steven Hofman: Die Entwicklung der Mobilfunknutzung verlief – und verläuft – tatsächlich rasant. Früher stand die Telefonie im Mittelpunkt, dann begann der Siegeszug der SMS. Die Kommunikation per SMS ist in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Und seit 2007 kommt die steigende Nachfrage nach Datenoptionen hinzu, befeuert nicht zuletzt durch komplexere Hardware wie das iPhone. Durch den daran anschließenden Smartphone-Boom spielt Datenkommunikation, das Kommunizieren über das mobile Internet allerorts, heute eine immer größere Rolle – allerdings nach wie vor nicht die größte, denn nicht jeder hat oder möchte ein Smartphone. Telefonie und SMS sind nach wie vor die Kommunikationsformen mit der höchsten Nutzung. Das gesprochene Wort bleibt bedeutend.

Auch blau.de hat sich in dieser Zeit weiterentwickelt, vom Start 2005 mit seinem Discountkonzept bis hin zu einem der heute erfolgreichsten und größten deutschen Mobilfunkdiscounter. Wir haben als solcher den Massenmarkt effizient und erfolgreich erschlossen. Heute verfügt blau.de über ein Vertriebsnetz von über 30.000 Verkaufsstellen in Deutschland. Unsere Produkte sind somit deutschlandweit an fast jeder Ecke erhältlich. Wir sind da, wo die Menschen einkaufen: beim Fachhändler, im Elektromarkt, im Supermarkt, in der Drogerie, am Kiosk, an der Tankstelle und natürlich im Internet.

mobilbranche.de: Wieviel steuert das Mobile Web heute zum Umsatz von blau.de bei?

Steven Hofman: Wie Sie sich sicherlich denken können, spielt die Datennutzug auch bei uns eine essentielle Rolle. Ein Blick in unser Tarif-Portfolio mit seinen vielen Daten-Produkten zeigt dies: So bieten wir verschiedene Internet-Optionen für unterschiedliche Nutzertypen. Dazu zählt die Internet-Flat 100MB für Gelegenheitssurfer ebenso wie die Version mit 1GB für Smartphonebesitzer, mit 3GB für Tabletnutzer und 5GB für Vielsurfer. Alternativ gibt es bei blau.de die Smartphone-Optionen mit den entsprechenden Internet-Flats mit wahlweise 200 oder 500MB Highspeed-Volumen. Und natürlich unsere Allnet-Flat mit der enthaltenen Internet-Flat. Dieses umfangreiche Angebot für die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Kunden zeigt, wie wichtig das Mobile Web heute im Bewusstsein unserer Kunden ist.

mobilbranche.de: Seit April gibt es die blau.de Allnet-Flat inklusive 500 MB mobiler Internetnutzung bei blau.de für vergleichsweise günstige 19,90 Euro. Wie kann sich das rechnen, wenn man das mit anderen Anbietern vergleicht, die 50 Euro und mehr dafür verlangen?

Steven Hofman: Zu der Kalkulation des Wettbewerbs können wir keine Aussage treffen. Uns betreffend kann ich sagen, dass wir schon seit unserer Gründung auf attraktive Tarife setzen – das ist Teil unserer Philosophie. Unser Geschäftsmodell fußt im Wesentlichen auf zwei Säulen. Wir haben attraktive, zeitgemäße Produkte und effiziente Prozesse. Wertschöpfung ist für uns nicht nur auf den POS konzentriert, sondern spielt auch inhouse eine große Rolle. So erledigen wir viele Dinge selbst, statt Aufgaben kostenintensiv an Dienstleister zu vergeben. So sichern wir uns neben finanziellen Vorteilen vor allem wettbewerbsrelevantes Wissen. Zudem sind unsere Produkte klar auf die Selbstadministration durch die Kunden ausgelegt. Das versetzt uns in die Lage, die dadurch gewonnen Einsparungen in Produkte mit attraktiven Preisen fließen zu lassen.

Auf Kundenservice muss bei uns deshalb jedoch keiner verzichten. Im Gegenteil: Wir haben einen Kundenservice, den unsere Kunden schätzen – unsere zahlreichen Auszeichnungen von unabhängigen Testinstituten und Fachmedien zeigen das recht deutlich. Aber darauf ruhen wir uns nicht aus. Wir bemühen uns, den Kundenservice immer weiter zu entwickeln und dabei so zu gestalten, dass der Kunde am Ende des Tages weiterhin faire Preise für eine vernünftige, individuelle Kommunikationsdienstleistung zahlt.

mobilbranche.de: Wie lassen sich Service und Qualität bei solchen Preisen sichern?

Steven Hofman: Das ist ein einfaches Prinzip: Wir sprechen die Sprache der Kunden, klar, verständlich und unkompliziert. Unsere Informationen sind übersichtlich und nachvollziehbar präsentiert, zum Beispiel auf unserer Website www.blau.de. Dort schenken wir auch der Selbsthilfe-Fähigkeit der Menschen Vertrauen und dem FAQ-Bereich ein entsprechendes Hilfsangebot für unsere Kunden. Wir achten darauf, unsere Servicekanäle nicht zu zersplittern und können uns auf die effiziente Arbeit unserer Kollegen im Kundenservice verlassen. Unsere Qualität sichern wir sehr umfangreich, in allen Unternehmensbereichen. Dazu nutzen wir interne Verfahren und externe Dienstleister, wie zum Beispiel den TÜV Süd.

mobilbranche.de: Für die mobile Internetnutzung bieten Sie neben der Allnet-Flat auch die Smart-Option für 9,90 Euro an. Welche Zielgruppen bedienen die unterschiedlichen Varianten?

Steven Hofman: Hauptzielgruppe sind bei beiden Angeboten die Nutzer von Smartphones. Dabei ist die Smart-Option vornehmlich bei Einsteigern beliebt, die bisher einen Prepaid-Tarif nutzten und noch keine oder kaum Erfahrungen mit dieser Geräte-Variante gemacht haben. Sie surfen noch nicht häufig mobil und testen erst einmal die Möglichkeiten ihres neuen Smartphones aus.

Die Allnet-Flat wird von einer breiten Käuferschicht nachgefragt. Hierbei schätzen die Käufer die Möglichkeit, ihre Kommunikationsfreiheit bequem voll ausleben zu können – und das mit einem zeitgemäßen Rundum-Pauschalangebot mit klar kalkulierbaren monatlichen Kosten. Beide Angebote zeigen, wie man heutzutage schlau mobil kommunizieren und surfen kann.

mobilbranche.de: blau.de bietet bereits eine Nano-SIM-Karte fürs neue iPhone 5 an. Ist das nicht eigentlich ein Widerspruch in sich: Premium-Handy plus Discount-Tarif?

Steven Hofman: Im Gegenteil, es ist vielmehr ein ausgesprochen schlauer Schachzug. Warum sollte ein Kunde unnötig viel Geld für einen Tarif zahlen, nur weil er Fan des iPhones ist? Clever ist doch die Kombination eines hervorragenden Hardwareprodukts mit einem Tarif, der ein optimales Preis-Leistungsverhältnis mitbringt. Durch die Einsparungen bei dem Tarif amortisieren sich die Anschaffungskosten des Handys zudem schneller. Mittel-und langfristig sparen Kunden, die diese Kombination wählen, viel Geld. Im Vergleich zu den Angeboten der Wettbewerber ist ein Sparpotenzial von bis zu 41 Prozent möglich.

mobilbranche.de: Die blau.de-Gründer Dirk Freise, Martin Ostermayer und Thorsten Rehling haben Anfang des Jahres zusammen mit der E-Plus-Mutter KPN den Wagniskapitalgeber Shortcut Ventures gegründet und seitdem in die Mobile-Startups yuilop und Sumup investiert. Was für eine Bedeutung hat Shortcut Ventures für blau.de?

Steven Hofman: Wirtschaftlich gesehen hat Shortcut Ventures für blau.de keine Bedeutung, auch wenn über KPN eine gewisse Verwandtschaft zu uns besteht. Venture Capital oder eine Gründerberatung benötigen wir schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Mit Dirk, Martin und Thorsten pflegen wir aber nach wie vor ein sehr freundschaftliches Verhältnis und beobachten mit Interesse die Entwicklung ihrer neuen Firma.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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