Interview: Stefan Schumacher von G+J EMS über Innovationen im Mobile Advertising.

von Florian Treiß am 08.November 2012 in Interviews

„Mit Mobile Advertising können Werbungtreibende ihre Marke zum ständigen Begleiter der Konsumenten machen und haben die Möglichkeit, ihre potenziellen Kunden ganz persönlich, jederzeit und überall zu erreichen“, sagt Stefan Schumacher im mobilbranche.de-Interview. Er ist Leiter der Mobile Unit von G+J EMS, Deutschlands größtem Mobile-Vermarkter. Wir haben mit Stefan Schumacher im Vorfeld der Euroforum-Konferenz Anzeigengeschäft in mobilen Medien am 3. und 4. Dezember in Frankfurt gesprochen, wo er über das Thema „Quality meets Innovation – Mobile Advertising in Qualitätsumfeldern“ referieren wird. „Gerade beim Mobile Advertising möchten sich viele Werbungtreibende gerne als First Mover positionieren und mit außergewöhnlichen Lösungen ihre Rolle als Innovationstreiber unterstreichen“, erläutert Schumacher die Beliebtheit von Sonderwerbeformen im mobilen Bereich.

mobilbranche.de: Was kann mobile Werbung alles leisten, was Werbung im stationären Web oder auch im Print und TV nicht bieten kann?

Stefan Schumacher: Der entscheidende Unterschied von Mobile Devices zu Computern, gedruckten Medien oder dem Fernseher ist, dass die meisten Menschen Geräte wie ihr Mobiltelefon fast immer bei sich haben. Entsprechend können Werbungtreibende ihre Marke mit Mobile Advertising zum ständigen Begleiter der Konsumenten machen und haben die Möglichkeit, ihre potenziellen Kunden ganz persönlich, jederzeit und überall zu erreichen. Das ist in dieser Form mit keinem anderen Medienkanal möglich. In unserer zunehmend digitalisierten Welt ermöglicht Mobile Advertising damit eine der persönlichsten und nachhaltigsten Formen des Kundendialogs – egal ob es um Markenaufbau und -pflege oder um Abverkauf geht.

mobilbranche.de: Wie wichtig ist dabei Rich Media bzw. mobile Sonderwerbeformen? Die Angebotspalette von G+J EMS enthält ja Formate wie etwa „Mobile StickyAd/MagneticAD“ oder „Mobile RevealAd“.

Stefan Schumacher: Die individuellen Mobile-Sonderwerbeformen helfen bei der Entwicklung passgenauer Lösungen für ganz unterschiedliche Kommunikationsansätze – gerade beim Mobile Advertising möchten sich viele Werbungtreibende gerne als First Mover positionieren und mit außergewöhnlichen Lösungen ihre Rolle als Innovationstreiber unterstreichen. Gleichzeitig ermöglichen die Mobile-Features von Rich Media Ads oder Ad Specials in Kombination mit der außergewöhnliche Nähe zum Konsumenten in allen Lebenssituationen eine ganz besondere Awareness.

Als Mobile-Pionier hat G+J EMS Mobile diese Entwicklungen maßgeblich mit vorangetrieben und ist mit Angeboten wie G+J ConnectAd – dem Sonderwerbeformen-Modulbaukasten mit Schwerpunkt auf der Rich Media Experience – schon frühzeitig auf diese besonderen Bedürfnisse bei der mobilen Kommunikation eingegangen.

mobilbranche.de: Blicken die Mediaplaner bei all diesen Formaten schon durch? Der mobile Werbemarkt ist ja noch recht klein, wirkt auf Außenstehende aber oft noch wenig standardisiert.

Stefan Schumacher: In der Tat hat sich durch die außergewöhnliche Marktdynamik des Mobile-Segments insbesondere im vergangenen Jahr die Bandbreite der angebotenen mobilen Werbeformate enorm vergrößert – die Mobile-Vielfalt ist damit schon fast genau so groß wie bei der Online-Werbung. Entwicklungen, die im Online-Werbemarkt noch mehrere Jahre gebraucht haben, vollziehen sich im Mobile-Werbemarkt in wenigen Monaten – das gilt sowohl für die Formatvielfalt, aber auch für die Entwicklung von Standards.

Denn es gibt durchaus schon entscheidende Standardisierungsmaßnahmen, die letztlich eine der zentralen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung dieses rasant wachsenden Marktsegments und die endgültige Etablierung von Mobile im Mediamix sind. So hat die Unit Mobile Advertising (MAC) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. im Sommer dieses Jahres mit den Standardisierungen im „Mobile Premium AdPackage“ für eine deutliche Vereinfachung bei der Ausspielung von mobiler Werbung in Deutschland gesorgt. Weitere Standardisierungen für Rich Media Werbung auf mobilen Endgeräten werden derzeit erarbeitet.

mobilbranche.de: Mit Shazam hat G+J EMS auch eine der ganz großen internationalen Apps im Portfolio, die nicht aus dem Hause Gruner + Jahr selbst stammen. Wie wichtig ist für Sie das Mandantengeschäft?

Stefan Schumacher: Das Mandantengeschäft gehört zu unserer digitalen Wachstumsstrategie und trägt zusammen mit gezielten Akquisitionen und organischem Wachstum – darunter verstehen wir das Wachstum aus unseren Marken heraus durch konsequenten Ausbau der bestehenden Produkte, wie beispielsweise die Entwicklung von G+J Connect Ad als plattformübergreifende Alternative zu iAd – dazu bei, unsere Rolle als führender digitaler Vermarkter weiter auszubauen.

Als Pionier im Mobile Advertising Markt haben wir mit G+J EMS Mobile als einer der ersten die technischen, organisatorischen und kommunikativen Grundlagen in diesem neuen Marktsegment gelegt und dabei einen entscheidenden Wettbewerbsvorsprung aufgebaut – was uns als Vermarkter schon frühzeitig sehr attraktiv für Mandanten gemacht hat. Indem sich Mandanten von uns vermarkten lassen, können sie von unserem ganzheitlichen Full-Service-Angebot sowie unserer marktführenden Position im Mobile-Segment profitieren. Darüber hinaus führt das Zusammenspiel der mobilen Angebote von unseren Mandanten mit den bereits bei G+J EMS vertretenen mobilen Angeboten zur einer sinnvollen Bündelung redaktionell hochwertiger, mobiler Inhalte und es entstehen relevante Umfelder für Mobile Advertising Kampagnen. Damit ergibt sich eine win-win-Situation für alle Seiten.

mobilbranche.de: CPC, DSP, RTB – auch im mobilen Werbemarkt machen immer mehr Schlagworte, mit denen schon Online nicht jeder etwas anfangen kann, die Runde. Was ist davon heute schon wirklich wichtig und wohin geht die Reise?

Stefan Schumacher: Ein wichtiger Trend ist Mobile Performance Marketing, das sich bei der Mehrheit der Marktpartner mit seinen erfolgsorientierten Cost-per-Click- oder Cost-per-Lead-Abrechnungsmodellen großer Beliebtheit erfreut. Diesem Bedürfnis haben wir schon frühzeitig mit dem Aufbau von optimobile, dem reichweitenstärksten Mobile Premium Performance Netzwerk in Deutschland, Rechnung getragen. Die dahinter stehende Technologie stellt eine intelligente Platzierung der Mobile Performance Kampagnen sicher, indem sie dort ausgeliefert werden, wo sie auf das höchste Nutzerinteresse und damit das größte Konvertierungspotenzial treffen.

DSP und RTB haben 2012 im mobilen Werbemarkt in Deutschland noch keine Relevanz. Wir verfolgen die Entwicklungen aber sehr genau, gegebenenfalls wird es im kommenden Jahr erste Tests geben.

mobilbranche.de: „Aus Vermarktungssicht ist die geringere Displaygröße mobiler Endgeräte Fluch und Segen zugleich“, sagte vor kurzem Enrique Tarragona in einem Interview mit mobilbranche.de. Wie lösen Sie den Spagat, dass mobile Werbung zwar das kleine Display zu einem großen Prozentsatz ausfüllt, dabei aber den Nutzer nicht nervt?

Stefan Schumacher: Ein wichtiger Erfolgsmoment von Mobile-Werbung ist der damit verbundene Nutzwert oder Spaßfaktor für den User. Dieser Effekt kann auf ganz unterschiedliche Art und Weise erzielt werden – ein schönes Beispiel für Nutzwert ist unser Location AwareAd. Seine Besonderheit liegt in der Berücksichtigung der mobilen Nutzungssituation. Dabei wird der auf einer mobilen Website surfenden User – nach seiner Zustimmung – mittels GPS lokalisiert. Anschließend können die Verbraucher mit relevanten Informationen passend zu ihrem Standort versorgt werden, wobei der Umfeldbezug für eine hohe Werbewahrnehmung sorgt. Im Rahmen einer Mobile-Kampagne von Toyota wurde die Ortung über GPS für eine Händlersuche genutzt, so dass für die Interessenten ein echter Mehrwert entstand. Die Resonanzen auf die Kampagne haben gezeigt, dass die User große Lust hatten, die Funktion des Werbemittels zu nutzen und sich entsprechend intensiv mit der Kampagne beschäftigt haben.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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