Interview: Paul Childs von Adfonic über die neue DSP-Lösung „Madison“.

von Florian Treiß am 02.November 2012 in Interviews

„Bei mobilen Medien ergibt sich ein Problem: Zu viele Player in einem unübersichtlichen und fragmentierten Markt. Es gibt momentan mehr als 150 Anbieter für Mobile Advertising“, sagt Paul Childs, Mitgründer und CMO von Adfonic. „Viele Werbende sind überwältigt von der Fülle des Angebots.“ Deshalb will Adfonic mit „Madison“ Abhilfe schaffen, einer neuen Demand Side Platform (DSP) für mobile Werbung, die diese Woche gestartet ist. „Madison“ soll Media-Agenturen und Werbetreibenden einen einzigen, zentralen Marktplatz für den Einkauf von mobilen Werbeflächen bieten.

mobilbranche.de: Diese Woche ist „Madison“ gestartet, die neue Demand Side Platform (DSP) für mobile Werbung von Adfonic. Welche Funktionen hat die Plattform?

Paul Childs: Madison bringt drei entscheidende Vorteile für Werbetreibende und Agenturen beim Kauf von Werbeplätzen: Transparenz, Kontrolle und Effizienz.

Zum ersten Punkt – Transparenz: Der Kunde wählt die Inventarquellen und Publisher selbst aus und erhält ein entsprechendes Reporting. Des Weiteren bietet Madison Transparenz über Preisentwicklungen an den RTB Exchanges in Echtzeit.

Zu zweitens – Kontrolle: Die Werbenden setzen den Preis selbst fest, Veränderungen werden sofort wirksam.

Drittens – Effizienz: Die Werbenden zahlen den tatsächlichen Marktwert und nicht einen Preis, der durch ein Werbenetzwerk oder Publisher willkürlich festgelegt wurde. Unsere selbstlernenden Algorithmen unterstützen die Entscheidung, ob auf ein Angebot geboten wird – basierend auf Vorhersage-Modellen und anderen Faktoren wie Daten aus über 150.000 mobilen Kampagnen. Zusatzkosten, die früher durch manuelle Prozesse wie die Erstellung von iOS, Vorhersagen und manuelles Optimieren entstanden sind, entfallen.

mobilbranche.de: Welche Vorteile bietet „Madison“ Werbetreibenden und Publishern?

Paul Childs: Mit Madison haben wir eine neue Plattform mit hochwertigen User Interfaces und Workflows entwickelt, die den Kauf von mobilen Medien einfach und intuitiv gestaltet. Diese Einkaufs-Plattform gibt Werbetreibenden einen einzigen, zentralen Zugang zum Marktplatz. Die dadurch geschaffene Transparenz adressiert das Problem der Blindkäufe und verbindet mit ausgeklügelten Algorithmen diverse Werbemodelle – CPC, CPM, CPA, CPL, CPO, Wiederverkaufsauktionen auf RTB-Basis. So zahlen Werbende einen fairen Marktpreis, der von den Bietenden bestimmt wird. Unser Experten-Team bietet darüber hinaus Unterstützung für Performance- und Branding-Kampagnen im RTB-Bereich.

mobilbranche.de: Sind Media-Agenturen und Werbende bereit, einen solchen Service auch zu nutzen? Mobile Werbung ist noch nicht weitverbreitet – besonders im Vergleich zu anderen traditionellen Kanälen.

Paul Childs: Bei mobilen Medien ergibt sich ein Problem: Zu viele Player in einem unübersichtlichen und fragmentierten Markt. Es gibt momentan mehr als 150 Anbieter für Mobile Advertising. Hinzu kommen die mangelnde Transparenz des Inventars, keine ausgereiften Plattformen und zu wenig Angebote für Optimierungstools für Werbetreibende. Viele Werbende sind überwältigt von der Fülle des Angebots. All diese Gründe sprechen für eine mobile DSP. Media-Agenturen und Werbende sind reif für Madison. Wir haben durch den zentralen Zugang zum Marktplatz das Angebot verbessert sowie eine weitere Spezialisierung auf die Bedürfnisse von Agenturen und Werbenden vorgenommen.

mobilbranche.de: Seit April hat Adfonic eine Niederlassung in München, obwohl das Unternehmen Kampagnen bereits seit 2009 in Deutschland betreut. Welche Vorteile bringt das Münchner Büro mit sich?

Paul Childs: Wir arbeiten mit den wichtigen Media-Einkäufern und führenden Agenturen im deutschen Markt zusammen, zudem betreuen wir vom DAX-Unternehmen bis hin zum Startup einen Pool von über 80 in Deutschland und Österreich ansässigen Accounts. Es ist uns wichtig, die Bedürfnisse und Unternehmensziele unserer deutschen und österreichischen Kunden direkt in unsere Produktentwicklung und Leistungsportfolio einfließen zu lassen.

mobilbranche.de: Planen Sie mehr Niederlassungen in Deutschland zu eröffnen, zum Beispiel in Städten wie Düsseldorf, wo die meisten Media-Agenturen ansässig sind?

Paul Childs: Der deutsche Markt hat ein großes Potenzial. Manch einer spricht bereits davon, dass er schon bald größer sein wird als der britische. Wir sind regelmäßig in allen deutschen Städten unterwegs und mit steigendem Bedarf werden wir unsere Präsenz an anderen Standorten erweitern.

mobilbranche.de: In welche Richtung entwickelt sich mobile Werbung in den nächsten Jahren? Wo sehen sie die Branche im Jahr 2017?

Paul Childs: Es wird 2017 keine mobile Werbung im heutigen Sinne mehr geben, stattdessen werden alle Werbeformen über einen Einkaufspunkt laufen. Als Verbraucher verbringen wir schon jetzt viel Zeit vor den unterschiedlichen Bildschirmen wie TV, Smartphones, Tablets, Spielkonsolen usw. Dies stellt Werbende vor eine große Herausforderung und wird noch weiter zunehmen. Aber neue Arten von Plattformen werden die derzeitigen verbinden und ein einheitliches Markenerscheinen auf allen Kanälen erlauben.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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