Huawei und ZTE: Spionagevorwürfe aus USA, in Deutschland dick im Geschäft.

von Lutz Herkner am 10.Oktober 2012 in Mobile Security, News

Im Zwielicht: Die beiden chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE stehen derzeit in den USA unter Spionageverdacht, hierzulande sind die Konzerne jedoch dick im Geschäft und maßgeblich am Aufbau der neuen LTE-Netze beteiligt. „Spiegel Online“ zitiert Vodafone mit den Worten, man arbeite „vertrauensvoll mit beiden Unternehmen zusammen“ und sehe „keine Veranlassung, dies nicht mehr zu tun“. Vodafone habe außerdem „eigene Sicherheitssysteme in unseren Netzen etabliert“. Telefónica O2 setzt Komponenten von Huawei ein, nicht aber von ZTE. Sorge habe man deshalb nicht: Dienstleister würden vertraglich „zur Einhaltung des deutschen Rechts und höchster Sicherheitsanforderungen“ verpflichtet. Zudem habe O2 „eigene Sicherheitsverfahren zur Überprüfung der Netzkomponenten“. Auch die Deutsche Telekom bestätigt, von Huawei und ZTE „unterschiedliche Komponenten für das Festnetz und den Mobilfunk“ zu erhalten. Diese würden jedoch „nach unseren Anforderungen konfiguriert und getestet“. Dabei würden auch Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt: „Wir setzen keine Technik ein, die unseren Sicherheitsanforderungen nicht genügt.“
E-Plus schließlich antwortete auf Anfrage von mobilbranche.de: „ZTE und Huawei sind etablierte Techniklieferanten für weltweit fast alle Netzbetreiber. Auch die E-Plus Gruppe arbeitet seit längerer Zeit vertrauensvoll und erfolgreich mit ZTE und Huawei zusammen. Beide Anbieter können durch ihre technische Leistungsfähigkeit überzeugen und erfüllen E-Plus gegenüber alle Transparenz- und Sicherheitsanforderungen, wie sie für einen Lieferanten von Netz- und IT-Technologie zwingend notwendig sind. Die E-Plus Gruppe verfügt über Prozesse, welche die Einhaltung dieser Standards jederzeit prüfen.“
Felix Lindner, Chef der Berliner Sicherheitsfirma Recurity Labs, wies jedoch darauf hin, dass die Software-Sicherheit und Codequalität von Huawei-Produkten unterdurchschnittlich sei: „Ich würde das Huawei-Equipment auch nicht in deutschen Regierungsnetzen haben wollen, weil es einfach zu schlecht ist. Man kann sich nicht darauf verlassen“, so Lindler laut „Spiegel Online“. Auf der Hackerkonferenz Defcon in Las Vegas hatte Lindner Schwachstellen in Routern aufgezeigt, die es Angreifern ermöglicht, die Kontrolle über die Geräte zu übernehmen. Allerdings handelte es sich um Endkundengeräte, nicht um Komponenten für Mobilfunknetzwerke. Die Software-Sicherheit und Codequalität seien laut Lindner unterdurchschnittlich. Der Experte kritisierte zudem, dass es bei Huawei keine zuständige Stelle gebe, bei der man Sicherheitslücken melden könne und dass das Unternehmen keine Sicherheitsempfehlungen veröffentliche. Ob es sich um schlechte Arbeit oder schlechte Absicht handelt, kann auch der Sicherheitsexperte nicht beurteilen: „Dilettantismus von Bösartigkeit zu unterscheiden, ist geradezu unmöglich.“
spiegel.de

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