Kabel Deutschland plant bundesweites WLAN-Hotspot-Netz.

von Lutz Herkner am 03.September 2012 in Netzbetreiber, News

Kabel Deutschland macht mobil: Der größte Kabelnetzprovider hierzulande will Internetverbindungen auch außerhalb der eigenen vier Wände anbieten, ein Netz aus WLAN-Hotspots soll es möglich machen. Zunächst sollen Sender punktuell errichtet werden, mittelfristig sei aber eine flächendeckende Versorgung geplant, gab Firmenchef Adrian von Hammerstein bekannt. Los geht’s Mitte Oktober mit einem Pilotprojekt in Berlin, das von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg gefördert wird. Mit dem vom Berliner Senat ausgeschriebenen Projekt für ein öffentliches WLAN-Netz hat dies aber nichts zu tun. Im Fokus stehen zentrale Standorte wie Flughäfen, Bahnhöfe, Restaurants und Cafés. Kabel Deutschland ist in 13 Bundesländern vertreten, zur Abdeckung der übrigen Regionen seien Partnerschaften mit anderen Providern geplant.
Sollte Kabel Deutschland Ernst mit dem bundesweiten Ausbau machen, steht den Mobilfunkanbietern eine mächtige Konkurrenz ins Haus: Laut von Hammerstein laufen derzeit bereits 70 Prozent des Datenverkehrs zu mobilen Endgeräten über WLAN, „wir wollen nun auch noch die restlichen 30 Prozent liefern“, zitiert ihn die „Welt“. In Konkurrenz tritt Kabel Deutschland zudem mit der Deutschen Telekom, die 11.000 WLAN-Hotspots betreibt, hinzu kommen Anbieter wie The Cloud, der nach eigenen Angaben 22.000 Standorte in 17 Ländern versorgt. WLAN hat einerseits den Vorteil, auch Tablets ohne UMTS-Funkmodul und selbst Amazons E-Book-Reader Kindle zu erreichen, die spürbar günstiger sind als entsprechende Geräte mit SIM-Karte. Andererseits ist WLAN im Gegensatz zu GSM und UMTS derzeit nicht für größere Teilnehmerzahlen ausgelegt. Fortgeschrittene WLAN-Technologien, die eben jenes Manko sowie die komplizierten Anmeldevorgänge beheben wollen, sind jedoch bereits in Arbeit. Offen belibt, ob auch Telefonie via WLAN („Voice over IP“) möglich sein und Kunden von Restaurants und Cafés das Netz kostenlos nutzen dürfen. „An den Geschäftsmodellen arbeiten wir noch“, zitiert der „Tagesspiegel“ von Hammerstein. Man überlege aber, auch Nichtkunden von Kabel Deutschland Zugang zu den Hotspots zu gewähren. Man erwäge außerdem, private WLAN-Router von Kunden mit deren Genehmigung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, im Gegenzug bekämen diese Kunden dann andernorts kostenfreien Zugang zum Netz. Ein Konzept, das Fon bereits verfolgt.
Nicht auszuschließen ist letztlich auch, dass Kabel Deutschland über die mobile Verbreitung von Fernsehsendern selbige zur Kasse bitten möchte: Derzeit wollen nämlich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nicht mehr für die Einspeisung ins Kabelnetz zahlen und haben ihre Verträge zum Jahresende gekündigt. Sie halten es für eine Pflicht der Netzbetreiber, ihre Programme zu verbreiten.
welt.de, tagesspiegel.de, fon.com

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