Interview: Jan Webering von Sevenval über die neue Multiscreen-Welt.

von Florian Treiß am 06.September 2012 in Interviews, Mobile Design

„In ein paar Jahren werden wir nicht mehr zwischen dem mobilen und stationären Internet unterscheiden. Es wird ein Web geben – und dieses verbindet das digitale Geschäftsmodell von Unternehmen über verschiedene Endgeräte oder Screens mit dem digitalen Nutzer“, sagt Jan Webering, Geschäftsführer von Sevenval. Wir steuern also voll auf eine sogenannte Multiscreen-Welt zu, in der neben Smartphone, Tablet und PC bald noch viele weitere internetfähige Geräte zum Mainstream werden dürften. Diese „Multiscreen (R)evolution im mobilen Internet“ steht auch im Mittelpunkt des Mobilisten-Talk am Dom, den Sevenval, die Fachgruppe Mobile im BVDW und mobilbranche.de am kommenden Dienstag, 11. September 2012, im Vorfeld der dmexco in Köln ausrichten.

mobilbranche.de: Herr Webering, beim Mobilisten-Talk am Dom wird es um die „Multiscreen (R)evolution im mobilen Internet“ gehen. Welche internetfähigen Screens werden unser Leben künftig neben PC, Smartphone und Tablet noch prägen?

Jan Webering: Das „Triple Play“ bestehend aus Smartphone, Tablet und PC spielt derzeit auf jeden Fall die wichtigste Rolle. Aber auch internetfähige Haushaltsgeräte oder In-Car Browser sind heute schon Realität. Welche Geräte in der Zukunft mit dem Internet kommunizieren, kann ich nicht vorhersagen. Aber ich bin mir sicher, dass der PC eine sekundäre Rolle einnehmen wird. Außerdem werden wir in ein paar Jahren nicht mehr zwischen dem mobilen und stationären Internet unterscheiden. Es wird ein Web geben – und dieses verbindet das digitale Geschäftsmodell von Unternehmen über verschiedene Endgeräte oder Screens mit dem digitalen Nutzer.

mobilbranche.de: Welche Herausforderungen entstehen dadurch für Unternehmen?

Jan Webering: Die Innovationen auf Client-Seite sind aktuell sehr schnell. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, der stetig wachsenden Zahl neuer, internetfähiger Endgeräte Herr zu werden. Ständige Updates in den Betriebssystemen fordern regelmäßige Anpassungen. Standards, wie HTML5 sind nicht abgeschlossen und werden von vielen Geräten nicht in vollem Umfang unterstützt. Infrastruktur- und IT-Zyklen hingegen sind – gerade bei großen Unternehmen – langsam. Mit unserem Softwareprodukt FIT unterstützen wir Unternehmen dabei, diese Zyklen zu synchronisieren und zukunftssichere mobile und Multiscreen-Lösungen zu entwickeln.

mobilbranche.de: Geht jeder neue Screen zwangsläufig auch mit dem Zwang zu neuen nativen Angeboten einher, so dass entsprechend auch neue Entwicklungskosten anfallen? Oder wird es mobile Lösungen geben, die automatisch auch im Auto, auf dem Smart-TV und der Smartwatch laufen können?

Jan Webering: Nein – jeder neue Screen bedeutet nicht gleich, dass Unternehmen nur mit nativen Angeboten Schritt halten können. Wenn man bedenkt, dass das mobile Internet kontinuierlich wächst und Unternehmen bestätigen, dass sie teilweise mehr Traffic über mobile Browser als über native Apps erhalten, kann man eines mit Sicherheit sagen: Das mobile Web wird der große Gewinner der mobilen Plattformen sein. Nicht ohne Grund hat Facebook auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona angekündigt, es wolle Standards im mobilen Internet vorantreiben und hat dazu mit Mozilla und mehr als 30 weiteren Geräteherstellern, Netzbetreibern und Browserentwicklern eine eigene Gruppe beim World Wide Web Consortium (W3C) gegründet.

Allgemein lässt sich sagen: Die Konzepte dürfen sich nicht primär an dem technisch Möglichen orientieren, sondern am Geschäftsmodell und an den individuellen Zielen des jeweiligen Kunden. Erst wenn die Zielrichtung der Aktivität zusammen mit dem Kunden entwickelt ist, sollte geprüft werden, wie man das technisch umsetzt und welche neuen Features und Funktionalitäten man nutzt. Leider werden heute noch zu viele Konzepte offensichtlich anders herum geplant bzw. umgesetzt und Kunden in technische Lösungen gezwängt, die nicht zielführend sind. Es gilt der altbekannte Satz „Technology has to follow Strategy“.

Wer sich strategisch für Multiscreen entscheidet, sollte sich aus wirtschaftlichen Gründen langfristig für das (mobile) Web entscheiden.

mobilbranche.de: Wie stellt sich Sevenval konkret für die Multiscreen-Welt auf?

Jan Webering: Optimal. Mit unserer eigenentwickelten Sevenval FIT Technology stellen wir die bestmögliche Auslieferung von Webinhalten auf sämtlichen internetfähigen Endgeräten wie Smart- und Featurephones, Tablet PCs, portablen Spielekonsolen, In-Car Browsern und TV-Geräten in höchster Qualität sicher. Auch unsere Kunden erkennen mittlerweile, dass es im mobilen Internet nicht mehr nur um die Auslieferung von Inhalten über das Smartphone geht. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, den richtigen Content im richtigen Kontext auszugeben. Mit unserer Technologie sind wir für diese Aufgabenstellung bestens gewappnet. Schon heute setzen wir kanalübergreifende mobile Web-Lösungen für Kunden wie z. B. Mercedes-Benz mit globalem Fokus um. Mercedes-Benz ermöglicht seinen Nutzern ein echtes Multiscreen-Erlebnis mit individuellen, auf die jeweilige Endgerätegruppe zugeschnittenen Konzepten für die mobilen Hauptkanäle Smart- und Featurephones, Tablet PCs und dem In-Car-Navigationssystem COMAND. Dieses Projekt beweist, dass wir für Multiscreen technologisch bereits heute optimal aufgestellt sind.

mobilbranche.de: Mit dem Mobilisten-Talk am Dom heben Sie – gemeinsam mit mobilbranche.de und der Fachgruppe Mobile im BVDW – ein neues Mobile-Event zur dmexco aus der Taufe. Was versprechen Sie sich als Gastgeber von der Veranstaltung?

Jan Webering: Als Kölner Unternehmen freuen wir uns sehr, Gastgeber des „Mobilisten-Talk am Dom“ sein zu dürfen. Für uns ist es wichtig, dem Thema Mobile im Umfeld der dmexco einen besonderen Rahmen zu geben. Gemeinsam mit der Fachgruppe Mobile im BVDW und mobilbranche.de haben wir die perfekten Partner gewonnen um diese Idee umzusetzen.

Wir versprechen uns vor allem einen interessanten Austausch mit Menschen, die mindestens genauso von der mobilen Branche begeistert sind, wie wir. Ein innovatives Thema zu diskutieren, neue Ansätze zu beleuchten und Experten zu vereinen – das treibt uns an!

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

Kurz angemerkt: Google informiert in einer anschaulichen Infografik und Studie sehr gut über die neue Multiscreen-Welt.

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