Interview: Thomas Rieger von cluetec über mobile Unternehmenslösungen und die catalogueapp.

von Florian Treiß am 06.August 2012 in Interviews

„Auch wenn es sich heute bei den meisten Unternehmen bei den genutzten Mobility-Anwendungen meist um Insellösungen handelt, wird es in Zukunft eine tief greifende Mobilisierung geschäftlicher Abläufe geben“, ist sich Thomas Rieger sicher. Der Gründer und Geschäftsführer der cluetec GmbH glaubt, dass es künftig keinen Unterschied mehr zwischen lokalem Arbeitsplatz und mobil geben wird. Vielmehr werden Endgeräte prinzipiell mobil sein, „always online“ und über cloudbasierte Dienste orts- und zeitunabhängig in das Unternehmen integriert und verfügbar sein, meint er. Im Interview mit mobilbranche.de stellt Thomas Rieger die mobilen Unternehmenslösungen von cluetec vor, zu denen u.a. die catalogueapp zählt, eine App für multimediale Produktpräsentationen.

mobilbranche.de: Herr Rieger, Ihr Unternehmen hat sich auf Mobile Solutions für den Unternehmenseinsatz spezialisiert. Was sind hier derzeit die wichtigsten Bedürfnisse des Marktes und Ihrer Kunden?

Thomas Rieger: Die von Rio Mobile in Auftrag gegebene Studie „Business-Motor mobiles Internet“ (Studie als PDF downloaden) zeigt, dass insgesamt 53 Prozent der Unternehmer Apps entweder schon heute verwenden oder in nächster Zukunft eine eigene Unternehmens-App zur Kundenansprache einsetzen werden. Darüber hinaus werden spezielle Business-Apps für Vertrieb und Außendienst auch im Geschäftskunden-Segment an Bedeutung gewinnen.

Genau in diesen Bereichen sehen auch wir die Bedürfnisse des Marktes nach umfassenden und in die Unternehmen integrierten Lösungen. Entscheidend ist für uns als Spezialist für Mobile Solutions, für unsere Kunden Apps zu entwickeln, deren Usability auf die teilweise sehr speziellen Einsatzbedingungen optimal zugeschnitten sind und sich nahtlos in die bestehende Unternehmens-IT integrieren. Wir engagieren uns sehr stark auf diesem Gebiet und sind daher auch Mitgründer des Kompetenznetzwerk Usability Engineering für Mobile Unternehmenssoftware von KMU für KMU, gemeinsam mit dem Bundesverband IT-Mittelstand e.V. und drei weiteren namhaften deutschen Softwarehäusern.

mobilbranche.de: Welche Lösungen bietet cluetec dafür konkret an?

Thomas Rieger: Wir haben zwei Kernkompetenzen bei cluetec entwickelt, zum einen die catalogueapp, eine App für multimediale Produktpräsentationen, mit Audio, Video, 3D, Panorama Views in einer offline und onlinefähigen App, nativ entwickelt. Auch bei einer sehr großen Produktpalette und hochauflösenden Bildern und Videos ist die App hochperformant. Zum anderen mQuest, eine ausgereifte mobile Datenerfassungslösung, die bereits seit Jahren von führenden Marktforschungsinstituten eingesetzt wird. mQuest liefert die stabile Basis für Befragungen, Angebotskonfiguration, Leadmanagement, inklusive umfangreicher Tools, wie zum Beispiel den grafischen Formulareditor und umfangreiche Backendsysteme für das Sammeln, Speichern, Aufbereiten, Auswerten und Exportieren von Daten.

mobilbranche.de: Eines Ihrer Kernprodukte ist, wie erwähnt, die catalogueapp. Wo kommt diese zum Einsatz?

Thomas Rieger: Unternehmen können durch die catalogueapp ihre kompletten Marketing- und Vertriebsprozesse optimieren. Seit kurzem haben wir das Lead-Management-Modul, das ursprünglich aus dem Befragungssoftware mQuest stammt, in die Standardanwendung der catalogueapp integriert. Das neu entwickelte Vertriebs-Tool kann komplexe Produkte erlebnisreich präsentieren, Leads sofort erfassen und durch einen Produktkonfigurator vor Ort Angebote erstellen. Diese Kombination bietet Vertriebsabteilungen zahlreiche Vorteile und interessante Anwendungsmöglichkeiten: Zum Beispiel im Außendienst, wo man mobil unterwegs ist und anstatt mit dem Kunden Papierkataloge zu wälzen, erklärungsbedürftige Produkte multimedial präsentieren kann. Zum Beispiel auf Messen, wo man innovativ auftreten will und Gespräche mit Kunden führt, deren Kontaktdaten man erfassen und die man möglichst schnell mit Informationen versorgen möchte. Oder wenn man mit dem Kunden eine passgenaue Produktkonfiguration erstellen und daraus schnell und ohne Medienbruch ein individuelles, teilautomatisiertes Angebot vorbereiten will. Dies sind nur einige Beispiele.

mobilbranche.de: Dieser Tage steht ein neues Release der catalogueapp an. Welche Neuerungen gibt es?

Thomas Rieger: Mit Hilfe des neu integrierten webbasierten grafischen Katalogdesigners können Unternehmen ihre Kataloge eigenhändig erstellen, verändern und aktualisieren. Mittels Mind Map wird die Katalogstruktur erstellt, Texte, Bilder, Videos, 3D-Modelle oder PDF-Dokumente können einfach und zeitnah eingepflegt und publiziert werden. Neu sind zudem Panorama-Views und die Funktion, Teilkataloge generieren zu können – z.B. für externe Vertriebspartner, die nur einen Teil des Sortiments vertreiben oder um branchenspezifische Kataloge zu erstellen. Unternehmen ersparen sich dadurch einen immensen logistischen und redaktionellen Aufwand.

mobilbranche.de: Zusammen mit Ihrem Pilotkunden Dr. Heinrich Schneider Messtechnik GmbH haben Sie die Neuerungen bereits ausprobiert. Wie kamen sie bei dem Unternehmen an?

Thomas Rieger: Das Leadmanagement-Tool der catalogueapp spart dem Vertriebs-Team von Schneider Messtechnik zwei Wochen Arbeit, weil die Messenachbereitung weitestgehend entfällt. Anstatt nach der Messe die zahlreichen handschriftlichen Notizen der Vertriebsmitarbeiter zu den Kundenanforderungen mühsam in ein Angebot zu packen, erfolgt die Produktkonfiguration digital gemeinsam mit dem Kunden auf dem Messestand und das Angebot kann anschließend quasi per Knopfdruck erzeugt und versandt werden. Auch eine Dankesmail wird automatisch, nachdem der Lead auf der Messe erfasst und die Kundenanforderungen aufgenommen wurden, durch das System versendet – inkl. der erfassten Produktkonfiguration und den Kontaktdaten des zuständigen Vertriebsmitarbeiters.

mobilbranche.de: Wie lassen sich die mittels der catalogueapp gewonnenen Daten in die Unternehmens-IT integrieren und auswerten?

Thomas Rieger: Die catalogueapp lässt sich kundenindividuell in die IT-Landschaft eines Unternehmens integrieren. Wir können im Prinzip jede beliebigen Drittsysteme kundenspezifisch anbinden und Exporte generieren. Im Fall Schneider Messtechnik läuft die Schnittstelle über MS-Word-Dokumente im Format, wie sie schon vorher bei Schneider verwendet wurden. Dadurch musste der teilweise manuelle Prozess nicht angepasst werden.

mobilbranche.de: Wohin steuert der Markt für Enterprise Mobility hin? Werden irgendwann alle Geschäftsprozesse über Mobilgeräte abgewickelt?

Thomas Rieger: Auch wenn es sich heute bei den meisten Unternehmen bei den genutzten Mobility-Anwendungen meist um Insellösungen handelt, wird es in Zukunft eine tief greifende Mobilisierung geschäftlicher Abläufe geben. Es wird keinen Unterschied mehr zwischen lokalem Arbeitsplatz und mobil geben. Endgeräte werden prinzipiell mobil sein, „always online“ und über cloudbasierte Dienste orts- und zeitunabhängig in das Unternehmen integriert und verfügbar sein.

mobilbranche.de: Vielen Dank für das Interview!

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